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5 km Swim - Donauman 17.08.2011


Verfaßt von Wolfgang Q.:


Nach 3 Jahren (das letzte mal habe ich mir mit Jo die 5 km im Tullner Aubad, damals Aquaman, gegeben) war es wieder soweit, ich entschloss mich beim Donauman 2011 an den Start zu gehen. Die Voraussetzungen meine bisherige Zeit zu verbessern, hat vor 2 Wochen noch sehr gut ausgesehen. Leider kam dann wieder eine Hornhautverletzung und eine Verkühlung dazwischen, die mich 2 Wochen nicht trainieren ließen, wodurch meine Schwimmform leider sehr stark litt.



Diesmal hatte das Tullner Aubad 25 Grad. Im Unterschied zum 18,2 Grad kühlen Ottensteiner Stausee habe ich mich erstmals seit langem wieder in meinen Neo hineingezwängt. Nun ab zum Startplatz. Dort wurde ich in einer Konversation mit einem anderen Schwimmer je durch den Startschuss unterbrochen. Ups jetzt geht’s los. Nach nur rd. einer Minute war es traurige Gewissheit, das wird nichts mit einer guten Zeit. Vermutlich durch einen größeren Brustumfang, habe ich im Zuge des Lossprintens beinahe überhaupt keine Luft mehr bekommen, sodass ich sofort mit dem Tempo runtergehen musste. Es kamen wieder die Gedanken des Aufgebens. Diesmal nicht weil es zu kalt war, sondern weil es zu heiß war und ich keine Luft bekommen habe.

Nun ja mit gedrosseltem Tempo schwam ich dennoch weiter, leider konnte ich der besseren Gruppe nicht nachschwimmen und musste sie ziehen lassen. Ich reihte mich in eine 4er oder 5er Gruppe ein. Nach rd. 2 Runden waren die mir aber zu langsam und ich zog alleine meine Kreise. Nach fünf Runden war es dann soweit ich habe mich wieder einmal durchgebissen und voller Ehrgeiz lief ich hinauf zur Zeitmessung. Mit einer Zeit von 1:15:41 war ich um rd. 30 Sekunden langsamer als noch vor 3 Jahren. Mit dieser Zeit habe ich auch knapp das Potest als 4. unter den Masterschwimmer verfehlt, wodurch ich diesmal auch leider ohne Pokal heimkehrte. Obwohl es sehr mühsam war, ich leider meine Bestzeit nicht unterbieten konnte, hat es mir dennoch getaugt.

Rammstein, ein ehemaliges Kloster und 226 Kilometer


...und natürlich auch die genialen TUC-Kekse!


Am Donnerstag, drei Tage vor dem Ironman Regensburg, packte ich abends meine sieben Sachen und wollte mir schnell eine Playlist für meinen iPod Shuffle zusammenstellen. Da ich weder Muse noch Zeit für eine ausgfeilten Mix hatte, zimmerte ich mir schnell ein Rammstein Best-Of zusammen. Dieses sollte mich das ganze Wochenende über begleiten. Tags darauf ging das Abenteuer los.


„Mercedes Benz, und Autobahn
Alleine in das Ausland fahren
Reise, Reise, Fahrvergnügen
Ich will nur Spaß, mich nicht verlieben.“ (Pussy)


Den Benz tauschte ich gegen einen ICE ein, der Spaß sollte in 48 Stunden dem Ernst weichen und verliebt bin ich bereits seit 12,5 Jahren! Ich war in weniger als vier Stunden in Regensburg und spazierte zum Hotel Karmeliten, das ich letzten Herbst für nur 49 Euro die Nacht buchte. Das günstige Zimmer ging mit einem geplanten Komfortverlust einher. Es diente in dem ehemaligen Kloster einem Mönch als Unterkunft. Originalgetreu fehlten Fernseher, Telefon, Dusche und auch WC. Eine Waschmuschel gab es aber. Zum Glück hatte ich zur Unterhaltung meinen iPod mit. Auf dem Weg zur Wettkampf-Registrierung war ich Feuer und Flamme für diese wundervolle Stadt:

„Rammstein - Ein Mensch brennt
Rammstein - Fleischgeruch liegt in der Luft“ (Rammstein)



Letzteres stellte sich als die „Wurstkuchl“ heraus. In der historischen Bratwurststube ließ ich mich gleich zu Bratwürstel auf Sauerkraut und Weißbier nieder. Noch war es nicht zu Spät für solche Experimente in der Wettkampf-Vorbereitung. Nach der üblichen Prozedur von Registrierung, Rennbesprechung und Pastaparty - alles hervorragend organisiert - ging es zurück ins Hotel.

Tags darauf brachte ich mein Rad und die zwei Wechselsäcke zum 10 km entfernten Guggenberger-See („Guggi“), einem ehemaligen Baggersee. Auch dort alles toll organisiert. Ein Shuttlebus brachte die Athleten wieder zurück in die Stadt. Wie ich Mike versprochen hatte, schaute ich in den Regensburger Dom. Dort zündete ich zwei Kerzen an - für die Toten und die Lebenden. Eine dritte sollte für die Athleten sein. Da ich jedoch zuwenig Geld dabei hatte, zählte ich die Athleten zu den Lebenden. Gilt das?

Am Wettkampftag wartete ich nach vier Uhr Tagwache, Frühstück und Spaziergang zum Zielgelände im Regen auf den Shuttelbus zum Start. Dort angelangt kostete mich ein dringendes Bedürfnis mit dem zugehörigen Warten vor dem Dixi-Klo weitere Minuten. Hastig das Rad aufgepumpt, in den Neo gequetscht und kurz eingeschwommen ging es um sieben Uhr richtig los. Mittendrin statt nur dabei lautete heuer meine Devise.

„Auf den Wellen wird gefochten
Wo Fisch und Fleisch zur See geflochten
...
Ahoi
Reise, Reise
Seemann, reise!
Und die Wellen weinen leise
...
Jeder tuts auf seine Weise“ (Reise, Reise)


So schwamm ich im größten Getümmel, bekam den einen oder anderen Hieb ab, war dafür fast immer im Sog der Meute. Der kleine See mit recht trüben Wasser zwang zu einer Streckenführung mit sechs Richtungswechseln, was die Orientierung nicht gerade erleichterte. Dennoch war ich nach 1h09min aus dem Wasser, eine neue persönliche Bestzeit. Nach einem raschen Wechsel direkt beim Rad ohne Sackerlsuchen, diese Option gab es hier, ging es zur zweiten Disziplin.


Da mein übergeordnetes Ziel nach dem letztjährigen Fiasko das Durchlaufen war, musste ich mich in Anbetracht zu geringer Trainingsumfänge am Rad bewusst zurückhalten. Mein Motto war daher ständig:

„Wer wartet mit Besonnenheit
der wird belohnt zur rechten Zeit“ (Rammlied)



Zwei Runden zu je 84 km mit Vorbeifahrt an Walhalla, zwei Donauquerungen und anschließendem Schlussstück nach Regensburg standen auf dem Programm. Die 700 hm pro Runde waren recht konzentriert zu Beginn und hielten rasante Abfahrten bereit. Bei einer fuhr mein "Roter Blitz" einen neuen Temporekord mit bestimmt 80 Sachen.

„Führe mich, halte mich
Ich fühle dich, ich verlass Dich nicht“ (Führe mich)


Tacho hatte ich keinen dabei. Überhaupt war mein Rad sehr puristisch ausgestattet: Flaschenhalter (kein Aero), Pannenspray für Schlauchreifen und Oberrohrtasche mit TUC-Keksen. Jawohl Kekse! Die waren Teil meiner im ICE zusammengebastelten genialen, aber ungetesteten Verpflegungsstrategie. Bei den acht Rad-Verpflegstationen je einen halben Riegel mit Iso, dazwischen Kekse. Ich brauchte einfach auch Salziges, damit ich den ganzen süßen Kram runterbekam. So kam ich nach 6h04min Fahrt im Dauerregen mit schwachen Wind in die zweite Wechselzone.

Nach einem recht schnellen Wechsel - ein paar Profis waren langsamer! - ging es auf die vier Laufrunden. Die vielen Zuschauer in der wunderschönen Altstadt von Regensburg sorgten für eine tolle Stimmung.

„Ich will eure Blicke spüren
Ich will jeden Herzschlag kontrollieren
...
Ich will eure Stimmen hören
Ich will die Ruhe stören
...
Ich will eure Hände sehen
Ich will in Beifall untergehen“ (Ich will)


Eine große Schleife in einem Park bot dazu eine Abwechslung, wie auch die Bodenbeschaffenheit: Asphalt, Kopfsteinpflaster, Wiese, Schotter, mal rauf, mal runter, es war alles dabei. Pro Runde ging es zweimal über die Donau. Ernährungstechnisch nahm ich pro Runde 3 Gels zu mir.

„Ich habe keine Lust etwas zu kauen
Denn ich hab keine Lust es zu verdauen“ (Keine Lust)


Um mir dann doch nicht komplett den Magen zu verkleben, wechselte ich die Gels mit den angebotenen Salzkeksen ab. Dazu gab es Wasser, das ich immer im Laufen trank. Auf der letzten Runde aß ich nichts mehr und trank nur noch Cola. Zusammen mit der bewährten Taktik der anfänglichen Zurückhaltung konnte ich am zweiten Halbmarathon noch ein wenig zulegen. Dem Magen ging es, Keksen sei dank, sehr gut. Der Puls konnte noch oben gehalten werden, jedoch wurden die Beine mit der Zeit schwer.

„Geadelt ist wer Schmerzen kennt
Vom Feuer das in Lust verbrennt
...
Mein heißer Schrei
Feuer frei!“ (Feuer frei)



Mit einer Marathonzeit von 4h12min kam ich nach insgesamt 11h32min47s kaputt, aber überglücklich ins Ziel. Meinen Wunsch einer Sub12 Zeit konnte ich mir somit erfüllen. Gut, ich hatte schon weit bessere Zeiten, aber diesmal schaffte ich es, den vorhandenen Trainingszustand ohne nachträgliche „hätte ich doch“-Gedanken in eine akzeptable Zeit zu verwandeln. Dabei hatte ich immer Spaß an der Sache, auch Dank der perfekten Organisation und des tollen Publikums.

Da ich voll Endorphinen war, brauchte ich drei Weißbier um wenigstens ein paar Stunden schlafen zu können. So ein Ironman-Tag ist ganz schön irre.

„Der Wahnsinn
Ist nur eine schmale Brücke
Die Ufer sind Vernunft und Trieb“ (Du riechst so gut)


Wenn der Wettkampf die Brücke darstellt, sind dann Vernunft und Trieb der Start bzw. das Ziel? Oder umgekehrt? Wenn man von der Brücke fällt, wo ist man dann? Im Reich des Did-not-finish? So viele Fragen!

Bevor ich mir aber noch mehr Gedanken darüber mache und endgültig verrückt werde, lege ich mir eine neue Playlist an. Vielleicht Coldplay? - Brrrrr, niemals! Dann lieber Klapsmühle.


Kärnten Ironman Austria 2011


Es war einmal ein kleiner Mann,
der fing mal zu trainieren an.
Im April dies Jahr war’s dann so weit,
es kam die erste Trainingseinheit.
Laufen stand auf dem Programm,
was der Andi ja schon kann.
So richtig schnell war er noch nicht,
drum endet hier noch nicht die G´schicht.
Beim Schwimmen, Radfahren und auch Laufen
musste er ganz schön viel schnaufen.
Oft zu faul die Laufschuh anzuziehn,
ziehte sich das Training ganz schön hin.
Doch mit den Drakes gemeinsam Radln,
stärkte stetig seine Wadln.
Und schwimmen gehn statt fern zu sehn
fand er auch schön langsam schön.
Der Tag der Wahrheit war nun da,
und auch der Drakes-Support, hurra!
Die Hymne spielt, der Startschuss fällt,
der Andi in die Fluten schnellt.
Den Christian hat er noch kurz gesehn,
doch ab nun muß jeder seinen eigenen Weg gehn.
Boje eins, und dann auch zwei,
sehnte er das Ende der 3,8km Schwimmen herbei.
Endlich geschafft und aufs Rad gestiegen,
konnte er die ersten 90km fast fliegen.
Ruperti rauf und wieder runter,
Radeln ist „fun“ und hält auch munter.
Die zweiten 90km was soll man sagen,
da musste er sich schon ganz schön plagen.
Ne Wespe kam noch kurz vorm Ende,
die stach ihn in die Lippe und nicht in die Lende.
Mit Schmerzen im Knöchel und die Lippe angeschwollen,
wollte er beim Laufen das Feld aufrollen.
Ein Tip vom Christian war Goldes wert,
Vereisungsspray ist nie verkehrt.
Die Birne leer, der Körper schwer,
lief er die 42km wie ein Bär.
Zum großen Glück musste er nie gehen,
und auch das Ende war schon abzusehn.
Er lief und lief und wurde immer schneller,
und auch das Funkeln in den Augen immer heller.
Das Ziel schon wirklich, wirklich nah,
hörte er die Menge und es war einfach wunderbar.
Die letzen Meter wie ein Düsenflieger,
fühle er sich wie ein Sieger.
Die Massen tobten und jeder war ein Fan,
nun wusste er... "You are an Ironman!"

Kärnten Ironman Austria 2011


VOR DEM WETTKAMPFTAG:

Bei meiner Ironman-Teilnahme ging ja schon im Vorfeld einiges schief:
-) Eine Zerrung, die ich mir schon vor St.Pölten eingehandelt habe und auch bis zum Ironman nicht mehr losgeworden bin.
-) Eine Verkühlung und zwei Auslandsreisen, die mich daran hinderten, mein Trainingsprogramm für den KIMA durchzuziehen.
-) Auch die Halterung des Kettenwerfers am Rad war im Vorfeld des KIMA gebrochen, sodass sich die Gänge nicht mehr problemlos einstellen ließen.
Daher war mein Ziel von Sub12-Zeiten von Anfang an schon in weite Ferne gerückt.

WETTKAMPFTAG:

Ich kam ein bisschen spät in die Transition an, weil mein Shuttle-Bus ein bisschen länger gebrauchte als vorgesehen. Dann hielt auch das Scotch-Klebeband nicht richtig auf meinem Rad. Langsam aber sicher brach Hektik brach aus, als angekündigt wurde, dass die Transition in wenigen Minuten geschlossen werden sollte. Daher stapfte ich schnell von der Transition mit den Ironman-Schlapfen zum Strandbad. Diese Schlapfen mögen zwar mit dem Ironman logo gut aussehen aber bereiteten beim Laufen Schmerzen zwischen den Zehen und eignen sich zum Laufen überhaupt nicht. In Eile die letzten Handgriffe - ich sag nur, Sonnencreme, Chamoixcreme und Vaseline - erledigt und das Streetwear-Sackerl abgegeben. Rein ins Strandbad, einen Schluck Iso, ein widerspensiges PowerBar-Gel, kurz die österreichische Nationalhymne und dann gings auch schon wenige Momente drauf mit dem Schwimmen los!

Im Wasser hatte ich noch nie so viele Schläge abbekommen wie dieses Mal. Das machte aggressiver und damit wahrscheinlich auch ein bisschen schneller! Bei der Kehre mindestens 100m verschwommen, da die Sicht extrem schlecht war. Da halfen nicht einmal ein paar eingelegete Brusttempi, um die nächste Boje zu sichten. Daher blieb mir nichts anderes übrig als mich auf das Orientierungsvermögen der anderen Schwimmer zu verlassen und ihnen einfach zu folgen. Die Marshalls haben uns dann von einem weiteren Umweg abgehalten und uns die richtige Richtung gewiesen. Danach gings ohne gröberen Umwege hin zum Lendkanal, der natürlich wie jedes Jahr der volle Wahnsinn war - auch wenn ich diesmal keine einzige bekannte Person ausmachen konnte! Die Schwimmstrecke konnte ich ich zum ersten Mal ohne längere Brustabschnitte in Kraul absolvieren. Nach dem Schwimmausstieg lief ich mit vollem Tempo den Weg in Transition. Der neue Wege ist echt der Wahnsinn! Da nimmt man die halbe Minute mehr gerne in Kauf.



Gleich bei der ersten Wende nach 100m sah ich, dass ich mit 1h27min schon schneller war als die letzten Male ohne Transition. Damit hatte der KIMA natürlich gleich einmal mit einem Erfolgserlebnis begonnen! Mit voller Motivation die Süduferstrasse entlang. Leider funktionerte mein Tacho nicht, sodass ich mich nicht an der Tachogeschwindigkeit orientieren konnte, sondern nach Gefühl fahren musste. Wahrscheinlich war das ein bisschen zu schnell, denn sonst hätte ich nicht schon in Rosegg und St.Niklas zwei meiner TTC-Kollgen mit 3 bzw. 5 Minuten Vorsprung nach dem Schwimmen übergeholt. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich natürlich auch, dass das Tempo sicherlich nicht zu langsam gewählt war. Folglich konnte ich bei den Steigungen an Tempo herausnehmen, um meine Oberschenkelmuskulatur zu schonen. Am Rupteriberg war es dann zum ersten Mal klar, dass ich erste Runde für meine Verhältnisse ziemlich schnell hinter mich bringen wurde. Wie sich bei der Kehre in Klagenfurt herausstellte, 7 Minuten schneller als die 90km-Radrunde in St.Pölten.

Solche Überraschungen nimmt man immer gerne. ;-) Ich wusste natürlich sofort, dass das auch an den guten Felgen vom Snick liegen musste. Daher konnte ich ohne große Bedenken das Tempo auch im ein bisschen Flachen herausausnehmen, um mir noch Kraft für den Marathon aufzuheben. Leider verlor ich dann noch nach jeder Steigung ein paar Sekunden, da ich Probleme hatte, vorne die Gänge zu wechseln. Das war mir zu diesem Zeitpunkt aber ziemlich egal, da ich sowieso gut im Rennen lag.



Nun zum alles entscheidenden Marathon: Die ersten paar Kilometer gingen noch ganz gut, doch machte sich bald wieder meine Zerrung bemerkbar. Die Schmerzen erlangten nach ca. 10km ihren Höhepunkt, wo ich dann eigentlich schon aufgeben wollte. Zusätzlich kamen noch zum ersten Mal in meinem Leben Magenschmerzen hinzu, die ich nur los wurde, in dem ich nur mehr Iso und Cola trank aber Gels und feste Verpflegung total weg ließ. Ich hatte im Hintergedanken, die ersten Gehphasen so lange wie möglich hinauszuschieben, da dann die Marathonzeit nicht zur vollen Katastrophe ausarten sollte. Diesen Plan hatte ich dann diszipliniert durchgezogen. Vor der letzten Schleife nach Klagenfurt und wieder zurück sah es noch verdammt gut aus, denn ich musste nur mehr durchlaufen und eine Zeit deutlich unter 11.30 schien mir gewiss zu sein. Leider hatte ich dann einen Ast, der mich dazu gezwungen hatte, ein paar Kilometer zu gehen. Letztlich ist es dann eine Zeit von 11:35 geworden, auf die ich ebenso sehr stolz bin - obwohl ich natürlich gerne unter 11:30 geblieben
wäre.



An dieser Stelle, möchte ich mich noch bei allen Anfeuerern in Klagenfurt (IronChris beim Strandbad!!!, Andi B. am Faakersee!!!, Snick schon während der ganz Trainingssaison, Natascha, Wolfgang, Astrid und all jene, die ich vielleicht im Dilirium nicht mehr mitbekommen habe) bedanken!

Freut mich natürlich auch mit den anderen coolen Irondrakes gefinisht zu haben, von denen ich mir aber einen mindestens genauso langen Bericht erwarte ...

1st Austrian Open Water über 10 km Swim


Artikel von Wolfgang:

Ursprünglich war ja eine riesengroße Delegation als Zuschauer vorgesehen. Doch für Peter samt Family, Birgit & meine Buben, meinen Nachbar Thomas mit seinen Mädls sowie für meinen Tullner Mountainbike Freund Koarl mit Freundin waren die 15 Grad mit Regenschauer doch nicht so einladend um ins tiefe Waldviertel zu pilgern und Mav kam zu spät aus Tornoto zurück. So waren wir letztlich nur mit 3 Irondrakes anwesend, nämlich Mike, Tempobolzer Andi (startete beim 7km Bewerb mit Neo) und ich.



Ich hatte schon ein super Gefühl als Peter mir die Wassertemparturberichte zumailte. Feine 24 Grad, das kann ja nur ein Spaß werden, denn die Kälte war meine größte Sorge. Leider war das die Temparaturanzeige von der letzten Woche. Durch den vielen Regen und kaltes Wetter in der Vorwoche kühlte der Ottensteiner Stausee auf kühle 18,2 Grad ab. Beim 7 km Start behauptete der Verantwortliche, dass es sogar nur 17 Grad seien... Damit war meine Sorge wieder da. Selbst fühlte ich mich leider auch nicht so befreit. Die letzte Woche mit dem Umbau war sehr aufreibend und ich konnte mich mental nicht wirklich einstimmen. Egal, da muss ich jetzt durch.

Ursprünglich waren wir ja 4 Starter beim 10 km „Badehosenbewerb“ (bei einem offiziellen OSV Wettkampf ist ein Neopren Anzug nicht erlaubt) – 11 Schwimmer waren beim gleichzeitigen 5km Bewerb am Start. Ich hatte meine kürzeste Badehose dabei (hätte wohl meine Skinfitshort nehmen sollen, da wär ein bisserl mehr Oberschenkel bedeckt gewesen). Beim Start waren wir dann nur noch 3. Ein Konkurrent hatte schon auf den 5 km Bewerb umgesattelt. Nun ja um 13 Uhr gings dann los.

Ursprünglich war ausgemacht, dass Mike mich die 10 km im Schlepptau nimmt. Nach rd. 100 Meter bin ich von diesem Vorhaben abgewichen, denn Mike schwam zickzack und sein Tempo wechselte in Sekundenabstand, sodass ich im Wasserschatten nur sein Melkfett von seiner Wade abbekam; das tat meinem Wassergefühl besonders gut . Am Anfang kam mir das Wasser gut tempariert vor. Leider nur die ersten 1,5 km, dann wurde es immer kälter. Noch dazu kamen mir die ersten 2,5 km wie eine Ewigkeit vor, bei der Wende dachte ich mir, wie soll ich diesen Weg bei dieser Temparatur noch 3x bewältigen. Das Retourschwimmen war schwieriger als ich es mir dachte, denn der Retourweg kam mir irgendwie fremd vor und manchmal dachte ich mir, ich habe mich verschwommen. Von mitschwimmenden 5 bzw. 10 km Leuten war nichts zu sehen. Aber irgendwie habe ich den Weg dann doch zurückgeschafft.

Nach 5 km war ich ja wieder zurück und Mike habe ich noch beim Bananen- und Müsliriegelessen angetroffen. Die ersten 5km habe ich in 1 Stunde 30 Minuten absolviert, damit wäre ich beim 5km Bewerb (auch) Zweiter geworden. Leider hinter meinen Erwartungen. Irgendwie konnte ich mir es nicht vorstellen, nochmals den Startbereich für 5 km zu verlassen. Mir war saukalt, aber ein bisserl Beißen kann ich ja und ich habe mir gedacht, wenn ich schon hier bin, kann ich es ja mal probieren. So bin ich dann wieder mit Mike losgedüst. Bei km 6 begannen dann meine beiden kleinen Finger und meine Ringfinger taub zu werden. Kurze Zeit später folgte dann der Daumen. War schon eigenartig beim Durchziehen, dass man nur Zeige und Mittelfinger spürte, die anderen Finger machten zwar mit, aber mit ein bisserl Abstand :-)

Das war der Zeitpunkt, wo ich mir gedacht habe, wie soll ich das noch 4 km durchhalten, aber wie gesagt, ich mit dem gleichen Motto wie schon bei der 5km Entscheidung schwam ich einfach weiter und wenn es superkalt wurde, legte ich Sprinteinheiten hin. Schwierig war es auch, dass bei der dritten Länge ich ständig Gegenschwimmer hatte. Zunächst die 14 km Schwimmer und dann die besseren 7 km Schwimmer. Irgendwie schaffte ich es zur Wende bei 7,5 km, wo ich 2 Schluck Red Bull zu mir nahm. Beim Rückschwimmen hatte ich ein paar 7km Neoschwimmer bei mir, die konnte ich aber alle locker überholen und tastete mich von 7km Mann zu 7km Mann vor.

Die schönsten Zeit an diesem Tag waren die letzten 50 Meter bis zum Ziel. Die konnte ich wirklich geniesen. Mit einer Zeit von 3 Stunden 18 Minuten konnte ich finishen. Damit wurde ich Zweiter. Mike hat um 4 Minuten schneller gefinisht und hat damit die 1st Austrian Open Water über 10 km gewonnen. Übrigens hat es keinen 3. Platz gegeben, weil der Dritte bei 5 km w.o. gegeben hat…Sobald ich aus dem Wasser kam, überkam mich ein Schütteln wie ich es noch nie hatte. Ich zitterte über den gesamten Körper, das Red Bull das sie mir in die Hand drückten, schwankte so sehr, dass ich Red Bull ausschüttete, so sehr zitterte ich. So nix wie anziehen. Eine warme Dusche gab es natürlich nicht. Umso besser war es mit dem Melkfett in meine Klamotten zu schlüpfen. Hatte mich so warm wie bei Nullgrad Außentemparatur angezogen und nach 15 Minuten ging es dann schon besser.

Tempobolzer Andi hat im übrigen mit 2 Stunden 19 Minuten auf 7 km seine Zielzeit mehr als nur übertroffen. Mit dieser Zeit kann er getrost auf die 3,8 km Ironman Distanz in Regensburg am 7. August 2011 gehen. Die 3,8 km werden für ihn dann quasi eine Sprintdistanz werden.

Resümee: Nun ja, ich denke mit dem wenigen Körperfett werde ich die 10 km nur mit Badehose bekleidet bei 18 Grad nicht mehr machen. Aber zweiter bei den 1st Austrian Open Water über 10 km Swim zu werden, war es mir es doch wert :-). Übrigens Sieger beim 14 km Neobewerb wurde ein ungarischer Langstreckenweltmeister, der auch ohne Neo schwam, aber nur als Vorbereitung für einen langen Swim in der Folgewoche, nämlich 80 km von Dänemark nach Deutschland. Also es gibt immer Leute, die noch verrückter sind...

Das Durchbeißen hat uns beiden jeweils einen tollen Pokal vom OSV eingebracht.


Race Report 70.3 Rapperswil 2011


Am Start zum 70.3 kann ich auf ein Trainingsprotokoll - entsprechend Hottenrott - mit vielen grünen und nur wenig roten Kästchen zurückblicken.


Gut ausgeschlafen und bei schönstem Wetter geht es auf die Schwimmstrecke. Das Schwimmtraining hat sich bemerkbar gemacht - wenn auch noch nicht revolutionär. Ich kann gleich einmal die Schwimmzeit um fast 7min verkürzen. Etwas Zeit verliere ich dann in T1 - nachdem die Kompressionssocken nicht so gerne auf feuchte Beine wollen.


Die Radstrecke gehe ich bewusst kontrolliert an. An den 4 knackigen Steigungen setze ich mir bewusst ein Puls Limit von rund 170 - damit ich nicht womöglich mit übersäuerten Beinen auf die Laufstrecke gehe. So sind die Steigungen dann auch schon lockerere als beim letzten mal. Teilweise überhol ich dann auch in den Steigungen andere. OK - die Kampfmaschinen die mit einer scheinbaren Übersetzung von 53:11 den Berg hinaufdonnern sind einfach unerreichbar. Nun am Ende der zweiten Runde: verdammt war da vorhin auch schon so ein Gegenwind. Da mache ich mir doch mal wieder Gedanken zu Material und Aerodynamik - sollte vielleicht doch mal ein Aerohelm ran? Wäre da doch noch was mit einem Investment ins Material machbar? Irgendwie muss das besser gehen. Klar denke ich an das Trainingslager in Cesenatico aber das war wohl für mich einfach nur ein Tiefenlager (auf Meereshöhe) mit viel mehr verfügbaren Sauerstoff ;-) Schliesslich beende ich auch die Radstrecke etwas schneller. Leider aber nicht soviel schneller, als dass es für ein Sechser-Tragerl Barolo auf die Baustelle von Pete gereicht hätte.

Auf der Laufstrecke dann bewusst mal mit einem lockeren Einlaufen beginnen - aber damit wird es nichts. Das Einlaufen klappt einfach nicht - stattdessen auch noch ein Krampf im ganzen(!) rechten Bein - kann kaum noch stehen! Glücklicherweise bin ich gerade kurz vor einem Verpflegungstand (dem ersten). Und ich mach etwas wovon ich nie gedacht hätte es zu tun, ich trank SUPPE(!) - hier Bouillon genannt. Gleichzeitig ist dann auch noch die Körpertemperatur zu regulieren - der Fahrtwind fehlt und die Sonne ist unerbitterlich. Ab jetzt ist eine regelmässige "Dusche" an den Verpflegungsposten angesagt. Ich verzichte auch bewusst auf das ganze pickerte Zeug und trinke nur mehr Suppe. Irgendwann werden die Gehstücke immer kürzer und ich komme wieder ins Laufen. So kann ich dann die zweite Runde gleich mit einem viel höheren km-Schnitt absolvieren und sie elegant "durchlaufen". Die letzten km waren dann mein persönlicher Highlight des Rennens - meine Beine machen einfach genau so wie sie sollen! Plötzlich werden die Startnummern der anderen Läufer immer grösser und kamen einem entgegen - die km fliegen nur mehr so vorbei! Finished 70.3 2011!


Rückblickend stellt sich die Frage ob ich bei der Ernährung am Rad was falsch gemacht habe? Getrunken hab ich nur IsoZeugs - einerseits selbstgemischt mit erhöter Konzentration. Andererseits das Iso an den Verpflegungsposten. Genug Bars plus Gel hats für den Körper auch gegeben. Somit mein Learnings: Salztabletten organisieren! Zusammenfassend: die Umstände berücksichtigend war das Rennen für mich ok!

MTB Stubalpenmarathon Juni 2011


In der Saison 2011 ist das mir verordnete Schlagwort „Alternative“. Gemeint ist damit das Training und die Teilnahme an Events, die nicht ausschließlich mit Triathlon zu tun haben. Eine derartige Betätigung war rasch gefunden: MTB Fahren. Begünstigt wurde die Auswahl dieser „Tätigkeit“ einerseits durch einen guten Kumpel (alias „Lack“) und meinen neuen Nachbarn. Beide schwärmten mir bereits im Vorfeld lange von einem MTB Rennen in Bad Goisern vor, das angeblich eine Herausforderung sein soll.

Nach kurzem Nachdenken, entschloss ich mich, die MTB Trophy in Bad Goisern im Juli 2011 auf meine sportliche Agenda zu setzen. Gesagt, getan. Der Trainer, der im Mai Papa wurde (herzliche Gratulation!) tüftelte einen Trainingsplan für mich aus, den ich natürlich versuchte einzuhalten.



Als Vorbereitungsrennen für die MTB Trophy in Bad Goisern diente der MTB Stubalpenmarathon. Obwohl sich die 68km Streckenlänge und 2700HM nicht nach besonders viel anhören, war ich gespannt, was da auf mich zukam. Am 25. Juni stand ich um 9:00 im wunderschönen, steirischen Maria Lankowitz an der Startlinie. Zu fahren waren zwei Runden a 34km und 1300HM. Eine Runde bestand im Wesentlichen aus zwei längeren Anstiegen mit rasanten Abfahrten. Gefahren wurde auf Forststraßen und Waldwegen. Auf der ersten Runde fuhr ich bei den Anstiegen in einem Pulk mit. Mein Vitalstatus war gut und ich fühlte mich auch gut. Nachdem mir am Ende eines Anstieges auf einem Waldweg kurz die Kette rausgesprungen war, konnte ich Fingerfertigkeit beim Kette-Einhängen unter Beweis stellen. Insgesamt dauerte die Mini-Reparatur ca. 30 Sekunden. Auf der nachfolgenden Abfahrt ging es mit High-Speed einen engen Hohlweg durch den Wald hinunter. Der Untergrund war nass und schlammig. Außerdem machten einige größere Steine und Wurzeln das Abfahren etwas „tricky“. Plötzlich hörte ich hinter mir jemanden rufen: „Achtung links“. In der nächsten Sekunde zischte links neben mir auf dem engen Weg eine Fahrerin(!) vorbei. Ich traute meinen Augen nicht! Bisher schätzte ich mich als ganz guten Abfahrer ein, aber wurde nun eines Besseren belehrt. Das Mädl war echt gut drauf und nach dem Überholmanöver war sie auf und davon. Ich gab auch noch mehr Gas um nicht zu viel Rückstand aufzureißen. Doch schon nach wenigen Fahrsekunden rutschte ich am schlammigen Untergrund aus und legte mich unfreiwillig nieder. Nach dem kleinen Sturz, bei dem nichts weiter passierte, sattelte ich erneut das MTB und fuhr Richtung Start/Ziel.

Auf der zweiten Runde fuhr ich relativ alleine. Die meisten Teilnehmer waren lediglich die kurze Strecke (= 1 Runde) gefahren. Beim zweiten Anstieg der zweiten Runde spürte ich erstmals meine Oberschenkel. Gröbere Einbrüche blieben mir aber erspart. Nach 4 Stunden und 20 Minuten erreichte ich nach 68km und 2700HM das Ziel.

FAZIT:
1) Schön wars.
2) Rennmäßig MTB Fahren will gelernt sein. Triathlontraining hilft da nur beschränkt.
3) Die verordneten Berglaufintervalle des Trainers in der Vorbereitung waren Gold wert.

Eine Sightseeing Tour mit rasantem Ende


Nach tage- und wochenlangem Arbeiten in der neuen Wohnung und einem „Tapering“ bei Affenhitze in Saudi Arabien konnte der 27. Vienna City Marathon kommen. Gestern als unmittelbare Wettkampfvorbereitung noch den ganzen Tag IKEA Kartons herumgeschleppt und Regale aufgebaut fühle ich mich heute morgen um 6h40 beim Weckerklingeln entsprechend. Die Oberschenkel leer, die Waden hart wie Stahl und zu guter Letzt wie im Bett mit Akku-Schrauber festgeschraubt. Und das nach 8h Schlaf - na Super!

Aber genug wehklagen, als ich dann in der überfüllten U1 Richtung Start unterwegs war, kam endlich mein Wettkampffieber durch und die Freude auf den Wien Marathon „Mythos Marathon 2500 Jahre“. Es wird mein 5. in Wien werden.

Nach Abgabe meines Gardaroben Sackerls traf ich mich pünktlich um 8h30 mit Helga – sie ist Marathon Rookie – bei der SHELL Tankstelle auf der Wagramer Straße. Nach gemeinsamem Einlaufen beim Kaiserwasser kommt das übliche Einsortieren in den Startblock und Warten auf den Startschuss. Ein paar beruhigende Worte an Helga ;-) und dann geht’s los. Naja, fast. Der Startschuss fällt zwar, aber wie immer warten. Und diesmal sogar relativ lange da neuerdings Startwellen. Um 9h10 ist es dann soweit – die ersten Kilometer können in Angriff genommen werden.

Mit ganz lockeren ersten 3km (Puls 135) geht es mit Helga in den Prater und hier stellt sich zum ersten Mal das dumpfe Gefühl ein, dass dies ein langer Tag werden würde. Die Waden zwicken, die Beine sind leer, der Magen naja – egal. Lächeln aufsetzen und bei 5:40min/km einpendeln. Helga und ich wollen Ihren ersten Marathon auf Unter-4h laufen.

Vom Prater in die Schüttelstraße und das erste Mal bei km 8, 9 auf die Ringstraße. Hier geht’s es schön langsam Bergauf mit meinem Körper, aber leider auch bald die Strecke. Nach kurzem Fotoshooting mit Mama und Papa beim Stubentor bei der Oper links abbiegen und dann bergauf mit teilweisem starken Gegenwind hinauf zum Schloss Schönbrunn. Hier bei km15 bin ich froh, die erste Banane zu bekommen. Endlich was im Magen, mal ein Problem weniger. Dann kommt endlich die Kehre beim technischen Museum und dann Äußere Mariahilfer Strasse stadteinwärts. Nach kurzer Zeit bei der Baustelle Westbahnhof vorbei – hier gibt es einigen Fortschritt – auf die Speed-Gerade des VCM: die Shoppingmeile Wiens. Hier wird es aber klar, ein Unter-2h Halbmarathon werden Helga und ich nicht schaffen. Aber nach 2 sehr schnellen Kilometern auf den Ring. Hier gibt es den Zieleinlauf der Halb-Marathon Läufer durch Heldentor vor die Hofburg, diese Sehenswürdigkeiten sehen wir aber erst in 2h, aber trotzdem „Endlich Platz“, nur mehr die vollen Männer und Frauen sind auf der Strecke, keine Halben Sachen :-)

Nach der Passieren des Parlaments, Burgtheater, Rathaus und Universität geht’s kurz vor der Börse links in die Lichtenfelsgasse. Hier treffe ich wie vereinbart bei km23 den Andi, aber Roth, nicht Bolzer. Der scheint noch vermisst (der F1 GP in China hat doch wohl zu lange gedauert), aber nach wenigen Sekunden kommt er uns schon entgegen, reiht sich ein und zu viert nehmen wir die letzten 19km in Angriff.

Am Franz Josefs Bahnhof vorbei geht es wieder an den Donaukanal, Richtung Flussabwärts. Hier, bei km25, muss sich Helga leider verabschieden und fällt ein wenig zurück. Das nächste Fotoshooting mit Ma und Pa machen wir beim Schwedenplatz. Immer mit einem coolen Spruch drauf „joggen“ Andi, Andi und ich Richtung Prater. Beim km 29 biegen wir ein, ein kurzer Boxenstopp und schon geht’s auf den gefürchteten km 30 und die folgenden 10. Dazu eine kurze Ehrenrunde beim Happel Stadion und schon auf die Heimstrecke, die 2km Hauptallee zum und vom Lusthaus. Hier sind endlich die Schmerzen, die mich seit km 3 verfolgt haben endlich weg. Warum? Ganz einfach – hunderte andere überlagern diese :-)

Wir albern rum, mit großen Augen links und rechts fragen sich die Runner, wie es Triahleten so geht bei km 35 die große Klappe zu führen. Scheinbar nicht so viel Luftbedarf wegen geringer Hirnmasse scheinen sich einige zu denken. Bei km 35 gibt es dann endlich Coca Cola und dann raus aus dem Prater zur Stadionbrücke. Von da an sind dann auch Chris und Astrid mit dem Rad ein paar Kilometer dabei und berichten vom Trainingslager der Irondrakes in der Toskana.

Bei der Stadionbrücke hole ich mir vorzeitig einen Siegeskuss von Laura ab und die letzten Kilometer werden in Angriff genommen, Pace wird mit 5:20min/km ein wenig verstärkt. Bis zur Franzensbrücke so weit so gut – doch dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Km 39, 3h44 stehen auf der Uhr. 3 mal 5:20 gibt 16min, naja, d.h. die letzten 200m in einer Sekunde – unrealistisch. Andi Roth, Chris und Astrid sagen für heute „Adieu“ – vielen Dank für die Unterstützung.

Also mal drauf drücken – das rasante Ende kommt. 4:45min/km, hunderte Überholvorgänge und ein motivierend auf mich einredender Andi treiben mich neben Finanzzentrum und Urania auf den Ring. Vorbei am und MAK geht es beim Stubentor und Dr. Karl Lueger Denkmal auf den Ring. Die letzte Cola, km 40 ist passiert. Noch ein wenig mehr als 11min Zeit und der Stadtpark wird links liegen gelassen. Beim Schwarzenbergplatz spüre ich dann erstmal *wirklich* die Tempoverschärfung, aber da ist er schon, der Coca Cola Bogen vor der Oper – der letzte Kilometer ist eingeläutet. Beim km 42 biegt dann Andi noch links weg, ich rechts durchs Heldentor, die Hofburg vor und neben mir. Kurzer Check der Uhr… 3h58, perfekt. Winken der Masse, lächeln, der Stolz bleibt, der Schmerz schon weg und das Ziel da. 3h59min10sec.

Here we go, einsammeln der „Meedön“, Goody-Pack und dann raus zum Maria Theresia Platz wo Laura, Mama, Papa und Andi schon warten. Ein paar Fotos und ab nach Hause. Was gibt’s noch zu sagen? Das Schnitzel am Mittagstisch hat selten so gut geschmeckt, und Helga hat mit 4h15 doch eine ansprechende Zeit für den ersten Marathon geschafft.

Nochmals Danke an alle Beteiligen für eine schöne Sonntag Sightseeing Tour

Christian „Mav“

Mentaltrainingseinheit mit Motivator


Eigentlich wollte ich heuer läuferisch einiges erreichen. Tja, eigentlich ...



Im Herbst 2008 schmiedete ich Pläne für meine Saison 2009. Es sollte ein Laufjahr werden und beim Wien Marathon hatte ich die magische 3 Stunden Marke im Visier. Vielleicht nicht darunter, aber zumindest nah dran. Und auf dem Weg wollte dorthin auch noch alte Ziele erreichen wie den Sub 1:30 Halbmarathon und den Sub 40 Minuten 10km Lauf.

Der Trainingsplan war aus dem Buch "Marathon - Die besten Programme" von Runner's World, ist auf 12 Wochen und Umfänge bis zu 100km ausgelegt. Ich wusste, dass es hart wird, aber mit den Grundlagen der letzten Jahre und etlichen Long Jogs im Herbst und Winter sollte es schon irgendwie gehen. Das war ein Irrtum, denn nach 3 Wochen hatte ich Waden wie aus Stein. Alles war zuviel: Zuviel Einheiten pro Woche, zu hohe Umfänge und überhaupt erst die schnellen Intervalle! Ich sah ein, dass es sinnlos war, weil ich zuwenig Grundlagen hatte. Das Training wurde total runtergefahren und die Waden lockerten sich wieder. Der Marathon sollte zu einem lockeren Lauf werden, bei dem ich Motivation für künftige (Helden-)Taten sammeln wollte.

Eineinhalb Wochen vor dem Tag-X dann das: Im Fitness-Center in der Sauna blieb ich mit einem Zeh zwischen den Brettern der Saunabank hängen und - knacks - war er gebrochen oder zumindest ziemlich verstaucht. Die violette Färbung am nächsten Tag verhieß nichts Gutes, obwohl sich die Schmerzen in Grenzen hielten. Da es täglich ein bisschen besser wurde, verzichtete ich auf eine ärztliche Behandlung. Bei einem Testlauf 3 Tage vor dem Marathon schmerzte zwar jeder Schritt, aber gerade nicht soviel, dass man zur Aufgabe gezwungen wird. So wollte ich beim Marathon auf jeden Fall starten, aber zog auch in Erwägung auszusteigen, wenn es zu schlimm werden sollte.

Vom Start weg ging es ganz locker und weniger schmerzvoll als erwartet. Auf der Lasallestraße wechselte ich auf die linke Seite, da dort weniger Leute waren. Nach dem Praterstern merkte ich, dass ich durch den Seitenwechsel ca. 200m unabsichtlich abgekürzt habe. Einen weiteren Kilometer traf es mich wie einen Blitz: Sollte auf rechten Seite beim Praterstern eine Zeitmessmatte gewesen sein, dann wäre ich nun disqualifiziert. Mit der Ahnung im Hinterkopf läuft es sich nicht besonders und leider kam ich nicht auf die Idee andere Teilnehmer wegen der Matte zu fragen.

Bei Kilometer 10 machte sich eine riesige Blase am linken Fußballen bemerkbar, obwohl die Laufschuhe schon eingelaufen waren und nie Probleme machten. Ab dann schmerzte wirklich jeder Schritt. Hunger kam auch schon auf, Bananen gab es aber erst ab km 15 - na toll, auch noch ein kleiner Hungerast. Der Halbmarathon hätte mir eigentlich schon gereicht, aber blöd wie Eisenmänner so sind, kommt eine Aufgabe nicht in Frage.

Immer langsamer werdend traf ich bei km 30 Christian (Mav), der mich begleitete und gut zuredete die häufiger auftretenden Gehpausen rasch wieder zu beenden. Er bestätigte auch, dass ich noch in der Wertung bin. Johannes begleitete uns ein Stück mit dem Rad und machte Fotos. Bei der Oper verabschiedete sich Christian und ich löste ihm gegenüber das Versprechen ein, die restlichen 500m brav durchzulaufen. 3:55:21 Nettozeit.

Es war mein langsamster (normaler) Marathon, zwei Tage später kann ich noch immer nicht richtig gehen - ein netter Mix aus kaputtem Zeh, riesiger Blase und leeren Muskeln - dennoch war es gut. Der Wille, trotz der Umstände, nicht aufzugeben wird mir bei künftigen Rennen sicher helfen, wenngleich ich mir im Moment nicht vorstellen kann, mich demnächst wieder zu schinden.

Vielen Dank an Christian! Ohne seine verbalen Anschubser, hätte ich noch etliche Minuten auf dem Asphalt liegen gelassen.

Vienna City Triathlon


Wolfgang berichtet:

Zum Saisonabschluss hatten noch 4 Drakes (Andi R., Mav, Schafspelz u. ich) sowie Alex Vesely die Olympische Distanz und Birgit den Sprinttriathlon als Ziel. Übrig geblieben sind leider nur Andi und ich. Den DNS Grund weiß ich nur von Birgit; wir waren gestern beim Gynäkologen und er hat bestätigt, dass Luca im Mai ein Geschwisterl (oder vielleicht 2 ;-)) bekommt. Ein bisserl hat Birgit schon gehadert, dass sie beim Sprinttriathlon nicht an den Start gehen konnte, aber das Jahr 2010 kommt bestimmt und da startet sie dann voll durch.

Nun zum Bewerb am 13. September 2008. Zumal der Start erst um 12 Uhr Mittag angesetzt war, konnte man sich gemütlich ohne Schlafentzug auf die Donauinsel begeben. Nach Geheimtraining beim Laufen und mit der Transalp in den Beinen waren meine Erwartungen schon sehr groß. Nachdem ich nächstes Jahr unter Umständen weniger zum Trainieren komme, wollte ich heuer noch die 2:20 Stunden Schallmauer durchbrechen. Die Vorbereitung vor Ort war ein bisserl mühsam, weil Luca jeden vom Donauinselfest zurückgebliebenen Tschikstummel in den Mund nehmen wollte (lecker!). Das wäre ja nicht so schlimm, aber es waren auch noch jede Menge Glassplitter am Boden, sodass Birgit und ich ihn ständig unter Beobachtung hatten und hinter ihm herlaufen mussten. Dadurch habe ich gleich mein Aufwärmprogramm absolviert.

Um 12 Uhr ging es runter zur Brücke. Diesmal war der Neo erlaubt. Das Wasser war angenehm warm und hatte nach meinem Gefühl die ideale Temparatur. Die Wetterbedingungen waren überhaupt optimal an diesem Tag. Für die 1,5 km habe ich mir viel vorgenommen und tatsächlich bin ich als 8. (von 182 Finishern) aus dem Wasser gekrochen. Da ich schneller als geplant war, gibt es kein Foto vom Wasserausstieg von Birgit. Anfeuern konnte sie mich aber noch und hat mir die gute Plazierung zugerufen. Zunächst musste man unendlich viele Treppen hinauflaufen und dann zur Wechselzone. Während meine Unterschenkel sich verkrampften, ertönte mein Namen aus dem Lautsprecher. Motiviert riss ich mir den Neo vom Leib, dennoch brodelte ich ein bisserl, um mich ein wenig vom Schwimmen zu erholen, bevor ich mich voll motiviert aufs Rad schwang.

Jetzt war das Ziel meine 40 km Zeit von Neufeld zu unterbieten. Nachdem die Donaulände kaum Höhenmeter aufwartet, Jo und Ironchris mich auf unserer Transalp ständig gehetzt haben, sollte mein Vorhaben gelingen. Ich gab alles was drinnen war und fuhr mit Vollgas. Nach 5 km überholte mich der erste Radler. Wie sich später herausgestellt hat, war es jener mit der schnellsten Radzeit. Es dauerte dann bis km 30 bis mich ein Dreierpack (die fuhren ein Windschattenrennen) überholte. Das waren auch die letzten, die mich auf der Radstrecke überholten. Mit Hilfe der tollen Unterstützung von Birgit bin ich mit einer Zeit von 1:00:31 als 12. in die zweite Wechselzone gekommen. Jetzt war es klar, ich werde meine Taktik vom Schwimmen und Radfahren auch beim abschließenden 10 km Lauf nicht mehr ändern. Die von mir ausgeklügelte Taktik lautete: "Volle Kanne".

In der Wechselzone lies ich mir wieder ein bisserl Zeit, aber dann gings los. Aufgrund meines Geheimstrainings mit Luca sollte ich die 10 km locker unter 50 Minuten schaffen. Es waren 5 Runden (genau genommen eine Stichstraße, die man auf der rechten Seite donauaufwärtsgesehen hinauf und auf der linken Seite herunter lief). Das gefielt mir recht gut, da ich zum einen oft bei Birgit vorbeikam, die mich kräftig anfeuerte und zum anderen konnte man seine "Gegner" gut überblicken. Mit einer Laufzeit von 46:36 bin ich als gesamt 22. ins Ziel gelaufen. Meine Zielzeit habe ich mit 2:15:52 um vier Minuten unterboten. Jippiiiiiiii eine Traumzeit für mich. In meiner Altersklasse M-30 bin ich 7. geworden; hätte es eine M-35 Altersklasse gegeben, wäre ich sogar zweiter geworden.

Im Ziel habe ich noch auf Andi gewartet, der mit 2:45:53 gefinisht hat und auch eine persönliche Bestleistung aufgestellt hat. Gratulation. Ich hoffe, dass ich nicht zu viel von mir geschwärmt habe, aber als alter Bürohengst und Bücherwurm schwebe ich gerade auf Wolke sieben ;-)

Schade, dass nicht mehr Drakes auf der Donauinsel waren. Es war ein geiler Event.

Liebe Grüße

Euer Wolfgang (Floyd Orange)

10 km Run in Klosterneuburg


Wolfgang berichtet:

Nach meinem katastrophalen Halbmarathon in Podersdorf (der Grund hierfür war wohl, dass ich davor die 3,8 km „volle Kanne“ in einer Langdistanzstaffel geschwommen bin - bin als 5. aus dem Wasser gekommen -, und erst am Tag den Lauf von Birgit übernommen habe und ich meine Beine davor nicht habe ausruhen lassen) konnte ich eine Woche später am 6.9.2008 beim 10 km Lauf in Klosterneuburg in 43:50 Minuten finishen.

In Anbetracht der Hitze sowie meiner schwachen Halbmarathonleistung war ich sehr zufrieden. In meiner Alterklasse Männlich 30 bis 40 bin ich sogar als 3. aufs Stockerl gekommen. Mal sehen wie es diesen Samstag beim Vienna City Triathlon geht.

Hier ist noch ein Link zur Ergebnisliste

Euer Wolfgang

Und dies, das war der zweite Strei… „fast“!!


DNF – Did Not Finish, soviel bleibt in der Resultatsliste von der PoDo 2008 Langdistanz. Klassisches „Podersdorf – sch**ß drauf“. Zumindest offiziell, inoffiziell natürlich viel mehr.

Aber von Anfang an – mit einigen „Leasons learned“:

13.07.08 wurde die Landdistanz in Roth in 11:49 gefinished, so weit so gut. Leider noch mit dem alten Canyon, da das neue Argon18 einen Lieferzeit von 6 Monate (statt angekündigten 6 Wochen) hatte.

05.08.08 Arztbesuch: Lunge abhören und Antibiotika, nach 2 Wochen schwerem Husten und zunehmenden Halsschmerzen hat dann doch die Vernunft gesiegt.

12.08.08 Nach Behandlung mit entsprechenden Medikamenten alles ok, Trainingsstunden seit Roth: 6h00

14.08.08 nachmittags – SMS von Papa, dass neues Argon18 eingetroffen ist, Perfekt!!! Mit direktem Tapering geht es sich für PoDo aus…

14.08.08 Anmeldung Sportspayment – geheime Kommandosache, keine Ahnung wie es ausgehen wird.

16.08.08 Krankheitsrückfall – Schnupfen und Husten gehören wieder zum Alltag

17.08.08 Abholung Radtransportkarton von Papa, leider schaut dabei die kaputte Nabe des Vorderrads aus dem Karton heraus.

18.08.08 Reklamation des Transportschadens, eine neues VR wird verschickt

22.08.08 Die ersten 30min auf dem neuen Argon18, Danke an Snick für die Leihgabe von einem Ksyrium Vorderrad. Geometrie stimmt nach einigen Korrekturen überein.

25.08.08 Das neue HED Jet60 Vorderrad trifft ein, die neuen Pedale ebenso. Die neuen Cleat-Platten für die Radschuhe lassen sich nicht montieren. Positiv: Der Schnupfen und Husten sind weg!

27.08.08 Ausfahrt mit alten Pedalen, aber sonst komplett neuem Rad. 1 Stunde 45min mit einigen Steigerungen in der Lobau – Die letzte Phase, das 3 Tages Tapering, beginnt.

28.08.08 Nach Bearbeitung der Befestigungsschrauben lassen sich die neuen Cleats montieren.

29.08.08 morgens - Letzte Ausfahrt in der Früh, 30min rollen – alles „passt“ (zumindest nach 30min)
Trainingsstunden seit Roth: 10h30 (für 7 Wochen vielleicht ein bisschen zu wenig…)

29.08.08 abends – Registrierung, die geheime Kommandosache wurde öffentlich, Snick und km-Bolzer haben ein wenig unglaubwürdig *geguckt*

30.08.08 D-Day

04:45-07:29 As usual – Aufstehen, Essen, Verladen, Verlegen, Check-In, Wechselzone einrichten, kleine und große Seite an körperlichem Bedürfnis erledigen, Neopren anziehen, im Schwimm Startbereich einfinden. Was ist anders als bei den bisherigen 4 Langdistanzen..? Nun ja, Wetter technisch haben wir schon viel erlebt, aber was sich in PoDo bot war neu: bedeckt, 20° - perfekt, wäre da nicht der Wind. Eigentlich gar nicht so stark, aber wie wir wissen, ist der Neusiedlersee ein Steppensee und sehr anfällig auf Wind. Das Fazit, wir standen 1.20 bis 1.40m im Wasser und sahen uns mit Wellen von 50cm Höhe konfrontiert…

07:30 Start zum Schwimmen – für mich ca. 15min bis zur ersten Boje

07:45 Durch die ungewöhnliche vertikale Bewegung des Körpers während des Schwimmens wurde ich „Seekrank“ und nur das Aufstehen und (illegale) „Gehen“ oder vielmehr Waten und entsprechende Pausen half meinem Magen nicht den Inhalt des Frühstücks oben auszuwerfen. Von nun an waren maximal 20-30 Kraulzüge möglich.

08:05 Endlich an Land, nach 1:35min, mit 2.5k Wassertreten in den Beinen und einem sehr flauen Magen… Was das heißt, nun ja - werden wir ja bald am Rad sehen.

08:10 In Ruhe den Wechsel durchgeführt und raus auf die Radstrecke.

Ca. 10:00 Nach 60km zeigt sich wie sich die zurückliegende Krankheit, die Extraeinheit Beinmuskulaturbelastung beim Wassertreten, einem fast rebellierenden Magen und praktisch nicht Probe- und eingefahrenem Rad auswirken… Fatal!

Ca. 13:45 Kurz vor Ende der 3. Runde, bei ca. 120km ist es klar, heute laufe ich keinen Marathon mehr…

Ca 14:00 Die letzte Runde wird in Angriff genommen, 135km sind heruntergekurbelt. Noch 45km, also 1:45h „ausrollen“.

15:42 Mit einer Gesamtzeit von 8h06 rolle ich in die WZ, stelle das Rad ab, ziehe die Radschuhe, Helm, Kompressionsstutzen und Radhandschuhe aus, Atme 3 mal tief durch und gehe in Badeschlapfen zum Wettkampfrichter...

15:48 Die berühmten letzten Worte im Langdistanz Austria Triathlon des Athleten Christian Prinz: „Melde mich vom Wettkampf ab, Aufgabe Nummer 180“

Hart verdientes Geld...



... wäre es um ein Haar in Podersdorf geworden. Leider ist die Dream-Team-Staffel rund um Andi "km" Bolzer, Snick "the Etschtal-Beamer" und Christian "Nurmi" Neiger mit dem 7. Staffel-Rang finanziell ganz knapp leer ausgegangen.

Die Bedingungen am Samstag im Seewinkel waren für Surfer und Kiter sicher ein Traum. Für Triathleten leider nicht ganz. Aber lest hierzu gleich Andi´s packenden Original-Kommentar:

"Vollen Mutes durch die von Cheftrainer Peter verschriebenen Schlüssel-Trainingseinheiten sprang ich in die Fluten des trüben Neusiedlersees. Nachdem sich alle Teilnehmer hinter der Startlinie eingefunden hatten, erfolgte der leicht verspätete Startschuss. Man sollte denken, dass durch das reduzierte Feld in Podersdorf das Schwimmen gemütlich wäre. Der Wind machte hier leider einen Strich durch die Rechnung. Im seichten Neusiedlersee bildeten sich halbe Meter hohe Wellen, die jeden Schwimmrhythmus zunichte machten. Entweder man griff ins Leere oder voll in einen Wellenberg hinein, beim Luftholen bekam man eine Ladung Wasser ins Gesicht und beim Nachvorneschauen versteckten sich die viel zu niedrigen Bojen hinter den Wellen. Weiters wusste man durch die schlechte Sicht unter Wasser nicht wo die die Mitstreiter sind. Da es allen so ging und viele die Orientierung verloren, kam es sehr oft zu ungewollten und teilweise schmerzhaften Kontakten mit den anderen Athleten. Dies war auch nicht förderlich für ein zügiges Vorankommen. Ausgelaugt, fluchend und mit einer Menge verschluckten Neusiedlerseewassers kam ich mit der schlechten Zeit von 1:16:21 an Land (17. von 31) und reichte den Zeitnehmungs-Chip an Johannes weiter. Es war das schlimmste Schwimmen, das ich je erlebt hatte. Teilnehmer aus anderen Staffel pflichteten mir bei."

Ich wartete also 20 Minuten lang vergebens auf unseren tapferen Schwimmer, doch auch die meisten anderen Staffel-Fahrer standen noch dehnend und ausschüttelnd neben ihren einschüchternd teuren Rennern. Dann ging alles ganz schnell, Andi wickelte mir den Chip ums Bein und ab ging die Post. Leider die ersten Minuten zu Fuß. Der Weg bis zur Linie, wo wir endlich unsere aerodynamischen Kunstwerke besteigen durften, führte uns alleine schon durch halb Podersdorf.

Ungewohnt war das Gefühl, staubtrocken die Raddistanz zu beginnen. Normal rinnt einem an dieser Stelle noch das Wasser aus den Ohren und das Gewand klebt naß-kalt am ganzen Körper. Auf der ersten Runde war eigentlich nur Zurückhaltung angesagt, überhaupt weil ich die 90°-Kurven zum ersten Mal im Rennen fuhr. Auch ungewohnt ist es, das Scheibenrad bei 40 kmh in die Kurve zu legen - gar nicht so einfach. Auf der zweiten Runde sah ich schon Kollegen Hubner beim Reifenwechseln am Straßenrand. Oh weh, wenn mir das passiert, dann lynchen mich meine Jungs, dachte ich. Die geklebten Conti 4.000 würde ich nicht mal mit Machete und Schraubstock runterbekommen, geschweige denn mit einem winzigen Reifenheber. Also volles Risiko und vorwärts!

Auf der dritten Runde wurde es hart, die Beine schwer und der Wind immer stärker. Zudem lichtete sich das Feld, weil all die Halbdistanzler schon ins Ziel abbogen und meistens war ich jetzt ganz allein auf weiter Flur. Vielleicht hätte ich mir auch ein Betreuerfahrzeug organisieren sollen, wie das angeblich einige Profis gemacht haben. Neben Verpflegung und Motivation wurden am Samstag auf diese Weise auch einige Leute mit ausreichend Windschatten versorgt...

Aber es half nichts, die vierte und letzte Runde stand an und das Motto war klar: ALL OUT! Jetzt geht´s drum. Also fuhr ich mich in einen Rausch hinein - immer um die Schwelle pendelnd - fast in Trance die Pedale runterhämmernd. Hoffentlich reißt dieser Zustand nur nicht ab, dachte ich, doch langsam begann ich sogar, Einzelstarter-Profis einzusammeln und hinter mir bildete sich eine Kette aus 6 bis 7 Fahrern. Die letzte Gerade von Illmitz nach Podersdorf war nicht mehr lustig. Stürmischer Gegenwind, 170 km in den Beinen und der Puls am Limit. Die Zeit schien still zu stehen, während der Schmerz wuchs und wuchs.

Ich war heilfroh, als mir Christian den Chip in der T2 vom Knöchel riss und ich mich neben mein Rad legen konnte, das hatte ich mir schon bei so vielen Langdistanzen gewünscht. =O) Nach ein paar Minuten gings wieder halbwegs und mit Andi plünderte ich das Bierregal im nächstbesten Supermarkt. Das hatten wir uns verdient!!! Was Ironchris in der Zwischenzeit erlebte, schreibt er hier:

"Als Snick und Andi sich gerade auf den Weg zum wohlverdienten Bier nach ihren absolvierten Disziplinen machten, hatte ich die Ehre, den abschliessenden Marathon anzugehen. Ich fühlte mich geehrt, im erlauchten Irondrake-Team für diese Disziplin nominiert zu werden und erhielt von unserem Trainer Peter wie üblich einen Trainingsplan (für sage und schreibe 3 Wochen Vorbereitungszeit…..).

Nach sorgfältig absolviertem Trainingsplan startete ich nun auf die ersten Marathonkilometer. Mein letzter eigenständig (ohne Tria) gelaufener Marathon lag bereits 2 Jahre zurück. Deshalb machte ich mir keine großen Hoffnungen auf ein neue persönliche Bestzeit. Die ersten Kilometer spulte ich in 4Min50 herunter. Ich hatte mir diesmal vorgenommen, nicht zu schnell zu starten. Dies wurde mir bei meinem letzten Marathon zum Verhängnis und führte zur Zielzeitverfehlung.

In Podersdorf waren 4 Runden zu 10,5km zu laufen. Nach der ersten und zweiten Runde ging es mir gut. Allerdings war ich nicht auf die neue Motivationstechnik der Drakes eingestellt. Es war auf der Strecke weit und breit kein Irondrake zu sehen, der etwa den Anschein des Anfeuerns (oder so) machte. Der einzige, der mir dankenswerter Weise jede Laufrunde meine Powerbar Gels reichte, war Wolfgang Schafspelz. Diese Gels haben echt gewirkt.

Ich lief also Runde um Runde und hoffte, wenigsten in der nächsten Runde einen anfeuernden Drake zu sehen und dann waren sie alle da: Wolfgang, Birgit, Mav, Snick, Andi und Schafspelz auf dem Feldbett. Das Bier schmeckte ihnen sehr gut. Zu Beginn der vierten Laufrunde spürte ich leichte Anzeichen des Mannes mit dem Hammer. Dank Powerbar Gels konnte ich jedoch das Unheil des Langsamer-Werdens abwehren und konnte ab Kilometer 40 nochmals Gas geben. Gemeinsam mit Snick und Andi lief ich ins Ziel – mit einer neuen persönlichen Marathonzeit von 3h:19 Min. Ich war ziemlich happy und das Bier danach schmeckte genial.

Vielen Dank an Snick und Andi dafür, dass ich gemeinsam mit Ihnen in einer Staffel sein durfte und an Trainer Peter für den sehr wirksamen 3-Wochen-Marathon-Trainingsplan.
Aloha
Ironchris"


Challenge Roth 2008


Man kann die vergangene Woche wieder unter eine meiner vielen verrückten Wochen einordnen, in denen alles drunter und drüber gegangen ist, aber letztendlich doch alles noch haarscharf geklappt hat. Von Di bis Fr stand eine Dienstreise nach Singapur am Programm. Alles schön und gut - aber bitte nicht vor dem wichtigsten Wettkampf im Jahr. Laut Triathlonlehrbuch sollte ja eine gezielte Vorbereitung viel Schlaf und Tapering beinhalten! Tapering gehört übrigens zu meiner Lieblingsdisziplin, da die ausgiebige und schnelle Nahrungsaufnahme (spezialisiert auf Hamburger, und da am besten die vom Burger King) sicherlich zum meinen Stärken zählt :-). Von mir aus könnten auf der Langdistanz auch Schnitzels ausgeteilt werden! Das würde den Wettkampf auch kulinarisch aufwerten. Nach ein paar Stunden kann man ja sowieso keine Carbo-Gels mehr sehen und es würde den Magen füllen! Zurück zu meinem Singapur-Termin, von dem es ja sowieso kein Entrinnen gab. Nur 2-3 Stunden Schlaf pro Nacht aufgrund der Zeitverschiebung und eine Ernährung aus McDonald und Starbucks. Die futuristische Stadt Singapur bringt einen wirklich zum Staunen, aber der Rückflug von 14 Stunden ist so ziemlich die schlimmste Folter, die man sich als Triathlet vorstellen kann.

In Roth angekommen, stellte sich langsam das Triathlonfieber ein. Überall Triathleten mit Starterband und Größen wie Macca, Van Vlerken, Biscay und viele mehr. Der Rad-Check-In sollte ja eigentlich ziemlich schnell über die Bühne gehen, doch ein Patschen am Vorderrad kostete mir die Nerven. Kurz vor der Krise war ich dann, als sich auch noch das Vorderrad nicht mehr von der Gabel lösen ließ. Grund: Der Schlitz am Ende der Gabel, in der die Nabe des Vorderrades versenkt wird, war zugebogen, sodass die Nabe nicht mehr aus dem Schlitz herausrutschen konnte. Vielleicht ein bißchen kompliziert (ich weiß ehrlich gesagt selber nich, ob ich die richtigen Begriffe verwendet habe!). Die Reparatur funktionierte nur mehr mit Hilfe eines Hammers! (siehe Bild) :-) Mit dieser Aktion habe ich dann natürlich die volle Aufmerksamkeit der anderen Triathleten auf mich gezogen! Gut, wie oft sieht man schon, dass ein Rad mit dem Hammer repariert wird. :-) Die meisten Leute nicht einmal im Leben! Nach dieser Aktion noch kurz einen Campingpatz aufgesucht und im gemieteten Laster übernachtet.

Nächster Tag: Wettkampf. Wie hätte es anders sein können, Durchfall um 5 Uhr in der Früh und in 2 Stunden sollte schon der Startschuss ertönen. Noch schlimmer, es goß in Strömen und der Regen sollte noch bis in den späten Nachmittag hinein andauern. Hektik pur! Sinnlos durch die Transition geirrt, um ein paar Gegner schon in der Transition zu verwirren. Bis dahin konnte ich mir noch immer nicht verstellen, dass ich an diesem Tag echt eine Langdistanz finishen könnte. Aber diese Zweifel überkommen einen ja jedes Jahr und so ließ ich mich einfach auf das Wagnis der Langdistanz ein. Startschuss! Ohne zuviel Prügel zu beziehen, konnte ich die Schwimmstrecke hinter mich bringen. Leichte Enttäuschung, da ich mir eine deutlichere Verbesserung im Schwimmen gegenüber dem Vorjahr erwartet hatte, aber noch kein Grund aufzugeben. Die Schwimmstrecke war natürlich nicht so spektakulär wie in Kärten, da es in Roth einfach keinen Lendkanal gibt. Aber trotzdem ein geiles Erlebnis! Aus dem Wasser in die überfüllte Transition, wo ich traditionsgemäß viel Zeit liegen ließ. Diesmal verweilte ich dort ganze 9 Minuten. Zumindest dort hätten sie warme Schnitzel anbieten können! Auf jeden Fall, besteht hier noch echt Potential zur Verbesserung! :-)

Die nächsten Stunden am Rad entpuppten sich als reine Quälerei. Einmal bergauf zu lange in der Draftingzone geblieben und der Marshall pfiff mich zurück. Beim zweiten Anlauf klappte die Überholaktion aber! Regen ohne Ende, kühle Temperaturen bei ca. 16°C und das bei vollem Fahrtwind. Aber trotz dem schlechten Wetter immer noch Tour-de-France-Stimmung an den Anstiegen des Kalvarienbergs und des Solarerbergs. Kann man sich wirklich so vorstellen wie die Bergankünfte in Luz Ardiden und Alpe du Huez oder am Col du Tourmalet und am Mont Ventoux. Das absolute Highlight: Von der Hillary Biscay überholt, draftete ich für ein paar Meter hinter ihr! Unter all dem Trubel vergaß ich auch einmal zu schalten und bin dann auf dem großen Kettenblatt den Solarerberg gewuchtet. Ein Fehler, der sich dann ziemlich schnell rächte, denn die letzten paar Kilometer traten dann Schmerzen in beiden unterkühlten Knien auf, sodass ich dann Minute um Minute auf den folgenden Kilometern verlor und selbst beim Bergabfahren kaum über 20 kmh kam. Demotiviert wollte ich aufgrund falscher Zeitangaben schon in der 2ten Transition aufgeben (Hochrechnungen ergaben, dass ich maximal so schnell war wie im Vorjahr - doch in Wirklichkeit hatte ich schon eine 3/4 Stunde gut gemacht), ließ mich dann aber zu meinem Glück doch noch überreden, den Wettkampf fortzusetzen. Aber ab dann sollte es nur mehr bergauf (Achtung: mit diesem Wort sollte man im Triathlon wirklich sehr vorsichtig umgehen!) gehen.

Das Laufen ging ich dann ziemlich behutsam an, denn ich wollte so spät wie möglich aufs Gehen wechseln. Diesen Plan konnte ich den ersten Halbmarathon auch erfolgreich einhalten, doch dann fiel ich trotz immer besser werdenden Hochrechnungen in ein Motiviationtief. Die Streckenführung stellte sich zu diesem Zeitpunkt viel schwieriger dar als sie dann letztendlich war. Ein paar Kilometer später traf ich dann den Christian, realisierte ich sofort, dass die Laufstrecke keine Wendestrecke sein konnte und dass ich die Schwierigkeit der Laufstrecke eindeutig überschätzt hatte. Mit neuer Motivation sofort wieder an Fahrt aufgenommen und den Marathon in Windeseile zu Ende gelaufen. Auf den restlichen Kilometern blieben heftigere Schmerzen aus, sodass ich auf den letzten 200 Metern sogar noch einen Zielsprint einlegen konnte. Endzeit: 13:06. Ungefähr 1 Stunde schneller als ich erwartete. Schade vielleicht, dass ich die restlichen 6 Minuten nicht irgendwo einsparen konnte, denn Potential dazu war noch in viel Punkten vorhanden. Dafür bin ich schon wieder voller Visionen für nächstes Jahr und die Anmeldung steht ja auch schon wieder!

Zürich Triathlon


Vor zwei Wochen hatte ich meinen ersten Triathlon in Spiez, der für mich damals super gelaufen ist. Schon damals stand der Plan fest auch in Zürich am Triathlon zu starten. Heute ist es soweit. Ich bin am Start zur Schwimmstrecke am Zürisee.

Zuerst noch ein paar Hintergründe der Züritriathlon ist Teil des Triathlon VW-circuit - sieben Wettkämpfe in der ganzen Schweiz. Dementsprechend gross ist das Starterfeld. In meiner Alterskategorie 200 Plätze. Insgesamt werden sich 519 Männer auf der olympischen Distanz klassifizieren.

Zurück an den Start zur Schwimmstrecke. Das Wasser ist erfreuliche 19 Grad kalt bzw. warm, somit ist der Neopren erlaubt. Im unterschied zum IM ist die Grenze beim Triathlon bei 22 Grad angesetzt. Im Gegensatz zu Spiez starte ich diesmal recht zügig und versuche gleich den optimalen Weg zur ersten Boje zu finden. Noch bevor ich die erste Boje erreiche, schnappe ich schon manchmal recht unregelmässig nach Luft. Der Start ist geglückt - jede Menge Schwimmer hinter mir. Für mich heisst es nun kurz etwas Tempo rausnehmen und in den gleichmaessigen Schwimmrythmus zu kommen. Diesmal bin ich besser konzentriert - und so kommt die erste, zweite und schliesslich die dritte Boje näher. Raus aus dem Wasser und in die Wechselzone.

Thema Wechselzone - laut Ausschreibung müssen die Räder mindestens zwei Stunden vor Start eingecheckt werden. Daher war ich bereits um 7:30 vor Ort und hab das Rad plaziert. Da waren noch einige Plätze frei. Später haben sich dann auch die noch gefüllt. Offensichtlich nehmen die das mit dem Einchecken doch nicht so genau. Übrigens es regnet schon den ganzen Tag, und ist eigentlich ziehmlich kalt. So war mir dann vor dem Start noch so kalt, dass ich sogar einen Kaffee trinken musste. Andere Heissgetränke gabs leider nicht.

Raus aus der Wechselzone und ab aufs Rad. Wie sich später rausstellt ist Trans1 meine schnellste Disziplin, Rang 71 von 155. Später wird meine finale Platzierung etwas "schlechter" ausschauen. Die Radstecke ist gleich um einiges "angenehmer" als jene in Spiez, dort ging es fast die halbe Strecke langgezogen bergauf. Hier in Zürich sind es drei Runden entlang dem Zürisee, unterbrochen vom kurzen Heartbreak-Hill. Nachdem ich die Strecke bereits einige Wochen vorher abgefahren bin, weiss ich was mich erwartet. Trotzdem ist der erste Anstieg dann doch etwas zäher als gedacht. Dafür geht die zweite und dritte Runde um einiges besser.

Mittlerweile hat der Regen etwas nachgelassen, ich bin nur bergab etwas vorsichtig unterwegs. Regelmässig heisst es für mich Powergel und Flüssigkeit nehmen. Und da ist er schon wieder der Moment der Wahrheit: die Führenden (Profis) ziehen an einem mit einem wahnsinnstempo vorbei. Sehr beachtlich wie die in die Pedale treten. Wenigstens gibt es etwas Abwechslung auf der Strecke und so sind die drei Runden mit einem 32er Schnitt (für mich) schnell abgespult.

Jetzt ist auch mein Fanclub eingetroffen, der mir in der Trans2 dann auch noch ordentlich Gas gibt, doch schneller zu wechseln. Wahrscheinlich bin ich doch etwas zuviel abgelenkt, jedenfalls ist meine Wechselzeit auch nicht mehr so viel besser ;-) Und dann bekomme ich auch noch die gelbe Karte - weil ich schon auf dem Weg zum Fahrradständer den Helm öffne.

Nun gehts nur mehr ums Laufen. Zwei Runden, wieder den See entlang Richtung Zentrum, diesmal ohne Steigungen. Die Strecke wird als schnell bezeichnet. Ich komme glücklicherweise rasch in einen gleichmässigen Lauf hinein. Nur darf ich das nächste Mal am Rad nicht zuviel Trinken, zuviel Wasser im Bauch ist etwas hinderlich auf den ersten Metern. Es geht aber bald besser. Und so ist dann auch die erste Runde schnell überstanden. Die zweite Runde geht gefühlsmässig noch etwas schneller. Insgesamt mache ich beim Laufen noch ein paar Plätze gut. So bin ich dann nach 2:42 glücklich im Ziel.

Die Kälteschlacht von Roth


Am dunklen Himmel über dem Main-Donau-Kanal braut sich ein fürchterliches Unwetter zusammen. Der kühle Gegenwind peitscht mir den kalten Regen ins Gesicht. Jetzt nur nicht stehenbleiben, denke ich, sonst ist mir die Lungenentzündung gewiss. Etwa zur selben Zeit sollten weiter südlich an der Zugspitze zwei Athleten gar ihr Leben lassen - im Wettkampf gestorben, an Erschöpfung und Unterkühlung. Vorerst fragte ich mich aber, wie ich bloß in diese Situation kommen konnte.

Rückblende: Nach dem legendären Ironman Kärnten 2007 suchten die Drakes neue Herausforderungen und Ziele. Seit langem schon fiel immer wieder die Rede auf Roth, diese Geburtsstätte des IRONMAN-Mythos in Europa, die größte Langdistanz der Welt, die beste Stimmung bei einem Triathlon und nicht zuletzt: Die schnellste Strecke weltweit mit regelmäßigen Siegerzeiten unter 8 Stunden. Grund genug für Andi B, Chris P, Wolf G und den Snick Man, sich dort sicherheitshalber mal anzumelden.

Die langen Grundlageneinheiten im Winter ersetzte ich heuer durch eine Eishockey-Saison am USI, das Schwimmtraining durch Klettern in der Halle und die faden Rennradeinheiten durch Action am Mountainbike. Letzteres führte leider zu meinem Daumenbruch, der blöderweise so spät passierte, dass ich mich von Roth nicht mehr abmelden konnte. Also blieb mir nur eines: Training mit Gips. Geht alles. =O)

So ging es am Donnerstag mit gemietetem SIXT LKW hinauf ins Frankenland. Auf der Ladefläche mein Cervelo-Baby und das Canyon von Wolf, der zur gleichen Zeit wohl gerade seinen Vortrag über Halbleiter in Singapur hielt. Ich hatte gerade mal 4 Wochen Training und 3 Wochen Tapering hinter mir. Dazu den 5.0 km Swim von Tulln, von dessen Muskelkater ich mich nach 10 Tagen auch langsam erholte... =O)

In Roth campiert fast jeder. Hat auch wirklich Vorteile. Ich hab bestimmt an 10 verschiedenen Standorten geschlafen - von Heuberg über Hilpoltstein und Roth bis Nürnberg. Man ist total flexibel und hat stets seine gesamte Ausrüstung bei all den Terminen dabei: Am Freitag Registrierung und Pasta Party, am Samstag Wolf aus Nürnberg abholen, dann Bike-Checkin und Wettkampfbesprechung. Im Gegensatz zu Kärnten war in Roth schwimmen mit cep-Stutzen heuer leider untersagt.

Bei Regen checkten wir unsere Räder ein. Gute Sache, dass wir mit unserem LKW bis wenige Meter zur Wechselzone ranfahren konnten, um unter der Brücke in Ruhe die Räder fertig zu bekleben. Wolf übte noch schnell das Schlauchwechseln, wofür er dank verbogener Gabelausfallenden einen Hammer braucht. Die Leute haben nicht schlecht geschaut. =O) Mein Cervelo lasse ich bekanntlich ungern aus den Augen, vorallem nicht im Freien und bei strömendem Regen. Nur ein Mal pro Jahr mache ich da eine Ausnahme...

Am Sonntag Morgen hätten wir keinen Wecker gebraucht, da uns der heftige Regen auf dem LKW-Dach schon vor 0400 weckte. Noch ein Honig-Toast, ein paar Riegel und raus in den Gatsch. Die Stimmung in der Wechselzone vor dem Start ist schon legendär, wenn sie den Independence-Day-Soundtrack spielen, die Kirchturmglocken läuten und die Profis sich ins Wasser begeben, als würden sie in den Krieg ziehen. Gänsehaut-Feeling garantiert. Fast verpasste ich meinen eigenen Start um 0705, Andi und Christian hatten noch Zeit bis 0725, Wolf gar bis 0735.

Das Schwimmen im Kanal war aber echt angenehm. Wenig Gerangel, kein Verschimmen, keine Strömung, wenig Bojen. Ich fühlte mich sehr stark im Wasser und die Uhr zeigte noch 1h08, als ich die Brille hochklappte. In der T1 zog ich mich praktisch während des laufens um, das spart eine Menge Zeit.

Am Rad bin ich echt halb erfroren. Das patschnasse Irondrake-Top klebte kalt auf meiner Brust - bei Regen, 10 C und Fahrtwind. Ui fein. Vor lauter Zittern fuhr ich auf den Abfahrten oft Schlangenlinien. Die Zähne klapperten und die Lippen waren wohl schon ganz blau. Das sollte sich auf den 180 km auch nicht mehr ändern. Ich war echt froh, als ich nach Roth einrollte und das Rad abgeben durfte. Mit 5h18 habe ich zwar keinen Rekord aufgestellt, mit meinem Durchschnittspuls von 136 aber schon. So locker war ich sonst nur 2002 gefahren. Damals hatte ich jedoch noch 7h45 gebraucht... =O)

In der T2 hatte ich mir die Salztabletten fürs Laufen auf das Visor geklebt hatte, um sie nicht im Sackerl suchen zu müssen. Auf den ersten km geht es in Roth ziemlich stark bergab, sodass ich sofort Krämpfe in beiden Oberschenkeln hatte. Trotz der lockeren Radfahrt konnte ich einfach kein Tempo beim Laufen aufnehmen. Der Puls ging nie über 143, es ging irgendwie einfach nix weiter.

Mittlerweile sehe ich den Grund für mein Dahinschleppen in der zu kurzen Vorbereitung. Bei der oberen Wende kam mir schon Andi leichten Schrittes entgegen und es dauerte nicht mehr lang, bis er mich endgültig eingeholt hatte. Vorallem die untere Wende mit der endlos langen Steigung zum Teufelsknopf hinauf war der Horror für mich. Mit Laufen war da nichts mehr. Ich plagte mich schon mit dem Gehen... Bergab zurück lief ich dann wieder, aber lustig war das nicht. Hab schon lang nicht mehr so gebissen.

Auf der letzten Gerade die Lände rauf erwischte mich dann noch mal der kalte Regen. Der Bauch rumorte unter dem naß-kalten Leiberl, die Knie streikten und die Fußsohlen brannten. Das war meine letzte Langdistanz, schwor ich mir an dieser Stelle. Sicher. Nie wieder. Irgendwie schaffte ich es ins Ziel und war erstaunt, als die Uhr erst 10h54 zeigte. Wenigstens das. Ich wollte natürlich sofort eine Wärmedecke, musste mir aber vom Sanitäter anhören, dass die Decken schon ziemlich am Ende seien, worauf ich erwiderte, das träfe sich gut, da ich auch schon ziemlich am Ende sei... Er rückte aber keine raus und schickte mich stattdessen unter die Dusche.

Bald fand ich Andi im Finisher-Zelt, der mir stolz seine 10h10-Urkunde präsentierte. Hut ab Andi, das ist eine Weltklasse-Zeit und das hast du dir bei deinem Training echt verdient! Auch Chris P stellte mit 11h49 an diesem Tag einen persönlichen Rekord auf und Wolf verbesserte seine 2007er Zeit gar um über 2 Stunden auf 13h06. Gratulation! Am Abend ging es mit dem Shuttlebus zurück nach Hilpoltstein für eine erholsame Nacht in unserem IVECO Truck.

Diesmal findet ihr einfach alle Photos unter
http://picasaweb.google.com/csmarits22/QuelleChallengeROTH2008

Euer
Snick

IRONMAN Austria 2008

Es war soweit! Am 13.07.2008 bestritt ich, nach langer aber nicht intensiver Vorbereitung, meine erste Langdistanz beim Ironman Austria in Klagenfurt.
In die Vorbereitung ging ich relativ motiviert. Mit einem Trainingsplan aus dem Internet wollte ich mein Glück versuchen. Der Trainingsplan war rasch herunter geladen und alle Fakten und Daten eingetragen. Die Umsetzung erwies sich schon etwas schwieriger. Unterbrochen von einigen Motivationstiefs und Businesstripps erwies sich der Plan eher als Empfehlung wie man es möglicherweise doch irgendwie bei einer Langdistanz ins Ziel schaffen könnte. Außer ein paar Schwimmeinheiten, mehreren Lauf- und doch drei langen Radeinheiten war ich bereit für den Big Day!
Ich machte mich schon am Donnerstag auf den Weg nach Klagenfurt und stimmte mich in der Ironcity auf das Rennen ein. Die Stimmung war großartig und wurde nur von ein paar kleinen Läufen und eine Radrunde um den Wörthersee unterbrochen.
Bei der Pastaparty lernte ich noch einen PRO kennen. Benjamin Rossmann (http://www.benjamin-rossmann.de/) aus Deutschland, ein sehr netter Bursche, der in Kärnten seinen Hawaii Slot holen wollte (und es auch geschafft hat) - Gratulation!

Am Samstag checkte ich dann mein Rad und die Wechselsackerln ein und verbrachte den Abend bei Spaghetti mit meinem Support Renate und Christian (IronChris)!

Die Nacht war kurz, ich hätte eigentlich ganz gut geschlafen, wenn ich nicht stündlich von netten SMS geweckt worden wäre. Um 3 Uhr morgens kam dann das letzte SMS - endlich. Um 4 Uhr stand ich dann auf und frühstückte wie es sich für einen angehenden Ironman gehört leckeres Weißbrot (ohne Rinde) mit Honig! Ich hatte erstaunlicherweise denn vollen Kohldampf und war nur bedingt aufgeregt.
Um 5:15 stand ich bereits bei meinem Rad, kontrollierte noch einmal alles genau. Bis um halb sieben überkamen mich dann noch ein paar emotionelle Anfälle, die ich aber einigermaßen unter Kontrolle hatte. Mit leichten Zweifeln ob das alles hier überhaupt Sinn macht und ich nicht doch besser auf meiner Couch vor dem Fernseher aufgehoben wäre, zwängte ich mich in meinen Neoprenanzug und ging zum Start. Um auf den Fotos auch wirklich gut auszusehen stellte ich mich natürlich in die erste Reihe, und tat so als hätte ich alles unter Kontrolle. Ein paar verkrampfte Lächeln schenkte ich noch den Fotografen die auf den Stegen auf und ab rannten! Nach dem der Pfarre sein Gebet (ich glaube in 25 verschiedenen Sprachen) beendet hatte legte sich ein fast beruhigende Stille über den Wörthersee... Die erste orangene Wendeboje immer im Blickfeld war es nun soweit. Die Startkanone wurde abgefeuert und 2.500 Wahnsinnige rannten in den See… Ich sah mir das ganze einmal an, wartete auf eine passende Lücke und kraulte (fürs Publikum und weil ich mich nicht gleich als Brustschwimmer outen wollte) den Steg entlang. Nachdem der Steg endlich zu Ende war wechselte ich zu meiner Disziplin, dem Brustschwimmen. Top motiviert konnte ich sogar ein paar Krauler überholen. Gedränge gab es bei mir hinten keines mehr. Zum Glück! Lediglich ein orientierungslos kraulender Mensch schwamm mir ständig von links und rechts in meine Bahn. Der Arme ist sicher bis ans Ende des Schwimmens mit seinem Zick-Zack Stil 4,5km geschwommen. Beim Schwimmen ging es mir recht gut, und die letzten 900m zog es mich richtig durch den Lendkanal. Eigentlich wollte ich im Kanal wieder kraule, aber ich musste mich kurzfristig zwischen Ertrinken und Brustschwimmen entscheiden. Letzteres hat gewonnen und so konnte ich doch mit 1:31:17 das Schwimmen beenden!
Schnell zu meinem Sackerl gerannt, umgezogen… begab ich mich schließlich auf die 180km lange Reise! Die erste Runde ging ganz gut! Ich hatte alles im Griff. Wie geplant war ich die ersten 90km nur mit Rad fahren und essen beschäftigt. Alle 2h eine Salztablette und alle halbe Stunde einen viertel Powerbar Riegel und natürlich trinken, trinken, trinken was rein ging. So verging auch die Zeit. Die zweite Runde erwies sich dann als echte Herausforderung nachdem mich das herannahende Gewitter eingeholt hat. Es regnete in Strömen und mir war wirklich saukalt am Rad. Trotzend allen Witterungen gab ich Gas und konnte sogar ein paar Radler überholen. Möglicherweise war ich zu naiv oder besser gesagt hirnlos da ich selbst bei diesem Wetter (ohne wirklicher Sicht) bei den Abfahrten an geschätzten 60-70km/h gekratzt habe. (Es wird Zeit einen Tacho zu kaufen) Wie ich gehört hatte sind auch einige gestürzt, was mich nicht sonderlich wunderte, mir aber erspart blieb. Danke! Bergauf verlor ich dann wieder alle Zeit die ich bergab gut gemacht hatte. Der Rupertiberg ist zwar steil, aber geil! Der Discobus in der Mitte bringt die nötige Motivation für den restlichen Aufstieg. Und wenn man Rad schiebende und kotzende Triathleten am Rand der Strecke sieht, ist man komischerweise zusätzlich motiviert und freut sich das man selbst nicht zu „Denen“ gehört. 7h 25min 17Sekunden, dann konnte ich endlich mein Rad wieder abgeben. Ein freundlicher Mensch hat es mir zum Glück abgenommen und ich befand mich schon wieder in der Wechselzone! Schnell die Laufschuhe angezogen, alle Gels und Powerriegel verpackt, begab ich mich auf die letzte Reise.
Zum Glück kam die Sonne wieder heraus und ich wurde dann doch wieder einmal trocken. Meine Beine bewegten sich wie ein Motor. Leider nicht wie ein gut geschmierter, aber zum Glück blieb der Motor nie stehen. Ich rannte, oder besser gesagt versuchte es. Mit zeitweise gestoppten 10Min pro Kilometer stellt sich natürlich die frage ob man noch von laufen sprechen kann. Mein „Doping“ beim Laufen war Cola und Salztabletten. Ich lief die zwei Runden, im Europapark immer wieder aufs Neue motiviert von meinem Support, in 5:39:10. Die letzten Kilometer von Klagenfurt in Richtung Ziel waren eine wahre Freude. Die Vorstellung es wirklich geschafft zu haben motivierte mich noch einmal zu Höchstleistungen und ich konnte dann doch 6min pro km laufen, was zu diesem Zeitpunkt für mich wirklich schon unter unmenschliche Qualen fiel. Die letzten 300m und vor allem im Zielkanal waren eine emotionale Hochschaubahn! Ich war wirklich da wovon ich seit einem Jahr geträumt hatte. Alle geprobten und vor dem Spiegel getesteten Posen waren vergessen und ich genoss einfach die letzten Meter. Ich habe keine Ahnung mehr was ich gemacht habe, ich habe nur noch tausende jubelnde Menschen in Erinnerung die einzig und alleine nur mich ins Ziel begleteten. Ich war überglücklich nicht nur weil ich es tatsächlich geschafft hatte, nicht nur weil ich sogar unter meiner vorausgesagten Zeit von 15h blieb, sonder auch weil Renate und Christian im Ziel auf mich gewartet haben. Danke, das war echt lässig!!! Leider bekam ich keine Medaille mehr weil die angeblich ausgegangen sind (also mußte ich mit für das Siegerfoto eine von einem freundlichen Triathleten ausborgen). Das war eigentlich die bitterste Pille and diesem Tag.
Aber meinen persönlichen Sieg konnte mir keiner mehr nehmen und mit einer Gesamtzeit von 14:47:09 wußte ich nun endlich was es heißt ein IRONMAN zu sein.





Fotos: http://picasaweb.google.com/irondrakes