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Rammstein, ein ehemaliges Kloster und 226 Kilometer


...und natürlich auch die genialen TUC-Kekse!


Am Donnerstag, drei Tage vor dem Ironman Regensburg, packte ich abends meine sieben Sachen und wollte mir schnell eine Playlist für meinen iPod Shuffle zusammenstellen. Da ich weder Muse noch Zeit für eine ausgfeilten Mix hatte, zimmerte ich mir schnell ein Rammstein Best-Of zusammen. Dieses sollte mich das ganze Wochenende über begleiten. Tags darauf ging das Abenteuer los.


„Mercedes Benz, und Autobahn
Alleine in das Ausland fahren
Reise, Reise, Fahrvergnügen
Ich will nur Spaß, mich nicht verlieben.“ (Pussy)


Den Benz tauschte ich gegen einen ICE ein, der Spaß sollte in 48 Stunden dem Ernst weichen und verliebt bin ich bereits seit 12,5 Jahren! Ich war in weniger als vier Stunden in Regensburg und spazierte zum Hotel Karmeliten, das ich letzten Herbst für nur 49 Euro die Nacht buchte. Das günstige Zimmer ging mit einem geplanten Komfortverlust einher. Es diente in dem ehemaligen Kloster einem Mönch als Unterkunft. Originalgetreu fehlten Fernseher, Telefon, Dusche und auch WC. Eine Waschmuschel gab es aber. Zum Glück hatte ich zur Unterhaltung meinen iPod mit. Auf dem Weg zur Wettkampf-Registrierung war ich Feuer und Flamme für diese wundervolle Stadt:

„Rammstein - Ein Mensch brennt
Rammstein - Fleischgeruch liegt in der Luft“ (Rammstein)



Letzteres stellte sich als die „Wurstkuchl“ heraus. In der historischen Bratwurststube ließ ich mich gleich zu Bratwürstel auf Sauerkraut und Weißbier nieder. Noch war es nicht zu Spät für solche Experimente in der Wettkampf-Vorbereitung. Nach der üblichen Prozedur von Registrierung, Rennbesprechung und Pastaparty - alles hervorragend organisiert - ging es zurück ins Hotel.

Tags darauf brachte ich mein Rad und die zwei Wechselsäcke zum 10 km entfernten Guggenberger-See („Guggi“), einem ehemaligen Baggersee. Auch dort alles toll organisiert. Ein Shuttlebus brachte die Athleten wieder zurück in die Stadt. Wie ich Mike versprochen hatte, schaute ich in den Regensburger Dom. Dort zündete ich zwei Kerzen an - für die Toten und die Lebenden. Eine dritte sollte für die Athleten sein. Da ich jedoch zuwenig Geld dabei hatte, zählte ich die Athleten zu den Lebenden. Gilt das?

Am Wettkampftag wartete ich nach vier Uhr Tagwache, Frühstück und Spaziergang zum Zielgelände im Regen auf den Shuttelbus zum Start. Dort angelangt kostete mich ein dringendes Bedürfnis mit dem zugehörigen Warten vor dem Dixi-Klo weitere Minuten. Hastig das Rad aufgepumpt, in den Neo gequetscht und kurz eingeschwommen ging es um sieben Uhr richtig los. Mittendrin statt nur dabei lautete heuer meine Devise.

„Auf den Wellen wird gefochten
Wo Fisch und Fleisch zur See geflochten
...
Ahoi
Reise, Reise
Seemann, reise!
Und die Wellen weinen leise
...
Jeder tuts auf seine Weise“ (Reise, Reise)


So schwamm ich im größten Getümmel, bekam den einen oder anderen Hieb ab, war dafür fast immer im Sog der Meute. Der kleine See mit recht trüben Wasser zwang zu einer Streckenführung mit sechs Richtungswechseln, was die Orientierung nicht gerade erleichterte. Dennoch war ich nach 1h09min aus dem Wasser, eine neue persönliche Bestzeit. Nach einem raschen Wechsel direkt beim Rad ohne Sackerlsuchen, diese Option gab es hier, ging es zur zweiten Disziplin.


Da mein übergeordnetes Ziel nach dem letztjährigen Fiasko das Durchlaufen war, musste ich mich in Anbetracht zu geringer Trainingsumfänge am Rad bewusst zurückhalten. Mein Motto war daher ständig:

„Wer wartet mit Besonnenheit
der wird belohnt zur rechten Zeit“ (Rammlied)



Zwei Runden zu je 84 km mit Vorbeifahrt an Walhalla, zwei Donauquerungen und anschließendem Schlussstück nach Regensburg standen auf dem Programm. Die 700 hm pro Runde waren recht konzentriert zu Beginn und hielten rasante Abfahrten bereit. Bei einer fuhr mein "Roter Blitz" einen neuen Temporekord mit bestimmt 80 Sachen.

„Führe mich, halte mich
Ich fühle dich, ich verlass Dich nicht“ (Führe mich)


Tacho hatte ich keinen dabei. Überhaupt war mein Rad sehr puristisch ausgestattet: Flaschenhalter (kein Aero), Pannenspray für Schlauchreifen und Oberrohrtasche mit TUC-Keksen. Jawohl Kekse! Die waren Teil meiner im ICE zusammengebastelten genialen, aber ungetesteten Verpflegungsstrategie. Bei den acht Rad-Verpflegstationen je einen halben Riegel mit Iso, dazwischen Kekse. Ich brauchte einfach auch Salziges, damit ich den ganzen süßen Kram runterbekam. So kam ich nach 6h04min Fahrt im Dauerregen mit schwachen Wind in die zweite Wechselzone.

Nach einem recht schnellen Wechsel - ein paar Profis waren langsamer! - ging es auf die vier Laufrunden. Die vielen Zuschauer in der wunderschönen Altstadt von Regensburg sorgten für eine tolle Stimmung.

„Ich will eure Blicke spüren
Ich will jeden Herzschlag kontrollieren
...
Ich will eure Stimmen hören
Ich will die Ruhe stören
...
Ich will eure Hände sehen
Ich will in Beifall untergehen“ (Ich will)


Eine große Schleife in einem Park bot dazu eine Abwechslung, wie auch die Bodenbeschaffenheit: Asphalt, Kopfsteinpflaster, Wiese, Schotter, mal rauf, mal runter, es war alles dabei. Pro Runde ging es zweimal über die Donau. Ernährungstechnisch nahm ich pro Runde 3 Gels zu mir.

„Ich habe keine Lust etwas zu kauen
Denn ich hab keine Lust es zu verdauen“ (Keine Lust)


Um mir dann doch nicht komplett den Magen zu verkleben, wechselte ich die Gels mit den angebotenen Salzkeksen ab. Dazu gab es Wasser, das ich immer im Laufen trank. Auf der letzten Runde aß ich nichts mehr und trank nur noch Cola. Zusammen mit der bewährten Taktik der anfänglichen Zurückhaltung konnte ich am zweiten Halbmarathon noch ein wenig zulegen. Dem Magen ging es, Keksen sei dank, sehr gut. Der Puls konnte noch oben gehalten werden, jedoch wurden die Beine mit der Zeit schwer.

„Geadelt ist wer Schmerzen kennt
Vom Feuer das in Lust verbrennt
...
Mein heißer Schrei
Feuer frei!“ (Feuer frei)



Mit einer Marathonzeit von 4h12min kam ich nach insgesamt 11h32min47s kaputt, aber überglücklich ins Ziel. Meinen Wunsch einer Sub12 Zeit konnte ich mir somit erfüllen. Gut, ich hatte schon weit bessere Zeiten, aber diesmal schaffte ich es, den vorhandenen Trainingszustand ohne nachträgliche „hätte ich doch“-Gedanken in eine akzeptable Zeit zu verwandeln. Dabei hatte ich immer Spaß an der Sache, auch Dank der perfekten Organisation und des tollen Publikums.

Da ich voll Endorphinen war, brauchte ich drei Weißbier um wenigstens ein paar Stunden schlafen zu können. So ein Ironman-Tag ist ganz schön irre.

„Der Wahnsinn
Ist nur eine schmale Brücke
Die Ufer sind Vernunft und Trieb“ (Du riechst so gut)


Wenn der Wettkampf die Brücke darstellt, sind dann Vernunft und Trieb der Start bzw. das Ziel? Oder umgekehrt? Wenn man von der Brücke fällt, wo ist man dann? Im Reich des Did-not-finish? So viele Fragen!

Bevor ich mir aber noch mehr Gedanken darüber mache und endgültig verrückt werde, lege ich mir eine neue Playlist an. Vielleicht Coldplay? - Brrrrr, niemals! Dann lieber Klapsmühle.


Radtraining Mallorca II


Nachdem ich ja bereits letztes Jahr auf Mallorca ein tolles Radtraining erleben durfte, stand auch für dieses Jahr wieder eine Woche Mallorca am Programm. Diesmal allerdings war´s privat organisiert, also nicht mit einem der grossen Veranstalter vor Ort. Hier nun die Erfahrungen.

Die Anreise war problemlos rasch und günstig noch im Jänner bei AirBerlin gebucht. Für mich war´s ein Direktflug von Basel. Zukünftig ist die Anreise mit einem Mietauto als Option zu berücksichtigen, gerade bei den frühen bzw. späten Flügen! Falls das eigene Rad mit soll, gibt’s mit der Zusatzcard von AirBerlin noch günstige Konditionen.

Auch dieses Jahr habe ich mich entschieden mein Rennrad zuhause zu lassen und Vor-Ort zu mieten. Tatsächlich bekam ich dann von http://sportbequi.com ein hübsches Ridley Rennrad in Alu für Eur 110 bei einer Mietdauer von 10 Tagen. Als Alternative wäre auch noch http://www.ciclosquintana.com zu nennen (mit schönen Merida Bikes).

Dieses Jahr war der Standort in S’Arenal – also direkt am Ballermann 4. Als Unterkunft bezogen wir Appartements im Hotel Tres Torres. Einfach, sauber und gut gelegen ohne Frühstück bzw. Abendessen. Für’s Frühstück gingen wird dann immer in ein nahegelegenes Hotel und zahlten dort Cash.

So nun zum “Kern der Sache” dem Radfahren. Von der Playa de Palma aus lassen sich sowohl schöne flache als auch Touren in die Berge machen. Hier die einzelnen Touren die wir gemacht haben:

km Höhenmeter Beschreibung
55
Einfahren Richtung Llucmajor in die Hecke
145 984 MA6014 / SesSalines / Santanyi / Cala Figuera / CasConcos / Felanitx / Kloster (510hm) / Porerres / Algaida / Llucmajor
115 1090 Santa Maria del Cami / Bunyola / Orient / Alaro
145 1900 Sant Jordi / Santa Maria / Esporles / Ma-10 / Deia / Soller / Bunyola / Orient / Alaro
135 2617 Bus nach Inca / Selva / Caimari / Escorca / sa Calobra / Puig Major / Soller / Bunyola / Santa Maria del Cami
80 361 MA-6014 / Punta de Ca'n Barbut
106 1142 Santa Maria del Cami / Palmanyola / Esporles / Puigpunyent / es Capdella / Calvia / Ma-1016 / MA-1043
118 980 MA-6020 / Llucmajor / Puig de Randa / Monturi / Porreres / Vilafranca de Bonany / Sant Joan / Algaida / Llucmajor
110 980 Palma / Palmanova / Calvia / es Capdella / Andratx / Sant Elm / Port d' Andratx / Peguera / Rotes Velles / Ma-1014 / Coll des Cocons / Palmanova


Hier noch ein paar Eindrücke:


Schöne Abfahrt in der Nähe von Galilea


Einer der Highlights Sa Calobra - unendlich viele Serpentinen 800hm runter zum Meer und wieder zurück!


Stausee beim Puig Major


Rennräder machen Pause!


Und zum Abschluss gibt's ein Bier

Zusammenfassend kann ich also Mallorca jedem für ein Radtraining empfehlen. Ich werde nächstes Jahr wieder dort sein.

PS: Schwimmtraining wäre wohl auch gut möglich gewesen. Zwei Kollegen hatten ihren Neopren mit und haben entsprechend regelmässig ihr Training absolviert.

Radtraining Mallorca




Mitte März macht sich das Radfahren auf Mallorca gar nicht so schlecht im Trainingsplan. Ausgesucht haben wir uns den Club - PlayaDeMuro. Das ganze Hotel ist von Jänner bis im Mai den Radfahrern gewidmet. (Im Sommer kommen dann die "dicken Pauschaltouristen". Exklusiv Recht haben dort die Jungs und Mädels von Huerzeler. So ist dann auch alles mit schweizer Gründlichkeit top organisiert. Nachdem wir nur eine Woche gebucht haben, war die Entscheidung für ein Mietrad aus finanzieller Sicht naheliegend. Glücklicherweise haben wir schon entsprechend reserviert und jeweils eines der wenigen mit einer SRAM Compact bekommen.



Von unserem Standort Alcudia aus konnten wir sowohl schöne flachere Touren in den Süden und Osten unternehmen, als auch etwas knackigere Touren in den Westen der Insel. Höhepunkt eines jeden Mallorcaaufenthaltes ist auf jeden Fall die Küstenklassik die wir bei tollsten Wetter "geniessen" konnten. So konnten wir dann in Summe zum Saisonstart schon 600km auf dem Rad absolvieren.



Verpflegung und Unterkunft waren Tip Top. Und das Hallenbad hatten wir fast alleine bei unseren Schimmeinheiten.

Challenge Roth 2008


Man kann die vergangene Woche wieder unter eine meiner vielen verrückten Wochen einordnen, in denen alles drunter und drüber gegangen ist, aber letztendlich doch alles noch haarscharf geklappt hat. Von Di bis Fr stand eine Dienstreise nach Singapur am Programm. Alles schön und gut - aber bitte nicht vor dem wichtigsten Wettkampf im Jahr. Laut Triathlonlehrbuch sollte ja eine gezielte Vorbereitung viel Schlaf und Tapering beinhalten! Tapering gehört übrigens zu meiner Lieblingsdisziplin, da die ausgiebige und schnelle Nahrungsaufnahme (spezialisiert auf Hamburger, und da am besten die vom Burger King) sicherlich zum meinen Stärken zählt :-). Von mir aus könnten auf der Langdistanz auch Schnitzels ausgeteilt werden! Das würde den Wettkampf auch kulinarisch aufwerten. Nach ein paar Stunden kann man ja sowieso keine Carbo-Gels mehr sehen und es würde den Magen füllen! Zurück zu meinem Singapur-Termin, von dem es ja sowieso kein Entrinnen gab. Nur 2-3 Stunden Schlaf pro Nacht aufgrund der Zeitverschiebung und eine Ernährung aus McDonald und Starbucks. Die futuristische Stadt Singapur bringt einen wirklich zum Staunen, aber der Rückflug von 14 Stunden ist so ziemlich die schlimmste Folter, die man sich als Triathlet vorstellen kann.

In Roth angekommen, stellte sich langsam das Triathlonfieber ein. Überall Triathleten mit Starterband und Größen wie Macca, Van Vlerken, Biscay und viele mehr. Der Rad-Check-In sollte ja eigentlich ziemlich schnell über die Bühne gehen, doch ein Patschen am Vorderrad kostete mir die Nerven. Kurz vor der Krise war ich dann, als sich auch noch das Vorderrad nicht mehr von der Gabel lösen ließ. Grund: Der Schlitz am Ende der Gabel, in der die Nabe des Vorderrades versenkt wird, war zugebogen, sodass die Nabe nicht mehr aus dem Schlitz herausrutschen konnte. Vielleicht ein bißchen kompliziert (ich weiß ehrlich gesagt selber nich, ob ich die richtigen Begriffe verwendet habe!). Die Reparatur funktionierte nur mehr mit Hilfe eines Hammers! (siehe Bild) :-) Mit dieser Aktion habe ich dann natürlich die volle Aufmerksamkeit der anderen Triathleten auf mich gezogen! Gut, wie oft sieht man schon, dass ein Rad mit dem Hammer repariert wird. :-) Die meisten Leute nicht einmal im Leben! Nach dieser Aktion noch kurz einen Campingpatz aufgesucht und im gemieteten Laster übernachtet.

Nächster Tag: Wettkampf. Wie hätte es anders sein können, Durchfall um 5 Uhr in der Früh und in 2 Stunden sollte schon der Startschuss ertönen. Noch schlimmer, es goß in Strömen und der Regen sollte noch bis in den späten Nachmittag hinein andauern. Hektik pur! Sinnlos durch die Transition geirrt, um ein paar Gegner schon in der Transition zu verwirren. Bis dahin konnte ich mir noch immer nicht verstellen, dass ich an diesem Tag echt eine Langdistanz finishen könnte. Aber diese Zweifel überkommen einen ja jedes Jahr und so ließ ich mich einfach auf das Wagnis der Langdistanz ein. Startschuss! Ohne zuviel Prügel zu beziehen, konnte ich die Schwimmstrecke hinter mich bringen. Leichte Enttäuschung, da ich mir eine deutlichere Verbesserung im Schwimmen gegenüber dem Vorjahr erwartet hatte, aber noch kein Grund aufzugeben. Die Schwimmstrecke war natürlich nicht so spektakulär wie in Kärten, da es in Roth einfach keinen Lendkanal gibt. Aber trotzdem ein geiles Erlebnis! Aus dem Wasser in die überfüllte Transition, wo ich traditionsgemäß viel Zeit liegen ließ. Diesmal verweilte ich dort ganze 9 Minuten. Zumindest dort hätten sie warme Schnitzel anbieten können! Auf jeden Fall, besteht hier noch echt Potential zur Verbesserung! :-)

Die nächsten Stunden am Rad entpuppten sich als reine Quälerei. Einmal bergauf zu lange in der Draftingzone geblieben und der Marshall pfiff mich zurück. Beim zweiten Anlauf klappte die Überholaktion aber! Regen ohne Ende, kühle Temperaturen bei ca. 16°C und das bei vollem Fahrtwind. Aber trotz dem schlechten Wetter immer noch Tour-de-France-Stimmung an den Anstiegen des Kalvarienbergs und des Solarerbergs. Kann man sich wirklich so vorstellen wie die Bergankünfte in Luz Ardiden und Alpe du Huez oder am Col du Tourmalet und am Mont Ventoux. Das absolute Highlight: Von der Hillary Biscay überholt, draftete ich für ein paar Meter hinter ihr! Unter all dem Trubel vergaß ich auch einmal zu schalten und bin dann auf dem großen Kettenblatt den Solarerberg gewuchtet. Ein Fehler, der sich dann ziemlich schnell rächte, denn die letzten paar Kilometer traten dann Schmerzen in beiden unterkühlten Knien auf, sodass ich dann Minute um Minute auf den folgenden Kilometern verlor und selbst beim Bergabfahren kaum über 20 kmh kam. Demotiviert wollte ich aufgrund falscher Zeitangaben schon in der 2ten Transition aufgeben (Hochrechnungen ergaben, dass ich maximal so schnell war wie im Vorjahr - doch in Wirklichkeit hatte ich schon eine 3/4 Stunde gut gemacht), ließ mich dann aber zu meinem Glück doch noch überreden, den Wettkampf fortzusetzen. Aber ab dann sollte es nur mehr bergauf (Achtung: mit diesem Wort sollte man im Triathlon wirklich sehr vorsichtig umgehen!) gehen.

Das Laufen ging ich dann ziemlich behutsam an, denn ich wollte so spät wie möglich aufs Gehen wechseln. Diesen Plan konnte ich den ersten Halbmarathon auch erfolgreich einhalten, doch dann fiel ich trotz immer besser werdenden Hochrechnungen in ein Motiviationtief. Die Streckenführung stellte sich zu diesem Zeitpunkt viel schwieriger dar als sie dann letztendlich war. Ein paar Kilometer später traf ich dann den Christian, realisierte ich sofort, dass die Laufstrecke keine Wendestrecke sein konnte und dass ich die Schwierigkeit der Laufstrecke eindeutig überschätzt hatte. Mit neuer Motivation sofort wieder an Fahrt aufgenommen und den Marathon in Windeseile zu Ende gelaufen. Auf den restlichen Kilometern blieben heftigere Schmerzen aus, sodass ich auf den letzten 200 Metern sogar noch einen Zielsprint einlegen konnte. Endzeit: 13:06. Ungefähr 1 Stunde schneller als ich erwartete. Schade vielleicht, dass ich die restlichen 6 Minuten nicht irgendwo einsparen konnte, denn Potential dazu war noch in viel Punkten vorhanden. Dafür bin ich schon wieder voller Visionen für nächstes Jahr und die Anmeldung steht ja auch schon wieder!

Zürich Triathlon


Vor zwei Wochen hatte ich meinen ersten Triathlon in Spiez, der für mich damals super gelaufen ist. Schon damals stand der Plan fest auch in Zürich am Triathlon zu starten. Heute ist es soweit. Ich bin am Start zur Schwimmstrecke am Zürisee.

Zuerst noch ein paar Hintergründe der Züritriathlon ist Teil des Triathlon VW-circuit - sieben Wettkämpfe in der ganzen Schweiz. Dementsprechend gross ist das Starterfeld. In meiner Alterskategorie 200 Plätze. Insgesamt werden sich 519 Männer auf der olympischen Distanz klassifizieren.

Zurück an den Start zur Schwimmstrecke. Das Wasser ist erfreuliche 19 Grad kalt bzw. warm, somit ist der Neopren erlaubt. Im unterschied zum IM ist die Grenze beim Triathlon bei 22 Grad angesetzt. Im Gegensatz zu Spiez starte ich diesmal recht zügig und versuche gleich den optimalen Weg zur ersten Boje zu finden. Noch bevor ich die erste Boje erreiche, schnappe ich schon manchmal recht unregelmässig nach Luft. Der Start ist geglückt - jede Menge Schwimmer hinter mir. Für mich heisst es nun kurz etwas Tempo rausnehmen und in den gleichmaessigen Schwimmrythmus zu kommen. Diesmal bin ich besser konzentriert - und so kommt die erste, zweite und schliesslich die dritte Boje näher. Raus aus dem Wasser und in die Wechselzone.

Thema Wechselzone - laut Ausschreibung müssen die Räder mindestens zwei Stunden vor Start eingecheckt werden. Daher war ich bereits um 7:30 vor Ort und hab das Rad plaziert. Da waren noch einige Plätze frei. Später haben sich dann auch die noch gefüllt. Offensichtlich nehmen die das mit dem Einchecken doch nicht so genau. Übrigens es regnet schon den ganzen Tag, und ist eigentlich ziehmlich kalt. So war mir dann vor dem Start noch so kalt, dass ich sogar einen Kaffee trinken musste. Andere Heissgetränke gabs leider nicht.

Raus aus der Wechselzone und ab aufs Rad. Wie sich später rausstellt ist Trans1 meine schnellste Disziplin, Rang 71 von 155. Später wird meine finale Platzierung etwas "schlechter" ausschauen. Die Radstecke ist gleich um einiges "angenehmer" als jene in Spiez, dort ging es fast die halbe Strecke langgezogen bergauf. Hier in Zürich sind es drei Runden entlang dem Zürisee, unterbrochen vom kurzen Heartbreak-Hill. Nachdem ich die Strecke bereits einige Wochen vorher abgefahren bin, weiss ich was mich erwartet. Trotzdem ist der erste Anstieg dann doch etwas zäher als gedacht. Dafür geht die zweite und dritte Runde um einiges besser.

Mittlerweile hat der Regen etwas nachgelassen, ich bin nur bergab etwas vorsichtig unterwegs. Regelmässig heisst es für mich Powergel und Flüssigkeit nehmen. Und da ist er schon wieder der Moment der Wahrheit: die Führenden (Profis) ziehen an einem mit einem wahnsinnstempo vorbei. Sehr beachtlich wie die in die Pedale treten. Wenigstens gibt es etwas Abwechslung auf der Strecke und so sind die drei Runden mit einem 32er Schnitt (für mich) schnell abgespult.

Jetzt ist auch mein Fanclub eingetroffen, der mir in der Trans2 dann auch noch ordentlich Gas gibt, doch schneller zu wechseln. Wahrscheinlich bin ich doch etwas zuviel abgelenkt, jedenfalls ist meine Wechselzeit auch nicht mehr so viel besser ;-) Und dann bekomme ich auch noch die gelbe Karte - weil ich schon auf dem Weg zum Fahrradständer den Helm öffne.

Nun gehts nur mehr ums Laufen. Zwei Runden, wieder den See entlang Richtung Zentrum, diesmal ohne Steigungen. Die Strecke wird als schnell bezeichnet. Ich komme glücklicherweise rasch in einen gleichmässigen Lauf hinein. Nur darf ich das nächste Mal am Rad nicht zuviel Trinken, zuviel Wasser im Bauch ist etwas hinderlich auf den ersten Metern. Es geht aber bald besser. Und so ist dann auch die erste Runde schnell überstanden. Die zweite Runde geht gefühlsmässig noch etwas schneller. Insgesamt mache ich beim Laufen noch ein paar Plätze gut. So bin ich dann nach 2:42 glücklich im Ziel.

Die Kälteschlacht von Roth


Am dunklen Himmel über dem Main-Donau-Kanal braut sich ein fürchterliches Unwetter zusammen. Der kühle Gegenwind peitscht mir den kalten Regen ins Gesicht. Jetzt nur nicht stehenbleiben, denke ich, sonst ist mir die Lungenentzündung gewiss. Etwa zur selben Zeit sollten weiter südlich an der Zugspitze zwei Athleten gar ihr Leben lassen - im Wettkampf gestorben, an Erschöpfung und Unterkühlung. Vorerst fragte ich mich aber, wie ich bloß in diese Situation kommen konnte.

Rückblende: Nach dem legendären Ironman Kärnten 2007 suchten die Drakes neue Herausforderungen und Ziele. Seit langem schon fiel immer wieder die Rede auf Roth, diese Geburtsstätte des IRONMAN-Mythos in Europa, die größte Langdistanz der Welt, die beste Stimmung bei einem Triathlon und nicht zuletzt: Die schnellste Strecke weltweit mit regelmäßigen Siegerzeiten unter 8 Stunden. Grund genug für Andi B, Chris P, Wolf G und den Snick Man, sich dort sicherheitshalber mal anzumelden.

Die langen Grundlageneinheiten im Winter ersetzte ich heuer durch eine Eishockey-Saison am USI, das Schwimmtraining durch Klettern in der Halle und die faden Rennradeinheiten durch Action am Mountainbike. Letzteres führte leider zu meinem Daumenbruch, der blöderweise so spät passierte, dass ich mich von Roth nicht mehr abmelden konnte. Also blieb mir nur eines: Training mit Gips. Geht alles. =O)

So ging es am Donnerstag mit gemietetem SIXT LKW hinauf ins Frankenland. Auf der Ladefläche mein Cervelo-Baby und das Canyon von Wolf, der zur gleichen Zeit wohl gerade seinen Vortrag über Halbleiter in Singapur hielt. Ich hatte gerade mal 4 Wochen Training und 3 Wochen Tapering hinter mir. Dazu den 5.0 km Swim von Tulln, von dessen Muskelkater ich mich nach 10 Tagen auch langsam erholte... =O)

In Roth campiert fast jeder. Hat auch wirklich Vorteile. Ich hab bestimmt an 10 verschiedenen Standorten geschlafen - von Heuberg über Hilpoltstein und Roth bis Nürnberg. Man ist total flexibel und hat stets seine gesamte Ausrüstung bei all den Terminen dabei: Am Freitag Registrierung und Pasta Party, am Samstag Wolf aus Nürnberg abholen, dann Bike-Checkin und Wettkampfbesprechung. Im Gegensatz zu Kärnten war in Roth schwimmen mit cep-Stutzen heuer leider untersagt.

Bei Regen checkten wir unsere Räder ein. Gute Sache, dass wir mit unserem LKW bis wenige Meter zur Wechselzone ranfahren konnten, um unter der Brücke in Ruhe die Räder fertig zu bekleben. Wolf übte noch schnell das Schlauchwechseln, wofür er dank verbogener Gabelausfallenden einen Hammer braucht. Die Leute haben nicht schlecht geschaut. =O) Mein Cervelo lasse ich bekanntlich ungern aus den Augen, vorallem nicht im Freien und bei strömendem Regen. Nur ein Mal pro Jahr mache ich da eine Ausnahme...

Am Sonntag Morgen hätten wir keinen Wecker gebraucht, da uns der heftige Regen auf dem LKW-Dach schon vor 0400 weckte. Noch ein Honig-Toast, ein paar Riegel und raus in den Gatsch. Die Stimmung in der Wechselzone vor dem Start ist schon legendär, wenn sie den Independence-Day-Soundtrack spielen, die Kirchturmglocken läuten und die Profis sich ins Wasser begeben, als würden sie in den Krieg ziehen. Gänsehaut-Feeling garantiert. Fast verpasste ich meinen eigenen Start um 0705, Andi und Christian hatten noch Zeit bis 0725, Wolf gar bis 0735.

Das Schwimmen im Kanal war aber echt angenehm. Wenig Gerangel, kein Verschimmen, keine Strömung, wenig Bojen. Ich fühlte mich sehr stark im Wasser und die Uhr zeigte noch 1h08, als ich die Brille hochklappte. In der T1 zog ich mich praktisch während des laufens um, das spart eine Menge Zeit.

Am Rad bin ich echt halb erfroren. Das patschnasse Irondrake-Top klebte kalt auf meiner Brust - bei Regen, 10 C und Fahrtwind. Ui fein. Vor lauter Zittern fuhr ich auf den Abfahrten oft Schlangenlinien. Die Zähne klapperten und die Lippen waren wohl schon ganz blau. Das sollte sich auf den 180 km auch nicht mehr ändern. Ich war echt froh, als ich nach Roth einrollte und das Rad abgeben durfte. Mit 5h18 habe ich zwar keinen Rekord aufgestellt, mit meinem Durchschnittspuls von 136 aber schon. So locker war ich sonst nur 2002 gefahren. Damals hatte ich jedoch noch 7h45 gebraucht... =O)

In der T2 hatte ich mir die Salztabletten fürs Laufen auf das Visor geklebt hatte, um sie nicht im Sackerl suchen zu müssen. Auf den ersten km geht es in Roth ziemlich stark bergab, sodass ich sofort Krämpfe in beiden Oberschenkeln hatte. Trotz der lockeren Radfahrt konnte ich einfach kein Tempo beim Laufen aufnehmen. Der Puls ging nie über 143, es ging irgendwie einfach nix weiter.

Mittlerweile sehe ich den Grund für mein Dahinschleppen in der zu kurzen Vorbereitung. Bei der oberen Wende kam mir schon Andi leichten Schrittes entgegen und es dauerte nicht mehr lang, bis er mich endgültig eingeholt hatte. Vorallem die untere Wende mit der endlos langen Steigung zum Teufelsknopf hinauf war der Horror für mich. Mit Laufen war da nichts mehr. Ich plagte mich schon mit dem Gehen... Bergab zurück lief ich dann wieder, aber lustig war das nicht. Hab schon lang nicht mehr so gebissen.

Auf der letzten Gerade die Lände rauf erwischte mich dann noch mal der kalte Regen. Der Bauch rumorte unter dem naß-kalten Leiberl, die Knie streikten und die Fußsohlen brannten. Das war meine letzte Langdistanz, schwor ich mir an dieser Stelle. Sicher. Nie wieder. Irgendwie schaffte ich es ins Ziel und war erstaunt, als die Uhr erst 10h54 zeigte. Wenigstens das. Ich wollte natürlich sofort eine Wärmedecke, musste mir aber vom Sanitäter anhören, dass die Decken schon ziemlich am Ende seien, worauf ich erwiderte, das träfe sich gut, da ich auch schon ziemlich am Ende sei... Er rückte aber keine raus und schickte mich stattdessen unter die Dusche.

Bald fand ich Andi im Finisher-Zelt, der mir stolz seine 10h10-Urkunde präsentierte. Hut ab Andi, das ist eine Weltklasse-Zeit und das hast du dir bei deinem Training echt verdient! Auch Chris P stellte mit 11h49 an diesem Tag einen persönlichen Rekord auf und Wolf verbesserte seine 2007er Zeit gar um über 2 Stunden auf 13h06. Gratulation! Am Abend ging es mit dem Shuttlebus zurück nach Hilpoltstein für eine erholsame Nacht in unserem IVECO Truck.

Diesmal findet ihr einfach alle Photos unter
http://picasaweb.google.com/csmarits22/QuelleChallengeROTH2008

Euer
Snick

Seedurchquerung Zürich


Einem Motto unseres Trainers Pete zufolge, sollte ein Triathlet die Sommermonate nutzen, um in seiner wenigen Freizeit neben Training, Wettkämpfen, Essen, Trinken und Schlafen auch Seen zu durchqueren.

Dieses Motto nahm ich mir zu Herzen und entschied mich kurzfristig während meines jobmässigen Aufenthalts in Zürich an der Zürcher Seedurchquerung teilzunehmen. Die Strecke führte vom Strandbad Mythenquai quer über den See zum Strandbad Tiefenbrunnen. Die Streckenlänge betrug 1450 Meter.

Nachdem ich beim Strandbad Mythenquai angekommen war, traute ich meinen Augen nicht. Da standen sauviele Menschen in einer sehr, sehr langen Schlange. Alle meldeten sich zur Seedurchquerung an. Ingesamt schwammen an diesem Tag über 4400 (!) Schwimmer über den See. Sowas habe ich noch nicht gesehen! Ich startete in der letzten Startwelle um 18:45. Die Bedingungen waren optimal: Sonnenschein, blauer Himmel und über 30 Grad Lufttemperatur.

Schon kurz nach dem Start stellte ich den erwarteten Unterschied zu einem Tria fest. Es waren hunderte von Menschen im Wasser und ich überholte schon bald hunderte von ihnen aus der vorigen Startwelle. Ein gutes Gefühl, das mir nicht bei vielen Triathlons zu teil wurde :=)

Nach 28 Minuten war die Durchquerung für mich geschafft. Danach gabs Risotto bei der Verpflegungsstation. Gemütlich nahm ich die Strassenbahn in meine Zürcher Wohnung und streute am Abend noch einen kurzen Lauf ein.

So ein Event bräuchte auch Österreich! Echt genial.

Aloha
IronChris

„Spiezathlon" - Erfahrungsbericht



Erst vor ein paar Monaten habe ich beschlossen, mit dem Triathlonsport zu beginnen. Hier nun der Erfahrungsbericht meines ersten Triathlons.

Ausgewählt habe ich für meinen ersten Triathlon den „Spiezathlon"
http://www.spiezathlon.ch/. Spiez liegt am wunderschönen Thunersee, an der Grenze zum Berner Oberland. Die Berge der Alpenkette - allen voran Eiger, Mönch und Jungfrau - sind zum Greifen nahe.

Für die olympische Distanz ist der Start am Nachmittag angesetzt, für den Volks- und den Duathlon am Vormittag. Für mich also um 13.50 Uhr - bei schönstem Wetter und hochsommerlichen Temperaturen von knapp 30 Grad. Aber zunächst einmal muss ich mich in der Wechselzone einrichten. Gut, dass ich früh genug da bin - so gibt es noch genügend Platz und wenig Stress. Ich bin auch den Hinweisen von IronChris gefolgt, mache mich rechtzeitig vor Ort parat und kann mich zudem an den anderen Teilnehmern orientieren. Also: locker noch ein paar Meter einlaufen, dann rein in den Neopren und kurz einschwimmen.

Der Start rückt näher, dann ist es so weit. Der Schwimmstart ist glücklicherweise entspannter als ich mir vorgestellt habe. Eine Leine wird quer durch den Yachthafen gespannt, und zum Start einfach in die Höhe gezogen. Countdown, der Startschuss - und los! Rund 120 Schwimmer kraulen zwischen den Segelbooten hindurch hinaus auf den See Richtung Boje.

So da war ich nun unterwegs an meinem ersten Triathlon. Verschiedenen Tipps zufolge sollte ich zu Beginn etwas zügiger schwimmen, um die Position zu finden. Ich hatte jedoch etwas Respekt, nachdem es doch meine ersten 1.5km im Freiwasser sein würden, und so ging ich es relaxed an.Was mich überrascht und wirklich angenehm ist, ist das kristallklare Wasser. So kann ich mich auch unter Wasser an den Nebenschwimmern orientieren. Nach ein paar Minuten ist es dann so weit, die Boje des Dreieckkurses draussen am See ist in Sichtweite - mir wird klar: mit jedem Meter der Boje entgegen komme ich auch dem Ziel näher. Das Schwimmen geht erstaunlich gut - klar, ich habe unzählige Schwimmer vor mir, aber doch auch einige hinter mir. Und das gibt mir gleich zu Beginn ein gutes Gefühl.

Aber was mich nachdenklich stimmt ist meine plötzliche Frage, woran denn ein Triathlet während dem Wettkampf denkt? Soll ich mich auf jeden einzelnen Armzug konzentrieren? Überlegen, wie lange es wohl noch geht? Schon an die Wechselzone denken? Ans Timing? Fragen über Fragen gingen mir durch den Kopf. Aber glücklicherweise werde ich da rausgerissen, als ich mich frage, wie weit es wohl noch zur Boje ist. Denn da ist sie schon - kurz umrundet und schon geht es zurück. Was das heisst? Die Hälfte der Schwimmstrecke ist bereits bewältigt.

So schwimme ich dann dem Ausstieg entgegen. Mittlerweile ist mein Schwimm-Rhythmus ruhig geworden, und ich konzentriere mich auf meinen Rhythmus und einen geraden Kurs. Unterbrochen wird meine Aufmerksamkeit kurz durch einen Schwimmer, der auf dem letzten Stück noch mit einem Affenzahn an mir vorbeizieht. Ich frage mich, ob der wohl eine spezielle Taktik hat. Später erfahre ich, dass er den Start versäumt hat. Er dachte wohl, der Start sei um 14 Uhr (echt gemein den Start auf 13:50 festzulegen) .... aber schnell ist er .... Ich selber nähere mich ebenfalls dem Ausstieg - immer wieder meine kleinen Kursabweichungen korrigierend.

Dann zügig raus aus dem Wasser - im Laufschritt den Anzug hinten öffnen - rein in die Wechselzone. Zu meiner Freude stehen noch einige Räder herum. Also, dann bin ich nicht das Schlusslicht. Auf den Boden setzen, aus dem Anzug raus, Schuhe anziehen, aufstehen, Shirt an, Helm auf, Sonnenbrille an, Flickzeug einpacken, Powergel einpacken, Rad nehmen und im Laufschritt raus auf die Strecke. Ups, fast hätte ich es vergessen, Helm schliessen! Schuhe einklicken, und schon bin ich auf der Strecke.

Was ich bei der Auswahl meines ersten Triathlons leider zuwenig bedacht habe: der Spiezathlon gehört definitiv nicht zu den "flachen" Trias. Gleich nach der Wechselzone geht es steil bergauf durch die Ortschaft. Gut, dass ich die Strecke schon zwei Wochen vorher mal abgefahren bin.

Viele Triathleten sind nicht um mich - ich fahre doch recht alleine die Strecke ab. Vielleicht hätte ich beim Schwimmen doch etwas mehr Gas geben sollen, um den Anschluss zu behalten? Es wird zwar teilweise flacher, aber dafür kommt die nächste Steigung sogleich. So geht es dann Ortschaft um Ortschaft. Nach einiger Zeit bekomme ich Gewissheit, wo ich mich im Rennen befinde: der Führende kommt mir mit einem Wahnsinnstempo entgegen. Und ich erst auf der langen Steigung Richtung Wendepunkt beziehungsweise Streckenhälfte. Was mich doch etwas beruhigt, ist die Aussicht darauf, dass es auf dem Weg in die Wechselzone wieder bergab geht. Positiv überrascht bin ich, als der Wendepunkt plötzlich auftaucht. Überrascht vielleicht deshalb, weil ich keinen Fahrrad Computer dabei habe - hat der Triathlet so was auf seinem Rad? Auf der Fahrt zurück nach Spiez sind mir dann doch noch einige Athlethen entgegen gekommen, jedoch nicht mehr allzu viele. Aber was will ich mit meinen nicht einmal 500 Trainingskilometern in den Beinen - nicht diese Saison - overall! Da darf ich mir nichts vormachen, und muss die Kollegen mit den Radclub Outfits gelassen ziehen lassen.

Nun war es dann so weit, endlich erlauben die langen, flachen bzw. leicht abfallenden Streckenabschnitte in die Aero-Position zu gehen und mal Gas zu geben. So brause ich dahin Richtung Spiez. Und da waren sie schon wieder, diese Momente, in denen ich mir Gedanken mache, die eigentlich nichts mit meinem Rennen zu tun haben: Da ist dieser schöne Blick auf den See, die Segelboote mit ihren weissen Segeln, eigentlich hätte ich auch an einer Regatta teilnehmen können, und dann diese Berge. Wann beginnt eigentlich die Bergsaison? Aber zurück zu meinem Rennen. Jetzt, am Schluss der 40 Kilometer, geht es nur noch runter in die Wechselzone. Rad abstellen, Schuhe wechseln, einige Schlucke trinken und ab auf die Laufstrecke.

Diese hätte ich mir vielleicht doch noch vorher genauer anschauen sollen. Die Organisatoren haben wohl absichtlich in der Ausschreibung kein Höhenprofil abgebildet... Ich wusste lediglich von einer Kollegin, dass es zu Beginn nur rauf geht. So war es dann auch. Vielleicht gar nicht so schlecht - nachdem ich nach dem Radfahren sowieso nicht optimal laufen kann. Zu schaffen macht mir aber dann mein Magen, der sich meldet mit der Bitte, nicht nur süsses, klebriges Zeug zu bekommen. In diesen Augenblicken werden dann die Meter zur nächsten Versorgungsstelle lange.

„Wo's rauf geht, geht's auch wieder runter", diese Weisheit gibt mir Zuversicht für das, was noch kommt. Ich finde mein Tempo und meine Gleichmässigkeit. Sicher laufe ich keine gute Zeit, aber ich muss nur ins Ziel kommen. Aufgeben gibt es nicht (mehr). Zumal ich bewusst keine Uhr mitgenommen habe, kann ich nicht mal sagen, wo ich stehe. Nur eines ist sicher: es sind nicht mehr viele Läufer unterwegs.

Diese Badeplätze entlang der Strecke bringen mich schon wieder auf „falsche" Gedanken... Da liegen sie alle in der Sonne, oder springen gerade ins kühle Nass des Thunersees. Wie herrlich das sein könnte! Dann streift mein Blick das Schild „150m bis zum Wendepunkt". Jetzt ist für mich endgültig klar: ich komme ins Ziel, und ich fühl mich wohl dabei. Nochmals vorbei an den Badeplätzen und vorbei an den letzten Streckenangaben: 3, 2, 1 km. Die letzten Kilometer sind relaxed, wie bei einem zügigen Trainingslauf. Und dann kommt sie, die Kurve in den Zieleinlauf, und mein Blick ist fixiert auf die Zeittafel. Und die zeigt keine 3 vorne - ich bin glücklich, dass ich meinen ersten Triathlon in knapp unter 3 Stunden beenden konnte. Ganz passabel für den Beginn, bei diesem Streckenprofil und diesen Temperaturen, denke ich.

Für mich war es ein toller Triathlon: es war eindrücklich und ich hab mich wohl gefühlt. Das stand für meinen ersten Start an erster Stelle. Noch toller wäre es gewesen, wenn ich mit Kollegen am Ziel hätte feiern können. Ausserdem sollte ich mich bei meinem nächsten Triathlon wohl etwas weniger um das kümmern, war links und rechts passiert. Das Ganze kann ich mir dann alles schon bald in Zürich zu Herzen nehmen -
http://www.zueritriathlon.ch/

Streckenbesichtigung Quelle Challenge ROTH




nachdem ich bekanntlich vorletzte woche für 3 tage oben in hilpoltstein war, will ich euch das wichtigste über die wettkampfstrecke der QUELLE CHALLENGE ROTH erzählen. (ergänzend zu christians bericht von letztem jahr) wenn die schwimm- und laufstrecke sehr schnell sein sollen, kann man das über die radstrecke nicht gerade behaupten.

DIE RADSTRECKE:

- dazu ist die gesamte strecke zu exponiert und in der gegend soll fast immer ein mäßiger bis stürmischer wind aus nord-westlicher richtung blasen. damit hat man praktisch die erste rundenhälfte rückenwind, wo es aber hauptsächlich eh bergab geht. in der hügeligen zweiten hälfte steht man dann teilweise fast...

- es gibt auf der ganzen runde inklusive serpentinen etwa 25 mehr oder weniger enge kurven, also 90 grad nach links oder rechts. diese kurven sollte man richtig anfahren, um nicht zu viel zeit zu verlieren. in manchen wettkampfberichten liest man gar von schlechten beschilderungen und leuten, die falsch abgebogen sind.

- die abfahrt vom kalvarienberg ist total schön, nur halt durch die serpentinen nicht gerade optimal für einen wettkampf. christian ist diese mit 30 kmh gefahren, ich mit 41 - 45 - und am ende mit 47 kmh. das geht. vorsicht aber vor den bockerl, die in den serpentinen liegen. die will man in der schräglage nicht unter die dünnen reifen bekommen.

- es gibt meiner meinung nach 2 ganz gefährliche kurven und es ist mir lieber, ihr sagt nachher, die waren halb so schlimm, als dass ich euch nicht gewarnt hätte: die eine ist vor der ortseinfahrt eysölden. nach einem hügel kommt dort eine VS, auf der folgenden kurzen abfahrt füllt man vielleicht die aero-bottle nach oder hat 3 bananen in der hand, dann kommt eine 90 grad rechts-kurve, wo man durch eine gepflasterte gosse fährt, also eine leichte regenrinne der bundesstrasse mitten in der high-speed-kurve. die zweite gefährliche kurve ist in tiefenbach. auch hier kommt man von einer leichten abfahrt runter und mündet 90 grad in die hauptstrasse. hier geht es mitten in der kurve gar einen leichten randstein runter, ebenfalls gefolgt von einer gepflasterten gosse. vorsicht! gleich danach kommt noch eine ganz, ganz scharfe rechtskurve um ein häusereck. hier fahren sicher leute geradeaus in die scheune rein... =O)

In chronologischer Reihenfolge:

T1 Hilpoltstein - Wallesau, ca 10 km

Aus dem Main-Donau-Kanal kommend nimmt man sein Rad (wo am bild die wohnmobile stehen) und fährt gleich rechts rückwärts über die Brücke von der ich das photo gemacht hab. Kurz danach 90 grad links Richtung Haimpfarrich, bergab, am Rothsee vorbei. Gefährlich nur die S-Kurve bei der Schleuse Eckersmühlen. Bis Eckersmühlen rein dann nur mehr bergab. Vorsicht: In Eckersmühlen zwei mal links fahren Richtung Wallesau, erst beim dritten Mal biegt man hier rechts ab Richtung T2 in Roth! Danach Seitenwind, aber flach. Gut zum einfahren und Puls beruhigen nach dem Schwimmen

Wallesau - Heideck, ca 10 km

Jetzt geht´s los. Ein hügeliges, aber schönes Stück steht an. Ich stelle mir diesen Teil als tendenziell bergauf vor, bestehend aus 5 Steigungen, unterbrochen jeweils durch kurze Abfahrten. Die erste Steigung ist ein Fisch mit 25-22 kmh. danach eine schöne abfahrt. dann ein echter hügel, auf 12 kmh runter. bei der folgenden abfahrt voll den schwung nach heideck reinnehmen, so kann man die welle vor der ortseinfahrt immer noch mit 35-25 kmh schlucken.

Heideck - Greding, ca 20 km

gleich nach der ortsausfahrt heideck wartet der berühmte selingstädter berg (photo). in wahrheit ein hügel, bei mir etwa 13 kmh und nach 4 min alles vorbei. oben VS, nach der ortsausfahrt selingstadt kurzer stich, aber freut euch, der schönste teil der runde steht jetzt an. kette rechts!!!!!!!! =O) aero position, kopf runter und vollgas. hier hat man rückenwind und es geht tendenziell bergab. bis auf eine autobahnüberfahrt und eine welle vor greding echt high speed, 40 bis 50 kmh.

Greding - Obermässing, ca 10 km

gleich in greding scharf links richtung röckershofen und noch mal scharf links zum friedhof. (photo) willkommen am berühmten kalvarienberg! anfangs echte 10%, kurz aus dem sattel, da freut sich der hintern. nach paar metern geht die steigung aber in einen fisch über - mit mächtig gegenwind. also am besten in aero-position kämpfen, obwohl nur 15-17 kmh. dauert etwa 6-7 min, dann hochplateau erreicht. der ayers rock im höhenprofil. =O) auf der hochebene 2 wellen, teils heftiger gegenwind, hier geht´s drum! nach österberg und kleinnottendorf bald in den wald für die abfahrt. etwa 60 kmh - bis zur ersten serpentine nach links. runterbremsen auf 45 kmh, vorsicht bockerl. noch eine rechts- und noch eine links-serpentine, das wars dann. vollgas reinwetzen nach obermässing.

obermässing - lay, ca 10 km

in obermässing erst bei der zweiten kreuzung scharfe rechtskurve mit gemeinen kanaldeckeln. danach völlig exponiert leicht bergauf gegen den wind am offenen feld, mentale stärke macht sich hier bezahlt. (oder windschattenfahren, aber dann sehen wir uns in weinsfeld wieder! =O)) in karm links und später noch mal links richtung lay. lei lei!

lay - steindl, ca 10 km

durch weinsfeld (hier ist eine penalty box, aber die werden wir nicht brauchen... =O)), den teil der runde mag ich am wenigsten. unter der autobahn durch, gegenwind, dann meine least-preferred-steigung, echt grauslich. oben VS und die erwähnte abfahrt nach eysölden mit der gosse in der kurve. ortsdurchfahrt eysölden macht aber mächtig spaß, hier geht´s mit 50 sachen dahin, kleine welle vor steindl und dann vorsicht:

steindl - hilpoltstein, ca 10 km

in steindl führt nämlich die hauptstraße schon nach rechts (am photo kommt man von rechts unten), doch man muss in dieser rechtskurve (linker bildrand) noch schärfer rechts abbiegen (rechter bildrand). dort wartet der steindl-stich auf erstem-gang-niveau, echt eine wiegetritt-steigung. oben dann tiefenbach mit der erwähnten randstein-kurve und der scheunen-haarnadelkurve. dafür kommt jetzt der lustige teil. durch oberrödel und unterrödel geht´s nämlich dahin als ob es kein morgen gäbe. erst kurz vor hilpoltstein kommt ein hügel, 2 min runter auf 12 kmh. hier verdient man sich die high-speed-ortseinfahrt nach H-stein, schwung mitnehmen für den solarer berg!!!

hilpoltstein-schleife, ca 10 km

der berühmte solarer berg. gänsehaut-feeling. hier soll die beste stimmung der welt bei einem triathlon herrschen. an die harten fakten wird da keiner von uns denken: 40 höhenmeter mit etwa 13 kmh und noch mal 20 hm fisch mit 19 kmh. nach 4 min ist der spuk vorüber. dann geht´s dahin mit 40 kmh durch grauwinkel nach pierheim, scharf links und macht euch jetzt auf mächtig gegenwind gefasst, gepaart mit einem fisch ist das ein menü, das schwer im magen liegt... =O) wieder scharf links in mörlach und dann bekommt man die solarer-höhenmeter zurück auf der abfahrt nach H-stein. tempo machen! ortsdurchfahrt am ring und richtung allersberg wieder raus. schon wieder ein fisch mit mächtig gegenwind (photo). am ende kommt man über die kanal-brücke beim schwimmausstieg. runde fertig!

eckersmühlen - roth, ca 10 km

dieses kleine stück fährt man nur ganz am ende, nach den zwei runden. hat 35 höhenmeter, rolling hills. ausrollen, dehnen, auslockern und aus den schuhen raus. auf einen schnellen zweiten wechsel konzentrieren und aufs laufen freuen.

habe die höhenmeter der runde drei mal gemessen: 710, 715, 705 waren die ergebnisse. macht also insgesamt etwa 1.460 hm auf den 180 km. die sind aber nicht das problem - wohl eher der wind... aber: ES MUASS A JEDA DUACH!!! =O)

DIE SCHWIMMSTRECKE:

der kanal ist nicht sehr breit, die stimmung super, ich stelle mich ein auf 3,8 km lendkanal-feeling. vorsicht: entgegen dem offiziellen streckenplan geht der kanal aber um eine links-kurve. innen halten kann hier meter sparen. sonst ist die schwimmstrecke recht flach und strömungslos... =O) hier schwimmt jeder rekord, soll sauschnell sein.

DIE LAUFSTRECKE:

nicht sooo flach, wie behauptet wird, entlang des kanals brennende sonne, erst bei den schleifen geht es in den wald, aber schon mit ein paar leeeichten steigungen. vorallem bei unterer schleife vor dem teufels-knopf. durch den waldboden soll die laufstrecke aber die schnellste der welt sein. alle 2 km eine VS. kühlen, trinken und salztabletten schlucken, was geht, dann ist hier alles drin!

snick