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Alpenbrevet 2011


Haarnadelkurven, herrliche Ausblicke und kühne Abfahrten prägen das Alpenbrevet. Je nach belieben kann die Silber, Gold oder Platinstrecke in Angriff genommen werden. Noch unterwegs kann man sich für die eine oder andere Strecke entscheiden:

Silber: 3 Pässe, 131km und 3875 hm (Grimsel, Furka und Susten)
Gold: 4 Pässe, 172km und 5294 hm (Grimsel, Nufenen, Gotthard und Susten)
Platin: 5 Pässe, 276km und 7031 hm (Grimsel, Nufenen, Lukmanier, Oberalp und Susten)



Das Alpenbrevet ist ein Begriff in der Schweiz. Ich denke man kann sich dem Alpenbrevet auf zwei Arten nähern: einerseits als Wettkampf oder als einen sportlichen Event. Nachdem sich für das Wochenende schönes Wetter ankündigte und ich sowieso etwas Biken gehen wollte, entschloss ich mich auf zweitere Art der Herausforderung zu stellen. Auch weil ich nicht wirklich wesentliches Bergtraining gemacht habe, abgesehen von den paar “Hügel” in Italien. Somit wurde eine kleine Überschlagsrechnung gemacht: rund 3500m hatte ich letztes Jahr schon mal gemacht, somit sollte die Silber Tour kein Problem sein. Auf der anderen Seite ist die Platin Tour (im Moment) unerreichbar. Daher war klar, dass das “Gold” am Programm stand. Somit stand das Motto fest “einen schönen Tag in den Bergen verbringen – und neue Pässe kennenlernen”. Grimsel und Susten kannte ich, Nufenen und Gotthard waren neu.

Start ist um 6:45 in der Morgendämmerung – Zielschluss 21:15 – also mehr als genug Zeit. Aufstehen 4:00 – Abfahrt 5:00 – Startnummer holen 6:00 – Feststellen, dass die Schraube für die Getränkehalter locker ist und kein “richtige” Werkzeug dabei 6:44. Egal es wird sowieso ein langer Tag. Über die Startlinie gefahren, das Fehl ziehen lassen und einmal in Ruhe zum Bike Doktor. Dort wird dann noch die letzte Schraube fest angezogen, und es geht ab auf die Strecke.



Das Feld wird von hinten solange aufgerollt, wie ich in meinem Tempo locker noch fahren kann. Von Anfang an war mir klar – “nur nicht die Körner verschiessen”. So geht es dann die Grimsel hoch. Anfangs noch ziehmlich im Schatten, dann die letzten Höhenmeter glücklicherweise in der Sonne. Der Vorteil an der Veranstaltung ist, dass ich mich nicht um Getränke und Verpflegung kümmern muss, auf jedem Pass in fast jedem Tal gibt es einen Versorgungsposten.



Schnell merke ich, dass die Abfahrten ebenso anstrengend sind wie die Anstiege. Ich brauch wohl wirklich bald ein “richtiges” Rennrad – mit dem Triathlon Rad macht die Abfahrt einfach nicht so Spass. Ausserdem ist es auf über 2000m bei den hohen Geschwindigkeiten doch recht frisch. So geht es dann schnell vom Kanton Bern in den Kanton Wallis. Schön durch die Orte zu brausen in denen man im Winter Langlaufen geht. Leider ist die Zeit des Highspeed ziehmlich kurz und schon steht der nächste Pass vor dem Rad.



Nun den Nufenen hinauf und in das Tessin hinunter. In Airolo wäre die Abzweigung auf die PlatinTour, nur hätte ich da etwas schneller dort sein müssen, nun ist die Abzweigung schon geschlossen.



Als nächstes steht der Gotthard am Programm – hinauf geht es die alte Gotthard Strasse, mit viele viele Kurven und einem historischen Kopfsteinpflaster. Oben angekommen war dann klar dass der Tag zwar lange wird, aber nur mehr ein Pass am Programm stand. In rasanter Abfahrt geht es dann hinunter, durch Andermatt hindurch Richtung Wassen. Nun stehen die letzten 1300hm am Programm. Und weil es so ein schöner Tag war gönne ich mir auch noch eine kleine Kaffeepause.

Schliesslich bin ich dann 174km später, und nach einem tollen Tag wieder in Meiringen

Radtraining Mallorca II


Nachdem ich ja bereits letztes Jahr auf Mallorca ein tolles Radtraining erleben durfte, stand auch für dieses Jahr wieder eine Woche Mallorca am Programm. Diesmal allerdings war´s privat organisiert, also nicht mit einem der grossen Veranstalter vor Ort. Hier nun die Erfahrungen.

Die Anreise war problemlos rasch und günstig noch im Jänner bei AirBerlin gebucht. Für mich war´s ein Direktflug von Basel. Zukünftig ist die Anreise mit einem Mietauto als Option zu berücksichtigen, gerade bei den frühen bzw. späten Flügen! Falls das eigene Rad mit soll, gibt’s mit der Zusatzcard von AirBerlin noch günstige Konditionen.

Auch dieses Jahr habe ich mich entschieden mein Rennrad zuhause zu lassen und Vor-Ort zu mieten. Tatsächlich bekam ich dann von http://sportbequi.com ein hübsches Ridley Rennrad in Alu für Eur 110 bei einer Mietdauer von 10 Tagen. Als Alternative wäre auch noch http://www.ciclosquintana.com zu nennen (mit schönen Merida Bikes).

Dieses Jahr war der Standort in S’Arenal – also direkt am Ballermann 4. Als Unterkunft bezogen wir Appartements im Hotel Tres Torres. Einfach, sauber und gut gelegen ohne Frühstück bzw. Abendessen. Für’s Frühstück gingen wird dann immer in ein nahegelegenes Hotel und zahlten dort Cash.

So nun zum “Kern der Sache” dem Radfahren. Von der Playa de Palma aus lassen sich sowohl schöne flache als auch Touren in die Berge machen. Hier die einzelnen Touren die wir gemacht haben:

km Höhenmeter Beschreibung
55
Einfahren Richtung Llucmajor in die Hecke
145 984 MA6014 / SesSalines / Santanyi / Cala Figuera / CasConcos / Felanitx / Kloster (510hm) / Porerres / Algaida / Llucmajor
115 1090 Santa Maria del Cami / Bunyola / Orient / Alaro
145 1900 Sant Jordi / Santa Maria / Esporles / Ma-10 / Deia / Soller / Bunyola / Orient / Alaro
135 2617 Bus nach Inca / Selva / Caimari / Escorca / sa Calobra / Puig Major / Soller / Bunyola / Santa Maria del Cami
80 361 MA-6014 / Punta de Ca'n Barbut
106 1142 Santa Maria del Cami / Palmanyola / Esporles / Puigpunyent / es Capdella / Calvia / Ma-1016 / MA-1043
118 980 MA-6020 / Llucmajor / Puig de Randa / Monturi / Porreres / Vilafranca de Bonany / Sant Joan / Algaida / Llucmajor
110 980 Palma / Palmanova / Calvia / es Capdella / Andratx / Sant Elm / Port d' Andratx / Peguera / Rotes Velles / Ma-1014 / Coll des Cocons / Palmanova


Hier noch ein paar Eindrücke:


Schöne Abfahrt in der Nähe von Galilea


Einer der Highlights Sa Calobra - unendlich viele Serpentinen 800hm runter zum Meer und wieder zurück!


Stausee beim Puig Major


Rennräder machen Pause!


Und zum Abschluss gibt's ein Bier

Zusammenfassend kann ich also Mallorca jedem für ein Radtraining empfehlen. Ich werde nächstes Jahr wieder dort sein.

PS: Schwimmtraining wäre wohl auch gut möglich gewesen. Zwei Kollegen hatten ihren Neopren mit und haben entsprechend regelmässig ihr Training absolviert.

Wien - Klagenfurt Tages(Rad)tour


Als um 4:00 mein Handy-Wecker läutete, war ich erstaunlicherweise kaum noch müde. Heute war es also soweit, monatelange Planungsaktivitäten, Abstimmungsemails und Telefonate mündeten in einer kommoden IronDrake Radfahraktion. Wien-Klagenfurt in a day – das war das Ziel und langerhand von unserem Trainer Pete und dem Fachexperten für lange, schnelle Dinge am Rad, Snick, geplant. Nach einem frühmorgendlichen Kaffee schnappte ich mein Camelbag, verfrachtete mein Rennrad ins Auto und machte mich auf zum Ausgangspunkt der Tour: Wien – Siebenhirten.Peter war schon vor Ort als ich mein Vorderrad in der Gabel mit dem Schnellspanner montierte. Nach und nach trudelten pünktlich die anderen Drakes ein: der Mann der Zahlen Wolfgang, Andi Kilometerbolzer sowie der prinzerne Christian. Pünktlich um 5:00 starteten wir die ersten Pedalumdrehungen gen Klagenfurt. Das Wetter auf den ersten 80km war wie geschaffen für diese Tour. Wir verließen bei Sonnenaufgang in der Morgensonne die Wiener Stadtgrenze und kurbelten relaxed Richtung Semmering. Die Tour war so geplant, dass die „nicht notwendigen Höhenmeter“ diesmal ausnahmsweise ausgelassen wurden. Deshalb ging es zunächst bis Neunkirchen flach dahin. Nach den ersten 15km stieß ein Arbeitskollege von Christian P. zu uns, der dankenswerter Weise gemeinsam mit Christian bis zum Semmering die Führungsarbeit übernahm. Im Bulk dahinter wurde in der Morgenstimmung gemütlich geplaudert - leider haben die Croissants und der Kaffee (vorerst) gefehlt. Nach einer Stunde Fahrzeit gab Snick das erste Mal das Zeichen zu einer geplanten 5 Min Pause. Nach den ersten Müsliriegeln und Isostarschlucken (und es sollten noch sehr viele folgen) gings weiter: Kurz vor Neunkirchen verabschiedete sich der Mann der Zahlen Wolfgang und ab nun lagen sämtliche statistischen Aufgaben bei unserem Trainer und Snick. Diese konnten zwar Wolfgang diesbezüglich nicht das Wasser reichen, aber wir hofften sowieso im Trockenen nach Klagenfurt zu kommen. Bei der Ortsdurchfahrt Neunkirchen stand die zweite Blitzpause an und einige Croissants und Cappuccinos mussten daran glauben.Von nun an ging’s tendienziell bergauf Richtung Semmering. Leichter Gegenwind hatte sich auch schon bemerkbar gemacht aber das war noch gar nix gegen das, was uns auf der anderen Seite des Semmerings erwartete. In Schottwien konnte ich meinem inneren Drang nicht widerstehen und schwenkte auf meine übliche Radtaktik ein: Gleich zu Beginn flott fahren damit der drohende Einbruch später auch gerechtfertigt ist :=) Auch Peter fand an dieser Taktik Interesse und so kurbelten wir auf das Dach der Tour. Die anderen Drakes gingen die Sache vernünftiger an und so trafen nach einer kurzen Bio-Break (Wurschtsemmel essen, Entwässern) alle Fahrer am Scheitelpunkt des Semmering ein. Und wieder einmal war es time to say goodbye. Diesmal schüttelten wir Christian P. die Hand, schwangen unsere Hintern in die Sättel und kurbelten bei kühlen 10 Grad den Semmering hinunter.

Jetzt also konnte plangemäß der angenehmste Streckenabschnitt der Tour beginnen. Etwa 70 Kilometer sollte es bis Bruck an der Mur hinunter gehen. Leicht und gleichmäßig bergab sollten günstige Bedingungen bestehen, um den semmeringbedingt etwas mickrigen Schnitt von 26 km/h in die Höhe zu schrauben. Gestern noch war Windstille angesagt. Optimale Vorzeichen also. Aber es kommt anders.
Das erste Stück den Semmering bergab peitscht uns schon der böige Wind entgegen. Wo man normalerweise bequem und ohne viel Strampelei mit einem 60er runterrollt, fahren wir nun in enger Formation – Rad an Rad – erkämpfte 35 Stundenkilometer. Jetzt kurz nach 8 Uhr ist es noch recht kühl. So kommt es, dass wir alle Windjacken tragen, die das Leben nicht gerade einfacher machen...

Die sattgrün, frühsommerliche Landschaft im oberen Mürztal lenkt etwas vom Gegenwind ab. Über immer stärker frequentierte Straßen fahren wir den hellgrauen, dichten Haufenwolken aus südwestlicher Richtung entgegen. Es geht über Mürzzuschlag nach Langenwang, wo der nächste Stopp angesagt ist. Snick, der sich immer mehr als „Zugpferd“ der Truppe herauskristallisiert, steigt – vom Wind und Straßenverkehr leicht genervt - vom Drahtesel. Mit fast eingeimpfter Disziplin schauen wir alle auf die Uhr, um die fünfminütige Pause möglichst sinnvoll zu nützen. Mangels Tankstelle nützen wir ein einfaches Gasthaus zum Auftanken und die sonstigen Aktivitäten.

Auf Land- und Nebenstraßen geht es weiter in Richtung Klagenfurt. Jeder scheint inzwischen einen eigenen Weg gefunden haben, mit den Energien sparsam hauszuhalten. Andi verwendete dazu den neu erworbenen Leistungsmesser, der die Belastung auf den Watt genau angibt. Die Gleichmäßigkeit der Fahrt kann auf diese Weise sehr objektiv festgestellt werden. Ich hielt mich eher an die traditionelle Methode, durch minimalem Abstand zum Vordermann – meistens ist das Snick - möglichst viel Windschatten zu erhaschen. Von viel Abwechslung in der Führungsarbeit kann man nicht mehr sprechen. Johannes scheinen die Energien nicht abzugehen. Diesen Eindruck macht der Beginn seiner Steigerungsfahrt, die sich bis Klagenfurt fortsetzen sollte. Alle anderen haben wenig Interesse, sich bei 30 bis 35 km/h vorne in den Wind zu stellen.

Es ist etwa 11 Uhr. Bei der Fahrt durch Kindberg beginnen die ersten Überlegungen, den Zeitpunkt, den Ort und die Modalitäten des Mittagessens zu optimieren. Die Ideen sind sehr weit reichend. Vom schnellen Wurstsemmerl bei einer Tankstelle bis zum gutbürgerlichen Schmaus ist alles möglich. Die motivatorische Wirkung wird genau kalkuliert. Es ist sicher günstig, bei der Mittagspause deutlich mehr als die Hälfte der Strecke hinter sich zu haben. Andererseits rührt sich immer deutlicher der Magen, was philosophische Denkspiele hintergeht. Schlussendlich entscheidet ein Defekt an Peters Rad, der sein Rad kurzfristig zu einem Fünf-Gang-Rad macht, weil sich die oberen Gänge nicht mehr schalten lassen. Nach einer kurzen Irrfahrt durch Bruck an der Mur – es ist aufgrund Jo’s guter Vorbereitung die einzige geblieben – landen wir dann in einem Wirtshaus in Niklasdorf, wo wir einkehren.
Diverse Leberknödelsuppen, deftige Pfannengerichte und Schokopalatschinken später steigen wir nach einer Dreiviertelstunde wieder auf unsere Räder. Der Defekt – es war ein gelockerte Fixierung des Schaltseils – war schnell repariert. So steht den fehlenden 140 Kilometern bis zum Wörthersee nichts im Weg. Nun geht es die nächsten ca. 90 Kilometer das Murtal hinauf. Die Wolken haben sich inzwischen etwas verzogen. Es ist spürbar wärmer geworden. Die Sonne kommt immer mehr zum Vorschein. Eines ist geblieben, wie es war – der Südwestwind.
Wir folgen dem Murradweg. Besonders mit vollem Magen ist es recht angenehm, eine Weile nicht auf den Straßenverkehr achten zu müssen. Über die Reihenfolge brauchen wir uns keine Gedanken mehr zu machen. Johannes fährt vorne. Ich klebe am Hinterrad. Peter und Andi fahren hinten. In der Gegend um Knittelfeld – wir haben ca. 190 Kilometer am Tacho stehen – zeichnet sich ab, dass Andi Probleme mit dem Tempo hat. Das Team zieht sich so auseinander. Wir warten regelmäßig im Stundentakt zusammen und machen wie gewohnt nur kurze Pausen.
In Judenburg zeigt sich endlich das sommerliche Wetter, wie es noch am Vortag im Wetterbericht versprochen wurde. Sonnenschein, 25 Grad und beinahe Windstille. Bei einer Tankstelle stoppen wir kurz. Andi saugt sich diverse Powergels hinein, um zum gewohnten Tempo zurückzufinden. Die nächsten Kilometer werden nicht ganz einfach. Es soll den Perchauer Sattel hinauf gehen. Er ist nicht besonders hoch, aber ein paar hundert Höhenmeter sind kein Spaß, wenn man angeschlagen ist und mehr als 200 Kilometer in den Beinen hat.
Nach Unzmarkt und Scheifling warten wir am Fuß des Bergs zusammen, der uns von Kärnten noch trennt. Langsam machen sich Gedanken an die abendliche Pizza in Klagenfurt breit. Ab noch ist ja einiges zu tun. 80 Kilometer fehlen ja noch. Den Perchauer Sattel hinauf ändert sich die gewohnte Reihenfolge. Peter attackiert von Anfang an. Wir können bzw. wollen anfangs nicht folgen. Nachdem wir ihn nach fünf Minuten auf den gestreckten Serpentinen nicht mehr sehen können, fahren wir unser Tempo und begraben unsere Hoffnungen auf die interne Bergwertung. In Neumarkt in der Steiermark treffen wir uns, wo wir uns im Kaffeehaus für die abschließende lange Abfahrt ein bisschen mit Espressos aufputschen.

Auf der Abfahrt geht es über die Landesgrenze nach Friesach. Wieder kommt es zu einer Attacke von Peter. Diesmal allerdings nicht bergauf, sondern am steilsten, kurvigen Abschnitt bergab. Wieder können wir nicht folgen. Diesmal geben wir aber nicht kampflos auf, sondern kämpfen uns im belgischen Kreisel oft heran. Oft wird der Abstand knapp. Peter gelingt aber immer die Flucht nach vorne. Die unterhaltsame Verfolgungsjagd dauert dann etwa eine halbe Stunde, bis wir in Althofen die letzte Pause vor Klagenfurt einlegen. Andi zeigt seine berühmten Beißerqualitäten. Nach den letzten 90 Kilometer, die er sprichwörtlich am Zahnfleisch zurückgelegt hat, werden die verbleibenden 35 Kilometer aber auch kein Problem sein. Die restliche Strecke ist relativ ereignislos.
Locker rollen wir zur Ortstafel, wo wir uns um ca. 8 Uhr am Abend zwecks „Beweisfoto“ treffen. Weiter geht es nun zum Quartier am Wörthersee und zum verdienten gemeinsamen Abendessen in der Pizzeria. Am See angekommen, kommen wir pünktlich zum Sonnenuntergang. Ein ereignisreicher Tag. Wir sind zufrieden. Das Ziel ist erreicht.

Pete + IronChris

Drake-Transalp-Test-Ride


Guten Morgen, Drakes!

Die gestrige erste Generalprobe für unsere Transalp ist geglückt! Alle wesentlichen Benchmarks wurden erreicht oder sogar übertroffen. Wie es sich für eine Generalprobe gehört, wurden die Rahmenbedingungen perfekt simuliert. Von Sonnenschein bis Tropenregen wurden fast alle meteorologischen Facetten durchgespielt. Technik und Mensch haben diesen Prüfungen standgehalten.



Snickinator hat sogar Berge versetzt. Mit der Kraft seines Ellenbogen hat er die Rundung des Hohlwegs noch harmonischer gestaltet. Der Snick hat nachher trotz blutendem Ärmel besser ausgschaut als der Hohlweg. =O) Die nächsten Hohlwege hat er dann aber in Ruhe gelassen.



Auch das Après-Bike hat gehalten, was es versprochen hat. Der TransAlp-typische Hunger war noch nicht 100%-ig ausgeprägt, aber am besten Weg zur vollen Entfaltung Ende Juli. Am Donnerstag ist ja unsere zweite Generalprobe. Mike wird aller Voraussicht nach dabei sein. Ich bin schon sehr gespannt.



CiaoPete

Radtraining Mallorca




Mitte März macht sich das Radfahren auf Mallorca gar nicht so schlecht im Trainingsplan. Ausgesucht haben wir uns den Club - PlayaDeMuro. Das ganze Hotel ist von Jänner bis im Mai den Radfahrern gewidmet. (Im Sommer kommen dann die "dicken Pauschaltouristen". Exklusiv Recht haben dort die Jungs und Mädels von Huerzeler. So ist dann auch alles mit schweizer Gründlichkeit top organisiert. Nachdem wir nur eine Woche gebucht haben, war die Entscheidung für ein Mietrad aus finanzieller Sicht naheliegend. Glücklicherweise haben wir schon entsprechend reserviert und jeweils eines der wenigen mit einer SRAM Compact bekommen.



Von unserem Standort Alcudia aus konnten wir sowohl schöne flachere Touren in den Süden und Osten unternehmen, als auch etwas knackigere Touren in den Westen der Insel. Höhepunkt eines jeden Mallorcaaufenthaltes ist auf jeden Fall die Küstenklassik die wir bei tollsten Wetter "geniessen" konnten. So konnten wir dann in Summe zum Saisonstart schon 600km auf dem Rad absolvieren.



Verpflegung und Unterkunft waren Tip Top. Und das Hallenbad hatten wir fast alleine bei unseren Schimmeinheiten.

Triathlet auf Abwegen


Die Freiheiten sind groß in der Off-Season vor einem Pausenjahr... Das ist genau die richtige Zeit, um der großen Liebe Triathlon einmal ausführlich untreu zu werden. Ironchris´ geniale Schitouren klangen sehr verlockend, Angebote zum gemeinsamen Wintersport trudelten von allen Seiten herein. Also war es Zeit, mein Talent mal wieder abseits des Dreifaltigkeits-Sports zu versuchen.

Die erste Gelegenheit dazu bot sich mit Kollegen Micky, sowie den Drakes IronChris und Pete inklusive weiblicher Verstärkung im Joglland. Das Ausborgen der ultra-leichten Skating-Langlauf-Schi stellte sich als nicht halb so schwer heraus wie das Anschnallen derselben. Zu allem Überfluss entdeckte uns noch Norbert Domnik, der sofort mit Micky ins Fachsimpeln geriet, während wir Drakes uns mit Mühe auf den Beinen halten konnten. Als ich meine Schi endlich dran hatte, waren meine Finger so eingefroren, dass ich gleich wieder zurück zum Auto musste. =O)

Als ich endlich auf meine erste Runde ging, holte mich Micky auf seiner ca. fünften Runde ein und setzte sich zum Ziel, mir mit meinen verbogenen Unterschenkeln das Skaten beizubringen, was für ihn sicher noch frustrierender war, als für mich. Jeder, der mit Cowboy-OHaxn wie den meinigen versucht, auf einem Schi dahinzugleiten, wird mir beipflichten. Keilförmige Schi, das wär was für mich. Meine Skating-Karriere ist damit nach 2 kleinen Runden vorerst beendet. =O)
Meine neue Muse Katrin inspirierte mich in den folgenden Wochen zu immer mehr Exkursen in fremde Sportarten. Nach einer Kletterpartie in der Halle und Eislaufen auf dem Altarm Greifenstein kreuzten wir mit Andi "Quelle Challenge" Roth beim Schifliegen in Kulm auf. Zugegeben, diesmal beschränkte sich unser sportlicher Einsatz eher auf das Plündern des Volksbank-Mitarbeiter-Buffets. Ein Dank nochmal an Reni und Ironchris für die großzügige Spende der Karten. Sollte auch die Volksbank jetzt in eine Finanzkrise rutschen, ich nehme es auf meine Kappe... =O)

Schließlich habe ich jedoch endlich eine Sportart gefunden, für die meine gebogenen Beine wie gemacht sind: Das Reiten!!! Genial, was man da für eine Kontrolle hat, wenn sich die Füße unter dem Pferd fast wieder berühren. =O) Katrin´s Glöckchen soll schon so manchen unsicheren Reiter abgeworfen haben. Bei meinem Würgesitz war das kaum möglich! Den fliegenden Wechsel oder die gekreuzte Kandare bekomme ich noch nicht hin, aber den Zuruf "Das schaut ja aus wie am Kinderkarussel" von Markus fasse ich als Kompliment auf. =O)

Letztes Wochenende stand ein 5-tägiger Trip nach Tirol an. Katrin´s Papa stellte uns eine Etage seines Hauses im schönen Gschnitztal bei Steinach am Brenner zur Verfügung. Nach einer halsbrecherischen Rodelpartie mit Geschwindigkeiten jenseits der Schallmauer wurde die Nößlachalm am folgenden Tag mit den Snowboards bearbeitet. Ein neuer Trend scheint sich hier breitzumachen, ich habe noch nie so viele Hunde auf einer Schipiste gesehen. Getoppt wurde dieses Erlebnis nur mehr durch den dritten Tag, wo mir der Olympiasieger Heini Messner seine Schitouren-Ausrüstung borgte und ich so die Tour auf die Sattelalm mitbestreiten konnte.
DAS ist ein geiler Sport! Gigantisch. Die Gegend, durch die man kommt, meist auf 1 Meter hohem Schnee unterwegs, sicher getragen durch die in edlem Pelz gekleideten Schi. Verschneite Wälder wie auf Weihnachtskarten, Ausblicke wie im Panorama-TV. Einzigartig. Tourenschi sind DIE Pflichtausrüstung für nächsten Winter. Auf jeden Fall! Nur oben am Gipfel, wo ein Schild die Staatsgrenze zu Italien ankündigt, war es eher ungemütlich. Bei eisigem Sturm und minus 20 Grad hofft man nur, dass einem die Nase nicht abfällt. Mich hat es beim Abschnallen gleich mal umgeweht, aus dem geplanten Umziehen wurde nichts und wir gingen komplett eingefroren die steile Abfahrt an.
Erst bei einem heißen Kakao in der Hütte tauten wir wieder auf und stellten fest, dass sich alleine für die Photos der harte Aufstieg schon ausgezahlt hat! Zu Hause wartete eine Riesen-Pfanne selbstgemachte Käsespätzle auf uns, der Hunger ist doch das Beste am Sport! Am nächsten Tag wurde noch das Innsbrucker Hallenbad von uns getestet, im schwimmen hatte ich ja auch noch etwas vor, mehr dazu aber in einem späteren Eintrag.
Die letzten Nachwehen der Saison 2008 klingen auch langsam ab. Eben trudelt der Brief der Staatsanwaltschaft herein, das Strafverfahren bezüglich meines Radunfalls eine Woche vor der Staffel-Langdistanz in Podersdorf wurde nun eingestellt. Gleichzeitig kommt ein Erlagschein vom Landeskrankenhaus Bregenz über meinen dreitägigen All-Inclusive-Aufenthalt, bei dem ich gelernt hatte, dass man nach einer harten Saison vielleicht doch besser etwas Abtrainieren sollte. =O)
Würde mich auch freuen, ein paar Trainings-Updates der anderen Drakes zu lesen!

LG Euer
Snick

Ski to the top of Sonnblick



Dieses Jahr stand Sie auch wieder an. Die schon zur Tradition gewordene Skitour mit dem seit einiger Zeit in Salzburg residierenden Dynafit-Fuzzi (alias Florian).
Am Freitag nach der Arbeit schnell rein ins Auto und ab nach Salzburg. Dort kurz Equipment ins Auto von Florian geladen und ins Rauris-Tal gefahren. Die letzte gemeinsame Skitour war schon ein Zeiterl her, daher war die Vorfreude groß und die Fahrt verlief wie im Flug mit wichtigen :=) Diskussionen. Am Ende des Tales angekommen, wars schon finster. Daher nix wie rauf mit der Stirnlampe und dem gesamten Skitourenequipment und die 7 Kilometer auf der tief verschneiten schmalen, gesperrten Mautstrasse zum Naturfreundehaus Kolm Sagurn gegangen.



Am nächsten Tag zeitig in der Früh aufgestanden und zum Rauriser Sonnblick (3100 Meter) aufgebrochen. Die Bedingungen waren sehr gut: viel Schnee (teilweise Pulver), kalt und im Tagesverlauf dann blauer Himmel und Sonnenschein. Florian hatte diese Saison schon unzählige Skitouren in den Beinen und dieser Sport war sowieso sein Ding. Daher war das Aufstiegstempo nicht so langsam….. ufff….Nach 4 Stunden Aufstiegszeit und 1600 überwundenen Höhenmetern standen wir um 12h:30 am Gipfel des Sonnblick. Der Ausblick war genial. Nach einem Snack und dem Genuss des Panoramas starteten wir die Abfahrt. Wir wurden mit guten Abfahrtsverhältnissen und teilweise unverspurten, spektaluären Hängen belohnt. Ein Traum.



Am nächsten Morgen stellte sich das Wetter nicht mehr so gut dar: Bewölkung und Föhn. Trotzdem starteten wir den Aufstieg auf den Hocharn (3200 Meter). Das erste Drittel des Aufstiegs gestaltete sich mühsam. Wir mussten spuren, was nicht gerade kräftesparend war. Die Bewölkung wurde immer dichter und der Wind immer stärker. Außer uns trafen wir während der gesamten Tour nur vier andere Tourengeher – alle Locals und harte Hunde (Chef der örtlichen Bergrettung und so…). Leider mussten wir auf 2800 Meter umkehren, da das Wetter ein Weitergehen sehr riskant machte.
Alles in allem war es ein cooles Skitourenwochenende im Hochwinter inklusive Besteigung eines 3000ers. Das muss unbedingt wiederholt werden...

Berg Heil
IronChris

Schneeberg and Stuhleck in a day


Nach unzähligen Weihnachtskeks und Weihnachtsessen war es nun wieder so weit, sich an der frischen Luft ein wenig Bewegung zu holen. Der 6. Jänner war eine optimale Gelegenheit dafür.

Die Schneelage war ausreichend genug, das Wetter mittelmässig prognostiziert und die Motivation hoch. Ein guter Mix für eine Skitour auf den Schneeberg und anschließend auf das Stuhleck. Nachdem ich mich um 6:00h aus dem Bett gewälzt hatte, schlug ich um 8:00h in Losenheim bei Puchberg am Schneeberg auf.

Bei herzerfrischenden -5 Grad startete ich den Skitourtag. Die Bedingungen waren gut: griffiger Schnee, wenig Wind und bewölkter Himmel. Nachdem ich die Edelweißhütte und das nachfolgende eher flachere Stück hinter mir gelassen hatte, kam ich zum Wurzengraben. Den Aufstieg durch den Wurzengraben hatte ich schon einige Male absolviert, deshalb wählte ich den Nachbargraben, der steiler und eisiger war …. uff. Nach einigen aufgestiegenen Höhenmetern mussten die Steigeisen herhalten – ohne Sie gabs kein Weiterkommen mehr. Die Hände waren eiskalt und der Hang vor mir wurde steiler und steiler. Nach ca. 3,5h erreichte ich den Gipfel. Das Panorama war umwerfend. Ich stand über den Wolken. Über mir blauer Himmel. Einzig, die -13 Grad und der starke Wind machten es ein wenig kühl…..Nach einer kurzen Proviantpause im Winterraum der Fischerhütte fuhr ich entlang der Aufstiegsspur wieder ab.

Beim Auto angelangt, fuhr ich zur Talstation des Stuhleck und startete den zweiten Aufstieg des Tages. Diesmal ging es entlang der Piste auf den Gipfel. Oben angekommen, wars schon etwas dunkel. Aber eines war gleich wie am Schneeberg: der eisige Wind und die minus 13 Grad.Mit der Stirnlampe fuhr ich im Finsteren ab ins Tal. Ein genialer Tag ging zu Ende.

Berg Heil
IronChris

Long Jog war gestern


Es ist ja bekanntlich die Zeit der Grundlageneinheiten. Der eine oder andere Long Jog jenseits der zwei Stunden ist auch bereits absolviert. Da erinnerte ich mich an einen verrückten Vorschlag von Pete letztes Jahr, der dazu geführt hatte, dass vier Drakes an einem Tag mit dem Rad von Passau nach Wien fuhren - und das im März! Da heuer für mich eher ein Lauf-Jahr wird, kam ich auf die glorreiche Idee, von Wien nach Hainburg zu laufen - quasi vom Haustor zum Stadttor. Dieser 50km Lauf geisterte schon seit Jahren im kranken Athletengehirn herum. Allein, ohne große Pause, Verpflegung mitnehmen und mit dem Zug retour. Geht das? Geht das auch bei Kälte? Ohne dabei krank zu werden? Finden wir es heraus!!!

So machte ich mich vorgestern bei Sonnenschein, fast Windstille, aber ein paar Minusgraden um 10:10 Uhr auf den Weg. Mit einem wassergefüllten Trinkrucksack, zwei Bananen, einem Riegel und zwei Gels lief ich von der Wohnung im 20. Bezirk über den Augarten und den Praterstern die Hauptallee entlang. Das Passieren der Praterbrücke stellte die erste Donauüberquerung dar, die zweite sollte erst Stunden später erfolgen. "Oje, was tue ich mir da an?!" Ein Stück Donauinsel, die Steinspornbrücke und den Ölhafen Lobau hinter mir war ich um halb zwölf am Marchfelddamm, der die nächsten dreieinhalb Stunden alles von einem abverlangen sollte.

Aus Platzgründen im Rucksack hatte ich keine Kamera mit, deswegen hält ein Bild aus dem Internet her. Man muss sich die Szene ohne Blätter, dafür alles leicht mit Schnee bedeckt vorstellen. Es erfolgt die erste Esspause, die im Gehen absolviert wird. Der Trinkrucksack stellt sich äußerst praktisch heraus, da dieser angenehm getragen wird und man auch im Laufen trinken kann - mal davon abgesehen, dass das Wasser fast gefroren war. Nach einer Laufzeit von zwei Stunden ein Schild "Hainburg 30km". Na hurra!!! Die dritte Laufstunde verging recht rasch, aber in der vierten wurden die Beine langsam schwer und vor allem mental war es hart. Die meiste Zeit ist der Weg kerzengerade soweit man schauen kann, ohne Abwechslung, links und rechts Bäume, keine Häuser, keine Einkehrmöglichkeit und kaum Menschen. Zum Vergleich bietet ein Ironman ständig Ablenkung. Zweitausend Mitstreiter, die alle demselben Ziel entgegensteuern und Massen jubelnder Zuseher. In der Lobau war natürlich nichts. Dementsprechend langsam verging die Zeit. "Was mache ich hier? Wozu das Ganze? Ich könnte genauso die nächste Ortschaft suchen und mit dem Bus heimfahren, eh wurscht. Wen interessiert es?" waren einige der sich einstellenden Fragen.

Aus irgendeinem Grund lief ich dennoch immer weiter, bis sich in der fünften Stunde nun auch Muskelschmerzen einstellten. Das rechte Knie meldete sich schließlich auch. Schließlich erblickte ich die lang ersehnte Donaubrücke von Hainburg, dessen Überquerung eine echte Freude darstellte. Die Sonne stand schon tiefer und tauchte die leicht verschneite Donaulandschaft in ein orangenes Licht. Noch ein Stück die Bundesstraße entlang, dann lief ich durch das Wiener Tor in Hainburg und hielt die Stoppuhr an. 5 Stunden 3 Minuten für 49 km (Gemessen mit www.map24.de) - geht für einen "Trainingslauf" mit zwei Geh- und Esspausen, oder?

Ein Früchtetee im Cafehaus überbrückte die Zeit zur Zugfahrt. Bis zum Praterstern brauchte die Schnellbahn über eine Stunde. Das alles bin ich gerade gerannt? Unfassbar! "So einen Wahnsinn - das mache ich sicher nicht wieder!!!" - "Na ja, sagen wir nicht so bald"

Zwei Tage später tut mir zwar nichts mehr weh, aber Stiegensteigen ist noch immer sehr anstrengend. Mal sehen, ob morgen wieder ein kleiner ReKom-Lauf drin ist. Eh kurz, eh nicht schnell, Höhenmeter auch nicht. Man will sich doch nicht schinden, oder? ;-)

Ein erfolgreiches Jahr wünscht
Andi "Kilometer"-Bolzer

Transalp 2008


wolfgang könnte das jetzt besser als ich, dennoch versuche ich kurz, die nackten zahlen unserer tour wiederzugeben: 475 km über stock und stein, über 10.000 (teilweise kletter-) höhenmeter und eine netto-fahr-(und schiebe-) zeit von 32 stunden an 4 und zwei halben fahrtagen.

was die zahlen nicht ausdrücken können, ist das gefühl, nach einem langen und brutalen aufstieg den gipfel zu erreichen. wenn man sich zwei tage lang ständig bergauf kämpft, in immer kleinere seitentäler abbiegt, irgendwann das ende der 20% steilen straße erreicht, dann das ende des fahrbaren weges und noch später das ende des weges überhaupt. wenn man mit dem bike am rücken die letzten felsen raufklettert und sich plötzlich das gesamte panorama auf der anderen seite vor einem ausbreitet. dann werden selbst erfahrene biker schwach. je schwieriger der aufstieg, umso großartiger ist dieses gefühl!

mit dem berüchtigten eisjöchl haben wir uns heuer bewusst den höchsten (halbwegs) fahrbaren alpenübergang auf die tour gesetzt. von bozen aus ging es am ersten tag über meran und naturns hinein ins schöne schnalstal, dann ins pfossental, hinauf zum eishof, wo wir unsere erste nacht auf 2.076 metern verbrachten. am nächsten morgen schon um 0550 auf (wie jeden tag), ausgiebiges hüttenfrühstück, um für den härtesten tag kräfte zu schöpfen. oben am eisjöchl fährt keiner mehr, da ist schieben schon eine leistung...


die spitzen steinplatten bescherten uns bei der harten abfahrt gleich zwei platten, was unsere kleine pumpe leicht überforderte. die südtiroler speckknödelsuppe und das speckomlette auf der lazins-alm schmeckten dafür umso besser. high speed abfahrt nach moos und sofort wieder rauf richtung schneeberg. wie jeden nachmittag konnte man von irgendwo her das donnergrollen durch die täler hören und nur hoffen, dass es nicht zu schlimm wird. regenjacke und rucksack-überzug haben wir aber jeden tag gebraucht.

der letzte abschnitt auf die schneebergscharte mit ihren 2.700 m (wolfgang zeigt sie euch) wäre schon ohne rad verdammt hart. wir mussten zusätzlich noch die bikes über felsstufen raufheben, was ein schönes oberkörper-krafttraining ergibt. bis runter zum poschhaus auf 2.113 metern war mit fahren auch nicht viel und so schafften wir es gerade noch bis zur hütte, ehe der abendregen einsetzte. die bikes verbrachten die nacht im kuhstall und wir ohne dusche auch nicht mit viel mehr komfort... =O) wenigstens konnte das gewand über dem extra für uns eingeheizten kachelofen trocknen.

am nächsten morgen high speed abfahrt ins tal nach sterzing und bei einer bäckerei auf der fußgängerzone einen berg croissants vernichtet. bei 6 bis 7 stunden netto-fahrzeit jeden tag schmeckt alles dreimal so gut und die kulinarischen genüsse auf so einer transalp alleine sind die tour schon wert! das extrembeispiel hierfür sollte auf den fuß folgen, als aus den 1.000 hm hinter brixen gleich 1.200 wurden und wir mit wasser, energien, verpflegung und kräften komplett am ende waren und echt am zahnfleisch dahinkrochen, während die serpentinen kein ende nehmen wollten. auf der harten abfahrt zitterten mir komplett unterzuckert die knie. doch das glücksgefühl, als wir zum ersten mal die zackige felsenkulisse der dolomiten über der malerischen almlandschaft rund um vilnöss erblickten, ist einfach unbeschreiblich.

das nächste gasthaus wurde förmlich von uns überfallen und noch bevor der salat den tisch erreichte, hatten wir das gesamte brotkörberl mit der halben öl-flasche und dem salzstreuer vernichtet. was dann folgte war eine völlerei, wie sie im buche steht. zum krönenden abschluss kreierten wir uns noch aus allen zur verfügung stehenden nachspeisen das super-transalp-dessert, das alleine schon otto wanz zum aufgeben gezwungen hätte. kein wunder, dass uns am letzten anstieg des tages allen schlecht war. zum glück zwang uns der regen bald zum einchecken auf der geisler-alm, die so kitschig wunderschön ist, dass man sich in einem heimatfilm wähnt.

nach 2 tagen staub und schweiß war die heiße dusche ein genuss mit allen sinnen, so was muss man erlebt haben. ein paar speckknödel später ging es ab in den schlafraum, wo christian mit seinem schnarchen die deutschen kinder noch lange wach halten sollte. um 0550 weckten wir sie dann noch mal, als wir unsere sieben sachen zusammenpackten (mehr hatten wir wahrscheinlich echt nicht mit) und ohne frühstück den berüchtigen adolf-munkel-trail rüber zur brogles-alm in angriff nahmen. auf der panoramastraße glaubt man echt, man träumt noch, oder man ist über nacht gestorben und fährt hier im himmel herum. anders kann es dort nämlich auch nicht ausschauen. schafe weiden friedlich neben ziegen, junge pferde jagen einander über die grünen hügel und die kühe mit ihren glocken runden die alm-idylle ab. christian trieb eine ganze schafherde vor sich her, wolfgang erzählte einem jungen pferd, wieviele höhenmeter wir am anreisetag noch geschafft hatten und ich hielt wie immer alles einhändig fahrend fotografisch fest.

die abfahrt nach st ulrich war ein traum, ebenso die krapfen und toasts in der fußgängerzone. bei 8 C am berg und 36 C im tal sind sämtliche gewandteile stets im einsatz und trocknen während der fahrt wieder außen am rucksack. der aufstieg zur romantischen seiser-alm ließ uns wieder die augen übergehen und wir schworen uns, nächstes jahr den großteil der tour durch die dolomiten zu legen. über den passo duron ging es wieder hinab ins ladinische tal nach moena, wo wir verzweifelt ersatz für unsere abgebremsten bremspackeln suchten. noch einmal ging es hinauf auf den karerpass, wo schon wieder donner zu hören war und wir hofften, dass uns der regen nicht erwischen würde.

der regen war dann echt nicht so schlimm, nur die ping-pong-ball-großen hagelkörner hätten uns fast erschlagen... geduckt unter unseren rucksäcken wurden wir bombardiert, dass es echt zum fürchten war. die schweren körner im km-langen freien fall schlugen auf unseren helmen, rädern und schuhen auf wie artillerie-feuer. wolfgang wähnte nach diesem brutalen angriff schon sein carbon-rad demoliert, in meinem rucksack blinkten alle beleuchtungen und christian hatte gott sei dank das gps in sicherheit gebracht, so konnten wir schnell in obereggen beim förster einchecken, der mir mit dem gewehr in der hand die tür öffnete. hier waren wir sicher!


selbstverständlich wurden von uns jeden abend die räder akribisch gereinigt und die ketten geölt. erst das gerät, dann der mann. wie beim bundesheer. =O) am nächsten morgen erzählte uns die försterin zum frühstück unter hirschgeweihen von den europacup-schi-erfolgen der tochter, während sie sich wunderte, wie wir in paar minuten 4 liter fruchtsaft vernichten konnten. wenn die hirsche nicht schon ausgestopft gewesen wären, hätten wir uns die auch noch in ein semmerl reingeschnitten. auf der morgen-abfahrt kratzte wolfgang mit dem schiebenden rekord-gewicht seines nepal-rucksacks an der 80 kmh marke. respekt!

wenig später sollten sich dann unsere wege trennen. in leifers verabschiedete sich der mann der zahlen noch mit einem kompakten zwischenbericht über die zurückgelegte distanz und dem mittlerweile obligatorischen quervergleich mit transalps vergangener jahre richtung bozen. christian und ich beamten uns im mannschaftszeitfahren durch das flache etschtal hinunter. da gings echt gut dahin. bei 30-40 kmh auf der geraden rollten die abgefahrenen stollenreifen nicht schlecht. die legende berichtet, dass wir sogar den zug überholt haben. fakt ist, dass wir bei unserem tempo an unserem mittags-ziel in rovereto vorbeisausten und wohl an der adria rausgekommen wären, hätte sich das gps nicht gemeldet. beim ironman-lanzarote-wirten schlugen wir uns die bäuche voll, bevor wir die letzte etappe nach torbole angingen.

nach einer serpentine öffnete sich dort der ausblick und dann war er da - der gardasee. majestätisch glitzernd und ruhig eingebettet in 2.000 meter hohe berge. hunderte surfer nutzten den sonnigen tag und das flache wasser. wir flogen die letzten meter hinunter und belohnten uns erst mal mit riesigen gelati! eingecheckt bei casa daniela gings an den strand, wo wir uns komplett erledigt unter die coolen surfer mischten. mit einem bier ging es in das kühle nass des sees. das hatten wir uns verdient! am nächsten morgen fuhren wir schon wieder zurück nach rovereto, mit dem zug nach bozen, fast ohne umweg zum auto und weiter nach salzburg auf ein weißbier mit kollegen florian und co. um 0100 erreichten wir mit letzten kräften simmering und freuen uns schon auf die peitler-wiesen und die fanes-alm im nächsten jahr!!!

euer transalp-team 2008: wolfgang "der mann der zahlen" quirchmayer, christian "gipfelstürmer" neiger und lucky "beaming down the etsch-tal" snick