Kärnten Ironman Austria 2011


Es war einmal ein kleiner Mann,
der fing mal zu trainieren an.
Im April dies Jahr war’s dann so weit,
es kam die erste Trainingseinheit.
Laufen stand auf dem Programm,
was der Andi ja schon kann.
So richtig schnell war er noch nicht,
drum endet hier noch nicht die G´schicht.
Beim Schwimmen, Radfahren und auch Laufen
musste er ganz schön viel schnaufen.
Oft zu faul die Laufschuh anzuziehn,
ziehte sich das Training ganz schön hin.
Doch mit den Drakes gemeinsam Radln,
stärkte stetig seine Wadln.
Und schwimmen gehn statt fern zu sehn
fand er auch schön langsam schön.
Der Tag der Wahrheit war nun da,
und auch der Drakes-Support, hurra!
Die Hymne spielt, der Startschuss fällt,
der Andi in die Fluten schnellt.
Den Christian hat er noch kurz gesehn,
doch ab nun muß jeder seinen eigenen Weg gehn.
Boje eins, und dann auch zwei,
sehnte er das Ende der 3,8km Schwimmen herbei.
Endlich geschafft und aufs Rad gestiegen,
konnte er die ersten 90km fast fliegen.
Ruperti rauf und wieder runter,
Radeln ist „fun“ und hält auch munter.
Die zweiten 90km was soll man sagen,
da musste er sich schon ganz schön plagen.
Ne Wespe kam noch kurz vorm Ende,
die stach ihn in die Lippe und nicht in die Lende.
Mit Schmerzen im Knöchel und die Lippe angeschwollen,
wollte er beim Laufen das Feld aufrollen.
Ein Tip vom Christian war Goldes wert,
Vereisungsspray ist nie verkehrt.
Die Birne leer, der Körper schwer,
lief er die 42km wie ein Bär.
Zum großen Glück musste er nie gehen,
und auch das Ende war schon abzusehn.
Er lief und lief und wurde immer schneller,
und auch das Funkeln in den Augen immer heller.
Das Ziel schon wirklich, wirklich nah,
hörte er die Menge und es war einfach wunderbar.
Die letzen Meter wie ein Düsenflieger,
fühle er sich wie ein Sieger.
Die Massen tobten und jeder war ein Fan,
nun wusste er... "You are an Ironman!"

Kärnten Ironman Austria 2011


VOR DEM WETTKAMPFTAG:

Bei meiner Ironman-Teilnahme ging ja schon im Vorfeld einiges schief:
-) Eine Zerrung, die ich mir schon vor St.Pölten eingehandelt habe und auch bis zum Ironman nicht mehr losgeworden bin.
-) Eine Verkühlung und zwei Auslandsreisen, die mich daran hinderten, mein Trainingsprogramm für den KIMA durchzuziehen.
-) Auch die Halterung des Kettenwerfers am Rad war im Vorfeld des KIMA gebrochen, sodass sich die Gänge nicht mehr problemlos einstellen ließen.
Daher war mein Ziel von Sub12-Zeiten von Anfang an schon in weite Ferne gerückt.

WETTKAMPFTAG:

Ich kam ein bisschen spät in die Transition an, weil mein Shuttle-Bus ein bisschen länger gebrauchte als vorgesehen. Dann hielt auch das Scotch-Klebeband nicht richtig auf meinem Rad. Langsam aber sicher brach Hektik brach aus, als angekündigt wurde, dass die Transition in wenigen Minuten geschlossen werden sollte. Daher stapfte ich schnell von der Transition mit den Ironman-Schlapfen zum Strandbad. Diese Schlapfen mögen zwar mit dem Ironman logo gut aussehen aber bereiteten beim Laufen Schmerzen zwischen den Zehen und eignen sich zum Laufen überhaupt nicht. In Eile die letzten Handgriffe - ich sag nur, Sonnencreme, Chamoixcreme und Vaseline - erledigt und das Streetwear-Sackerl abgegeben. Rein ins Strandbad, einen Schluck Iso, ein widerspensiges PowerBar-Gel, kurz die österreichische Nationalhymne und dann gings auch schon wenige Momente drauf mit dem Schwimmen los!

Im Wasser hatte ich noch nie so viele Schläge abbekommen wie dieses Mal. Das machte aggressiver und damit wahrscheinlich auch ein bisschen schneller! Bei der Kehre mindestens 100m verschwommen, da die Sicht extrem schlecht war. Da halfen nicht einmal ein paar eingelegete Brusttempi, um die nächste Boje zu sichten. Daher blieb mir nichts anderes übrig als mich auf das Orientierungsvermögen der anderen Schwimmer zu verlassen und ihnen einfach zu folgen. Die Marshalls haben uns dann von einem weiteren Umweg abgehalten und uns die richtige Richtung gewiesen. Danach gings ohne gröberen Umwege hin zum Lendkanal, der natürlich wie jedes Jahr der volle Wahnsinn war - auch wenn ich diesmal keine einzige bekannte Person ausmachen konnte! Die Schwimmstrecke konnte ich ich zum ersten Mal ohne längere Brustabschnitte in Kraul absolvieren. Nach dem Schwimmausstieg lief ich mit vollem Tempo den Weg in Transition. Der neue Wege ist echt der Wahnsinn! Da nimmt man die halbe Minute mehr gerne in Kauf.



Gleich bei der ersten Wende nach 100m sah ich, dass ich mit 1h27min schon schneller war als die letzten Male ohne Transition. Damit hatte der KIMA natürlich gleich einmal mit einem Erfolgserlebnis begonnen! Mit voller Motivation die Süduferstrasse entlang. Leider funktionerte mein Tacho nicht, sodass ich mich nicht an der Tachogeschwindigkeit orientieren konnte, sondern nach Gefühl fahren musste. Wahrscheinlich war das ein bisschen zu schnell, denn sonst hätte ich nicht schon in Rosegg und St.Niklas zwei meiner TTC-Kollgen mit 3 bzw. 5 Minuten Vorsprung nach dem Schwimmen übergeholt. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich natürlich auch, dass das Tempo sicherlich nicht zu langsam gewählt war. Folglich konnte ich bei den Steigungen an Tempo herausnehmen, um meine Oberschenkelmuskulatur zu schonen. Am Rupteriberg war es dann zum ersten Mal klar, dass ich erste Runde für meine Verhältnisse ziemlich schnell hinter mich bringen wurde. Wie sich bei der Kehre in Klagenfurt herausstellte, 7 Minuten schneller als die 90km-Radrunde in St.Pölten.

Solche Überraschungen nimmt man immer gerne. ;-) Ich wusste natürlich sofort, dass das auch an den guten Felgen vom Snick liegen musste. Daher konnte ich ohne große Bedenken das Tempo auch im ein bisschen Flachen herausausnehmen, um mir noch Kraft für den Marathon aufzuheben. Leider verlor ich dann noch nach jeder Steigung ein paar Sekunden, da ich Probleme hatte, vorne die Gänge zu wechseln. Das war mir zu diesem Zeitpunkt aber ziemlich egal, da ich sowieso gut im Rennen lag.



Nun zum alles entscheidenden Marathon: Die ersten paar Kilometer gingen noch ganz gut, doch machte sich bald wieder meine Zerrung bemerkbar. Die Schmerzen erlangten nach ca. 10km ihren Höhepunkt, wo ich dann eigentlich schon aufgeben wollte. Zusätzlich kamen noch zum ersten Mal in meinem Leben Magenschmerzen hinzu, die ich nur los wurde, in dem ich nur mehr Iso und Cola trank aber Gels und feste Verpflegung total weg ließ. Ich hatte im Hintergedanken, die ersten Gehphasen so lange wie möglich hinauszuschieben, da dann die Marathonzeit nicht zur vollen Katastrophe ausarten sollte. Diesen Plan hatte ich dann diszipliniert durchgezogen. Vor der letzten Schleife nach Klagenfurt und wieder zurück sah es noch verdammt gut aus, denn ich musste nur mehr durchlaufen und eine Zeit deutlich unter 11.30 schien mir gewiss zu sein. Leider hatte ich dann einen Ast, der mich dazu gezwungen hatte, ein paar Kilometer zu gehen. Letztlich ist es dann eine Zeit von 11:35 geworden, auf die ich ebenso sehr stolz bin - obwohl ich natürlich gerne unter 11:30 geblieben
wäre.



An dieser Stelle, möchte ich mich noch bei allen Anfeuerern in Klagenfurt (IronChris beim Strandbad!!!, Andi B. am Faakersee!!!, Snick schon während der ganz Trainingssaison, Natascha, Wolfgang, Astrid und all jene, die ich vielleicht im Dilirium nicht mehr mitbekommen habe) bedanken!

Freut mich natürlich auch mit den anderen coolen Irondrakes gefinisht zu haben, von denen ich mir aber einen mindestens genauso langen Bericht erwarte ...

1st Austrian Open Water über 10 km Swim


Artikel von Wolfgang:

Ursprünglich war ja eine riesengroße Delegation als Zuschauer vorgesehen. Doch für Peter samt Family, Birgit & meine Buben, meinen Nachbar Thomas mit seinen Mädls sowie für meinen Tullner Mountainbike Freund Koarl mit Freundin waren die 15 Grad mit Regenschauer doch nicht so einladend um ins tiefe Waldviertel zu pilgern und Mav kam zu spät aus Tornoto zurück. So waren wir letztlich nur mit 3 Irondrakes anwesend, nämlich Mike, Tempobolzer Andi (startete beim 7km Bewerb mit Neo) und ich.



Ich hatte schon ein super Gefühl als Peter mir die Wassertemparturberichte zumailte. Feine 24 Grad, das kann ja nur ein Spaß werden, denn die Kälte war meine größte Sorge. Leider war das die Temparaturanzeige von der letzten Woche. Durch den vielen Regen und kaltes Wetter in der Vorwoche kühlte der Ottensteiner Stausee auf kühle 18,2 Grad ab. Beim 7 km Start behauptete der Verantwortliche, dass es sogar nur 17 Grad seien... Damit war meine Sorge wieder da. Selbst fühlte ich mich leider auch nicht so befreit. Die letzte Woche mit dem Umbau war sehr aufreibend und ich konnte mich mental nicht wirklich einstimmen. Egal, da muss ich jetzt durch.

Ursprünglich waren wir ja 4 Starter beim 10 km „Badehosenbewerb“ (bei einem offiziellen OSV Wettkampf ist ein Neopren Anzug nicht erlaubt) – 11 Schwimmer waren beim gleichzeitigen 5km Bewerb am Start. Ich hatte meine kürzeste Badehose dabei (hätte wohl meine Skinfitshort nehmen sollen, da wär ein bisserl mehr Oberschenkel bedeckt gewesen). Beim Start waren wir dann nur noch 3. Ein Konkurrent hatte schon auf den 5 km Bewerb umgesattelt. Nun ja um 13 Uhr gings dann los.

Ursprünglich war ausgemacht, dass Mike mich die 10 km im Schlepptau nimmt. Nach rd. 100 Meter bin ich von diesem Vorhaben abgewichen, denn Mike schwam zickzack und sein Tempo wechselte in Sekundenabstand, sodass ich im Wasserschatten nur sein Melkfett von seiner Wade abbekam; das tat meinem Wassergefühl besonders gut . Am Anfang kam mir das Wasser gut tempariert vor. Leider nur die ersten 1,5 km, dann wurde es immer kälter. Noch dazu kamen mir die ersten 2,5 km wie eine Ewigkeit vor, bei der Wende dachte ich mir, wie soll ich diesen Weg bei dieser Temparatur noch 3x bewältigen. Das Retourschwimmen war schwieriger als ich es mir dachte, denn der Retourweg kam mir irgendwie fremd vor und manchmal dachte ich mir, ich habe mich verschwommen. Von mitschwimmenden 5 bzw. 10 km Leuten war nichts zu sehen. Aber irgendwie habe ich den Weg dann doch zurückgeschafft.

Nach 5 km war ich ja wieder zurück und Mike habe ich noch beim Bananen- und Müsliriegelessen angetroffen. Die ersten 5km habe ich in 1 Stunde 30 Minuten absolviert, damit wäre ich beim 5km Bewerb (auch) Zweiter geworden. Leider hinter meinen Erwartungen. Irgendwie konnte ich mir es nicht vorstellen, nochmals den Startbereich für 5 km zu verlassen. Mir war saukalt, aber ein bisserl Beißen kann ich ja und ich habe mir gedacht, wenn ich schon hier bin, kann ich es ja mal probieren. So bin ich dann wieder mit Mike losgedüst. Bei km 6 begannen dann meine beiden kleinen Finger und meine Ringfinger taub zu werden. Kurze Zeit später folgte dann der Daumen. War schon eigenartig beim Durchziehen, dass man nur Zeige und Mittelfinger spürte, die anderen Finger machten zwar mit, aber mit ein bisserl Abstand :-)

Das war der Zeitpunkt, wo ich mir gedacht habe, wie soll ich das noch 4 km durchhalten, aber wie gesagt, ich mit dem gleichen Motto wie schon bei der 5km Entscheidung schwam ich einfach weiter und wenn es superkalt wurde, legte ich Sprinteinheiten hin. Schwierig war es auch, dass bei der dritten Länge ich ständig Gegenschwimmer hatte. Zunächst die 14 km Schwimmer und dann die besseren 7 km Schwimmer. Irgendwie schaffte ich es zur Wende bei 7,5 km, wo ich 2 Schluck Red Bull zu mir nahm. Beim Rückschwimmen hatte ich ein paar 7km Neoschwimmer bei mir, die konnte ich aber alle locker überholen und tastete mich von 7km Mann zu 7km Mann vor.

Die schönsten Zeit an diesem Tag waren die letzten 50 Meter bis zum Ziel. Die konnte ich wirklich geniesen. Mit einer Zeit von 3 Stunden 18 Minuten konnte ich finishen. Damit wurde ich Zweiter. Mike hat um 4 Minuten schneller gefinisht und hat damit die 1st Austrian Open Water über 10 km gewonnen. Übrigens hat es keinen 3. Platz gegeben, weil der Dritte bei 5 km w.o. gegeben hat…Sobald ich aus dem Wasser kam, überkam mich ein Schütteln wie ich es noch nie hatte. Ich zitterte über den gesamten Körper, das Red Bull das sie mir in die Hand drückten, schwankte so sehr, dass ich Red Bull ausschüttete, so sehr zitterte ich. So nix wie anziehen. Eine warme Dusche gab es natürlich nicht. Umso besser war es mit dem Melkfett in meine Klamotten zu schlüpfen. Hatte mich so warm wie bei Nullgrad Außentemparatur angezogen und nach 15 Minuten ging es dann schon besser.

Tempobolzer Andi hat im übrigen mit 2 Stunden 19 Minuten auf 7 km seine Zielzeit mehr als nur übertroffen. Mit dieser Zeit kann er getrost auf die 3,8 km Ironman Distanz in Regensburg am 7. August 2011 gehen. Die 3,8 km werden für ihn dann quasi eine Sprintdistanz werden.

Resümee: Nun ja, ich denke mit dem wenigen Körperfett werde ich die 10 km nur mit Badehose bekleidet bei 18 Grad nicht mehr machen. Aber zweiter bei den 1st Austrian Open Water über 10 km Swim zu werden, war es mir es doch wert :-). Übrigens Sieger beim 14 km Neobewerb wurde ein ungarischer Langstreckenweltmeister, der auch ohne Neo schwam, aber nur als Vorbereitung für einen langen Swim in der Folgewoche, nämlich 80 km von Dänemark nach Deutschland. Also es gibt immer Leute, die noch verrückter sind...

Das Durchbeißen hat uns beiden jeweils einen tollen Pokal vom OSV eingebracht.


Schweden Tabletten





Die Schweden-Tabletten enthalten 250 mg reines Natriumchlorid. Die Tabletten dienen gezielt zum Ausgleich eines erhöhten Bedarfs an Kochsalz oder zum Ersatz bei Kochsalzverlust. Die Tabletten wurden zunächst für Bergsteiger und Ski-Langläufer entwickelt und erstmalig in Schweden bei einem Langlauf eingesetzt. Bei starkem Schwitzen verliert der Körper erhebliche Mengen an Natriumsalz. Ebenfalls kommt es bei Erbrechen zu Kochsalzverlusten. Natrium ist jedoch wichtig für die Erregbarkeit und die Funktion der Zellen. Verluste an Natrium äußern sich als Dehydratation. Bei einer starken Entwässerung können die Schweden-Tabletten den damit verbundenen Natriummangel beheben.

Race Report 70.3 Rapperswil 2011


Am Start zum 70.3 kann ich auf ein Trainingsprotokoll - entsprechend Hottenrott - mit vielen grünen und nur wenig roten Kästchen zurückblicken.


Gut ausgeschlafen und bei schönstem Wetter geht es auf die Schwimmstrecke. Das Schwimmtraining hat sich bemerkbar gemacht - wenn auch noch nicht revolutionär. Ich kann gleich einmal die Schwimmzeit um fast 7min verkürzen. Etwas Zeit verliere ich dann in T1 - nachdem die Kompressionssocken nicht so gerne auf feuchte Beine wollen.


Die Radstrecke gehe ich bewusst kontrolliert an. An den 4 knackigen Steigungen setze ich mir bewusst ein Puls Limit von rund 170 - damit ich nicht womöglich mit übersäuerten Beinen auf die Laufstrecke gehe. So sind die Steigungen dann auch schon lockerere als beim letzten mal. Teilweise überhol ich dann auch in den Steigungen andere. OK - die Kampfmaschinen die mit einer scheinbaren Übersetzung von 53:11 den Berg hinaufdonnern sind einfach unerreichbar. Nun am Ende der zweiten Runde: verdammt war da vorhin auch schon so ein Gegenwind. Da mache ich mir doch mal wieder Gedanken zu Material und Aerodynamik - sollte vielleicht doch mal ein Aerohelm ran? Wäre da doch noch was mit einem Investment ins Material machbar? Irgendwie muss das besser gehen. Klar denke ich an das Trainingslager in Cesenatico aber das war wohl für mich einfach nur ein Tiefenlager (auf Meereshöhe) mit viel mehr verfügbaren Sauerstoff ;-) Schliesslich beende ich auch die Radstrecke etwas schneller. Leider aber nicht soviel schneller, als dass es für ein Sechser-Tragerl Barolo auf die Baustelle von Pete gereicht hätte.

Auf der Laufstrecke dann bewusst mal mit einem lockeren Einlaufen beginnen - aber damit wird es nichts. Das Einlaufen klappt einfach nicht - stattdessen auch noch ein Krampf im ganzen(!) rechten Bein - kann kaum noch stehen! Glücklicherweise bin ich gerade kurz vor einem Verpflegungstand (dem ersten). Und ich mach etwas wovon ich nie gedacht hätte es zu tun, ich trank SUPPE(!) - hier Bouillon genannt. Gleichzeitig ist dann auch noch die Körpertemperatur zu regulieren - der Fahrtwind fehlt und die Sonne ist unerbitterlich. Ab jetzt ist eine regelmässige "Dusche" an den Verpflegungsposten angesagt. Ich verzichte auch bewusst auf das ganze pickerte Zeug und trinke nur mehr Suppe. Irgendwann werden die Gehstücke immer kürzer und ich komme wieder ins Laufen. So kann ich dann die zweite Runde gleich mit einem viel höheren km-Schnitt absolvieren und sie elegant "durchlaufen". Die letzten km waren dann mein persönlicher Highlight des Rennens - meine Beine machen einfach genau so wie sie sollen! Plötzlich werden die Startnummern der anderen Läufer immer grösser und kamen einem entgegen - die km fliegen nur mehr so vorbei! Finished 70.3 2011!


Rückblickend stellt sich die Frage ob ich bei der Ernährung am Rad was falsch gemacht habe? Getrunken hab ich nur IsoZeugs - einerseits selbstgemischt mit erhöter Konzentration. Andererseits das Iso an den Verpflegungsposten. Genug Bars plus Gel hats für den Körper auch gegeben. Somit mein Learnings: Salztabletten organisieren! Zusammenfassend: die Umstände berücksichtigend war das Rennen für mich ok!

MTB Stubalpenmarathon Juni 2011


In der Saison 2011 ist das mir verordnete Schlagwort „Alternative“. Gemeint ist damit das Training und die Teilnahme an Events, die nicht ausschließlich mit Triathlon zu tun haben. Eine derartige Betätigung war rasch gefunden: MTB Fahren. Begünstigt wurde die Auswahl dieser „Tätigkeit“ einerseits durch einen guten Kumpel (alias „Lack“) und meinen neuen Nachbarn. Beide schwärmten mir bereits im Vorfeld lange von einem MTB Rennen in Bad Goisern vor, das angeblich eine Herausforderung sein soll.

Nach kurzem Nachdenken, entschloss ich mich, die MTB Trophy in Bad Goisern im Juli 2011 auf meine sportliche Agenda zu setzen. Gesagt, getan. Der Trainer, der im Mai Papa wurde (herzliche Gratulation!) tüftelte einen Trainingsplan für mich aus, den ich natürlich versuchte einzuhalten.



Als Vorbereitungsrennen für die MTB Trophy in Bad Goisern diente der MTB Stubalpenmarathon. Obwohl sich die 68km Streckenlänge und 2700HM nicht nach besonders viel anhören, war ich gespannt, was da auf mich zukam. Am 25. Juni stand ich um 9:00 im wunderschönen, steirischen Maria Lankowitz an der Startlinie. Zu fahren waren zwei Runden a 34km und 1300HM. Eine Runde bestand im Wesentlichen aus zwei längeren Anstiegen mit rasanten Abfahrten. Gefahren wurde auf Forststraßen und Waldwegen. Auf der ersten Runde fuhr ich bei den Anstiegen in einem Pulk mit. Mein Vitalstatus war gut und ich fühlte mich auch gut. Nachdem mir am Ende eines Anstieges auf einem Waldweg kurz die Kette rausgesprungen war, konnte ich Fingerfertigkeit beim Kette-Einhängen unter Beweis stellen. Insgesamt dauerte die Mini-Reparatur ca. 30 Sekunden. Auf der nachfolgenden Abfahrt ging es mit High-Speed einen engen Hohlweg durch den Wald hinunter. Der Untergrund war nass und schlammig. Außerdem machten einige größere Steine und Wurzeln das Abfahren etwas „tricky“. Plötzlich hörte ich hinter mir jemanden rufen: „Achtung links“. In der nächsten Sekunde zischte links neben mir auf dem engen Weg eine Fahrerin(!) vorbei. Ich traute meinen Augen nicht! Bisher schätzte ich mich als ganz guten Abfahrer ein, aber wurde nun eines Besseren belehrt. Das Mädl war echt gut drauf und nach dem Überholmanöver war sie auf und davon. Ich gab auch noch mehr Gas um nicht zu viel Rückstand aufzureißen. Doch schon nach wenigen Fahrsekunden rutschte ich am schlammigen Untergrund aus und legte mich unfreiwillig nieder. Nach dem kleinen Sturz, bei dem nichts weiter passierte, sattelte ich erneut das MTB und fuhr Richtung Start/Ziel.

Auf der zweiten Runde fuhr ich relativ alleine. Die meisten Teilnehmer waren lediglich die kurze Strecke (= 1 Runde) gefahren. Beim zweiten Anstieg der zweiten Runde spürte ich erstmals meine Oberschenkel. Gröbere Einbrüche blieben mir aber erspart. Nach 4 Stunden und 20 Minuten erreichte ich nach 68km und 2700HM das Ziel.

FAZIT:
1) Schön wars.
2) Rennmäßig MTB Fahren will gelernt sein. Triathlontraining hilft da nur beschränkt.
3) Die verordneten Berglaufintervalle des Trainers in der Vorbereitung waren Gold wert.

How to build a balance board!



Buy at IKEA "SNUDDA": about 5,- Euro (or use something similar)


Bottom side of "SNUDDA"


Detach the rotating part.


Cut from the small board two pieces off. About 5cm as shown. The middle part is waste.


Big board and small cut board.


Drill two holes in each small part.



Screw the small parts on the big board.


Result of the attached small pieces. (bottom side)


Result of the attached small pieces. (upper side)


FINISHED


Use anti-slip tape if you like for the upper side. (about 3,- Euro)


FINISHED


If you like, you can attach another piece as shown for stabilization. (catch it at the hardware store) ;-)
Take care that the screws are not going through!!!


Personalize your board as you like.

Eine Sightseeing Tour mit rasantem Ende


Nach tage- und wochenlangem Arbeiten in der neuen Wohnung und einem „Tapering“ bei Affenhitze in Saudi Arabien konnte der 27. Vienna City Marathon kommen. Gestern als unmittelbare Wettkampfvorbereitung noch den ganzen Tag IKEA Kartons herumgeschleppt und Regale aufgebaut fühle ich mich heute morgen um 6h40 beim Weckerklingeln entsprechend. Die Oberschenkel leer, die Waden hart wie Stahl und zu guter Letzt wie im Bett mit Akku-Schrauber festgeschraubt. Und das nach 8h Schlaf - na Super!

Aber genug wehklagen, als ich dann in der überfüllten U1 Richtung Start unterwegs war, kam endlich mein Wettkampffieber durch und die Freude auf den Wien Marathon „Mythos Marathon 2500 Jahre“. Es wird mein 5. in Wien werden.

Nach Abgabe meines Gardaroben Sackerls traf ich mich pünktlich um 8h30 mit Helga – sie ist Marathon Rookie – bei der SHELL Tankstelle auf der Wagramer Straße. Nach gemeinsamem Einlaufen beim Kaiserwasser kommt das übliche Einsortieren in den Startblock und Warten auf den Startschuss. Ein paar beruhigende Worte an Helga ;-) und dann geht’s los. Naja, fast. Der Startschuss fällt zwar, aber wie immer warten. Und diesmal sogar relativ lange da neuerdings Startwellen. Um 9h10 ist es dann soweit – die ersten Kilometer können in Angriff genommen werden.

Mit ganz lockeren ersten 3km (Puls 135) geht es mit Helga in den Prater und hier stellt sich zum ersten Mal das dumpfe Gefühl ein, dass dies ein langer Tag werden würde. Die Waden zwicken, die Beine sind leer, der Magen naja – egal. Lächeln aufsetzen und bei 5:40min/km einpendeln. Helga und ich wollen Ihren ersten Marathon auf Unter-4h laufen.

Vom Prater in die Schüttelstraße und das erste Mal bei km 8, 9 auf die Ringstraße. Hier geht’s es schön langsam Bergauf mit meinem Körper, aber leider auch bald die Strecke. Nach kurzem Fotoshooting mit Mama und Papa beim Stubentor bei der Oper links abbiegen und dann bergauf mit teilweisem starken Gegenwind hinauf zum Schloss Schönbrunn. Hier bei km15 bin ich froh, die erste Banane zu bekommen. Endlich was im Magen, mal ein Problem weniger. Dann kommt endlich die Kehre beim technischen Museum und dann Äußere Mariahilfer Strasse stadteinwärts. Nach kurzer Zeit bei der Baustelle Westbahnhof vorbei – hier gibt es einigen Fortschritt – auf die Speed-Gerade des VCM: die Shoppingmeile Wiens. Hier wird es aber klar, ein Unter-2h Halbmarathon werden Helga und ich nicht schaffen. Aber nach 2 sehr schnellen Kilometern auf den Ring. Hier gibt es den Zieleinlauf der Halb-Marathon Läufer durch Heldentor vor die Hofburg, diese Sehenswürdigkeiten sehen wir aber erst in 2h, aber trotzdem „Endlich Platz“, nur mehr die vollen Männer und Frauen sind auf der Strecke, keine Halben Sachen :-)

Nach der Passieren des Parlaments, Burgtheater, Rathaus und Universität geht’s kurz vor der Börse links in die Lichtenfelsgasse. Hier treffe ich wie vereinbart bei km23 den Andi, aber Roth, nicht Bolzer. Der scheint noch vermisst (der F1 GP in China hat doch wohl zu lange gedauert), aber nach wenigen Sekunden kommt er uns schon entgegen, reiht sich ein und zu viert nehmen wir die letzten 19km in Angriff.

Am Franz Josefs Bahnhof vorbei geht es wieder an den Donaukanal, Richtung Flussabwärts. Hier, bei km25, muss sich Helga leider verabschieden und fällt ein wenig zurück. Das nächste Fotoshooting mit Ma und Pa machen wir beim Schwedenplatz. Immer mit einem coolen Spruch drauf „joggen“ Andi, Andi und ich Richtung Prater. Beim km 29 biegen wir ein, ein kurzer Boxenstopp und schon geht’s auf den gefürchteten km 30 und die folgenden 10. Dazu eine kurze Ehrenrunde beim Happel Stadion und schon auf die Heimstrecke, die 2km Hauptallee zum und vom Lusthaus. Hier sind endlich die Schmerzen, die mich seit km 3 verfolgt haben endlich weg. Warum? Ganz einfach – hunderte andere überlagern diese :-)

Wir albern rum, mit großen Augen links und rechts fragen sich die Runner, wie es Triahleten so geht bei km 35 die große Klappe zu führen. Scheinbar nicht so viel Luftbedarf wegen geringer Hirnmasse scheinen sich einige zu denken. Bei km 35 gibt es dann endlich Coca Cola und dann raus aus dem Prater zur Stadionbrücke. Von da an sind dann auch Chris und Astrid mit dem Rad ein paar Kilometer dabei und berichten vom Trainingslager der Irondrakes in der Toskana.

Bei der Stadionbrücke hole ich mir vorzeitig einen Siegeskuss von Laura ab und die letzten Kilometer werden in Angriff genommen, Pace wird mit 5:20min/km ein wenig verstärkt. Bis zur Franzensbrücke so weit so gut – doch dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Km 39, 3h44 stehen auf der Uhr. 3 mal 5:20 gibt 16min, naja, d.h. die letzten 200m in einer Sekunde – unrealistisch. Andi Roth, Chris und Astrid sagen für heute „Adieu“ – vielen Dank für die Unterstützung.

Also mal drauf drücken – das rasante Ende kommt. 4:45min/km, hunderte Überholvorgänge und ein motivierend auf mich einredender Andi treiben mich neben Finanzzentrum und Urania auf den Ring. Vorbei am und MAK geht es beim Stubentor und Dr. Karl Lueger Denkmal auf den Ring. Die letzte Cola, km 40 ist passiert. Noch ein wenig mehr als 11min Zeit und der Stadtpark wird links liegen gelassen. Beim Schwarzenbergplatz spüre ich dann erstmal *wirklich* die Tempoverschärfung, aber da ist er schon, der Coca Cola Bogen vor der Oper – der letzte Kilometer ist eingeläutet. Beim km 42 biegt dann Andi noch links weg, ich rechts durchs Heldentor, die Hofburg vor und neben mir. Kurzer Check der Uhr… 3h58, perfekt. Winken der Masse, lächeln, der Stolz bleibt, der Schmerz schon weg und das Ziel da. 3h59min10sec.

Here we go, einsammeln der „Meedön“, Goody-Pack und dann raus zum Maria Theresia Platz wo Laura, Mama, Papa und Andi schon warten. Ein paar Fotos und ab nach Hause. Was gibt’s noch zu sagen? Das Schnitzel am Mittagstisch hat selten so gut geschmeckt, und Helga hat mit 4h15 doch eine ansprechende Zeit für den ersten Marathon geschafft.

Nochmals Danke an alle Beteiligen für eine schöne Sonntag Sightseeing Tour

Christian „Mav“

Radtraining Mallorca II


Nachdem ich ja bereits letztes Jahr auf Mallorca ein tolles Radtraining erleben durfte, stand auch für dieses Jahr wieder eine Woche Mallorca am Programm. Diesmal allerdings war´s privat organisiert, also nicht mit einem der grossen Veranstalter vor Ort. Hier nun die Erfahrungen.

Die Anreise war problemlos rasch und günstig noch im Jänner bei AirBerlin gebucht. Für mich war´s ein Direktflug von Basel. Zukünftig ist die Anreise mit einem Mietauto als Option zu berücksichtigen, gerade bei den frühen bzw. späten Flügen! Falls das eigene Rad mit soll, gibt’s mit der Zusatzcard von AirBerlin noch günstige Konditionen.

Auch dieses Jahr habe ich mich entschieden mein Rennrad zuhause zu lassen und Vor-Ort zu mieten. Tatsächlich bekam ich dann von http://sportbequi.com ein hübsches Ridley Rennrad in Alu für Eur 110 bei einer Mietdauer von 10 Tagen. Als Alternative wäre auch noch http://www.ciclosquintana.com zu nennen (mit schönen Merida Bikes).

Dieses Jahr war der Standort in S’Arenal – also direkt am Ballermann 4. Als Unterkunft bezogen wir Appartements im Hotel Tres Torres. Einfach, sauber und gut gelegen ohne Frühstück bzw. Abendessen. Für’s Frühstück gingen wird dann immer in ein nahegelegenes Hotel und zahlten dort Cash.

So nun zum “Kern der Sache” dem Radfahren. Von der Playa de Palma aus lassen sich sowohl schöne flache als auch Touren in die Berge machen. Hier die einzelnen Touren die wir gemacht haben:

km Höhenmeter Beschreibung
55
Einfahren Richtung Llucmajor in die Hecke
145 984 MA6014 / SesSalines / Santanyi / Cala Figuera / CasConcos / Felanitx / Kloster (510hm) / Porerres / Algaida / Llucmajor
115 1090 Santa Maria del Cami / Bunyola / Orient / Alaro
145 1900 Sant Jordi / Santa Maria / Esporles / Ma-10 / Deia / Soller / Bunyola / Orient / Alaro
135 2617 Bus nach Inca / Selva / Caimari / Escorca / sa Calobra / Puig Major / Soller / Bunyola / Santa Maria del Cami
80 361 MA-6014 / Punta de Ca'n Barbut
106 1142 Santa Maria del Cami / Palmanyola / Esporles / Puigpunyent / es Capdella / Calvia / Ma-1016 / MA-1043
118 980 MA-6020 / Llucmajor / Puig de Randa / Monturi / Porreres / Vilafranca de Bonany / Sant Joan / Algaida / Llucmajor
110 980 Palma / Palmanova / Calvia / es Capdella / Andratx / Sant Elm / Port d' Andratx / Peguera / Rotes Velles / Ma-1014 / Coll des Cocons / Palmanova


Hier noch ein paar Eindrücke:


Schöne Abfahrt in der Nähe von Galilea


Einer der Highlights Sa Calobra - unendlich viele Serpentinen 800hm runter zum Meer und wieder zurück!


Stausee beim Puig Major


Rennräder machen Pause!


Und zum Abschluss gibt's ein Bier

Zusammenfassend kann ich also Mallorca jedem für ein Radtraining empfehlen. Ich werde nächstes Jahr wieder dort sein.

PS: Schwimmtraining wäre wohl auch gut möglich gewesen. Zwei Kollegen hatten ihren Neopren mit und haben entsprechend regelmässig ihr Training absolviert.

Wien - Klagenfurt Tages(Rad)tour


Als um 4:00 mein Handy-Wecker läutete, war ich erstaunlicherweise kaum noch müde. Heute war es also soweit, monatelange Planungsaktivitäten, Abstimmungsemails und Telefonate mündeten in einer kommoden IronDrake Radfahraktion. Wien-Klagenfurt in a day – das war das Ziel und langerhand von unserem Trainer Pete und dem Fachexperten für lange, schnelle Dinge am Rad, Snick, geplant. Nach einem frühmorgendlichen Kaffee schnappte ich mein Camelbag, verfrachtete mein Rennrad ins Auto und machte mich auf zum Ausgangspunkt der Tour: Wien – Siebenhirten.Peter war schon vor Ort als ich mein Vorderrad in der Gabel mit dem Schnellspanner montierte. Nach und nach trudelten pünktlich die anderen Drakes ein: der Mann der Zahlen Wolfgang, Andi Kilometerbolzer sowie der prinzerne Christian. Pünktlich um 5:00 starteten wir die ersten Pedalumdrehungen gen Klagenfurt. Das Wetter auf den ersten 80km war wie geschaffen für diese Tour. Wir verließen bei Sonnenaufgang in der Morgensonne die Wiener Stadtgrenze und kurbelten relaxed Richtung Semmering. Die Tour war so geplant, dass die „nicht notwendigen Höhenmeter“ diesmal ausnahmsweise ausgelassen wurden. Deshalb ging es zunächst bis Neunkirchen flach dahin. Nach den ersten 15km stieß ein Arbeitskollege von Christian P. zu uns, der dankenswerter Weise gemeinsam mit Christian bis zum Semmering die Führungsarbeit übernahm. Im Bulk dahinter wurde in der Morgenstimmung gemütlich geplaudert - leider haben die Croissants und der Kaffee (vorerst) gefehlt. Nach einer Stunde Fahrzeit gab Snick das erste Mal das Zeichen zu einer geplanten 5 Min Pause. Nach den ersten Müsliriegeln und Isostarschlucken (und es sollten noch sehr viele folgen) gings weiter: Kurz vor Neunkirchen verabschiedete sich der Mann der Zahlen Wolfgang und ab nun lagen sämtliche statistischen Aufgaben bei unserem Trainer und Snick. Diese konnten zwar Wolfgang diesbezüglich nicht das Wasser reichen, aber wir hofften sowieso im Trockenen nach Klagenfurt zu kommen. Bei der Ortsdurchfahrt Neunkirchen stand die zweite Blitzpause an und einige Croissants und Cappuccinos mussten daran glauben.Von nun an ging’s tendienziell bergauf Richtung Semmering. Leichter Gegenwind hatte sich auch schon bemerkbar gemacht aber das war noch gar nix gegen das, was uns auf der anderen Seite des Semmerings erwartete. In Schottwien konnte ich meinem inneren Drang nicht widerstehen und schwenkte auf meine übliche Radtaktik ein: Gleich zu Beginn flott fahren damit der drohende Einbruch später auch gerechtfertigt ist :=) Auch Peter fand an dieser Taktik Interesse und so kurbelten wir auf das Dach der Tour. Die anderen Drakes gingen die Sache vernünftiger an und so trafen nach einer kurzen Bio-Break (Wurschtsemmel essen, Entwässern) alle Fahrer am Scheitelpunkt des Semmering ein. Und wieder einmal war es time to say goodbye. Diesmal schüttelten wir Christian P. die Hand, schwangen unsere Hintern in die Sättel und kurbelten bei kühlen 10 Grad den Semmering hinunter.

Jetzt also konnte plangemäß der angenehmste Streckenabschnitt der Tour beginnen. Etwa 70 Kilometer sollte es bis Bruck an der Mur hinunter gehen. Leicht und gleichmäßig bergab sollten günstige Bedingungen bestehen, um den semmeringbedingt etwas mickrigen Schnitt von 26 km/h in die Höhe zu schrauben. Gestern noch war Windstille angesagt. Optimale Vorzeichen also. Aber es kommt anders.
Das erste Stück den Semmering bergab peitscht uns schon der böige Wind entgegen. Wo man normalerweise bequem und ohne viel Strampelei mit einem 60er runterrollt, fahren wir nun in enger Formation – Rad an Rad – erkämpfte 35 Stundenkilometer. Jetzt kurz nach 8 Uhr ist es noch recht kühl. So kommt es, dass wir alle Windjacken tragen, die das Leben nicht gerade einfacher machen...

Die sattgrün, frühsommerliche Landschaft im oberen Mürztal lenkt etwas vom Gegenwind ab. Über immer stärker frequentierte Straßen fahren wir den hellgrauen, dichten Haufenwolken aus südwestlicher Richtung entgegen. Es geht über Mürzzuschlag nach Langenwang, wo der nächste Stopp angesagt ist. Snick, der sich immer mehr als „Zugpferd“ der Truppe herauskristallisiert, steigt – vom Wind und Straßenverkehr leicht genervt - vom Drahtesel. Mit fast eingeimpfter Disziplin schauen wir alle auf die Uhr, um die fünfminütige Pause möglichst sinnvoll zu nützen. Mangels Tankstelle nützen wir ein einfaches Gasthaus zum Auftanken und die sonstigen Aktivitäten.

Auf Land- und Nebenstraßen geht es weiter in Richtung Klagenfurt. Jeder scheint inzwischen einen eigenen Weg gefunden haben, mit den Energien sparsam hauszuhalten. Andi verwendete dazu den neu erworbenen Leistungsmesser, der die Belastung auf den Watt genau angibt. Die Gleichmäßigkeit der Fahrt kann auf diese Weise sehr objektiv festgestellt werden. Ich hielt mich eher an die traditionelle Methode, durch minimalem Abstand zum Vordermann – meistens ist das Snick - möglichst viel Windschatten zu erhaschen. Von viel Abwechslung in der Führungsarbeit kann man nicht mehr sprechen. Johannes scheinen die Energien nicht abzugehen. Diesen Eindruck macht der Beginn seiner Steigerungsfahrt, die sich bis Klagenfurt fortsetzen sollte. Alle anderen haben wenig Interesse, sich bei 30 bis 35 km/h vorne in den Wind zu stellen.

Es ist etwa 11 Uhr. Bei der Fahrt durch Kindberg beginnen die ersten Überlegungen, den Zeitpunkt, den Ort und die Modalitäten des Mittagessens zu optimieren. Die Ideen sind sehr weit reichend. Vom schnellen Wurstsemmerl bei einer Tankstelle bis zum gutbürgerlichen Schmaus ist alles möglich. Die motivatorische Wirkung wird genau kalkuliert. Es ist sicher günstig, bei der Mittagspause deutlich mehr als die Hälfte der Strecke hinter sich zu haben. Andererseits rührt sich immer deutlicher der Magen, was philosophische Denkspiele hintergeht. Schlussendlich entscheidet ein Defekt an Peters Rad, der sein Rad kurzfristig zu einem Fünf-Gang-Rad macht, weil sich die oberen Gänge nicht mehr schalten lassen. Nach einer kurzen Irrfahrt durch Bruck an der Mur – es ist aufgrund Jo’s guter Vorbereitung die einzige geblieben – landen wir dann in einem Wirtshaus in Niklasdorf, wo wir einkehren.
Diverse Leberknödelsuppen, deftige Pfannengerichte und Schokopalatschinken später steigen wir nach einer Dreiviertelstunde wieder auf unsere Räder. Der Defekt – es war ein gelockerte Fixierung des Schaltseils – war schnell repariert. So steht den fehlenden 140 Kilometern bis zum Wörthersee nichts im Weg. Nun geht es die nächsten ca. 90 Kilometer das Murtal hinauf. Die Wolken haben sich inzwischen etwas verzogen. Es ist spürbar wärmer geworden. Die Sonne kommt immer mehr zum Vorschein. Eines ist geblieben, wie es war – der Südwestwind.
Wir folgen dem Murradweg. Besonders mit vollem Magen ist es recht angenehm, eine Weile nicht auf den Straßenverkehr achten zu müssen. Über die Reihenfolge brauchen wir uns keine Gedanken mehr zu machen. Johannes fährt vorne. Ich klebe am Hinterrad. Peter und Andi fahren hinten. In der Gegend um Knittelfeld – wir haben ca. 190 Kilometer am Tacho stehen – zeichnet sich ab, dass Andi Probleme mit dem Tempo hat. Das Team zieht sich so auseinander. Wir warten regelmäßig im Stundentakt zusammen und machen wie gewohnt nur kurze Pausen.
In Judenburg zeigt sich endlich das sommerliche Wetter, wie es noch am Vortag im Wetterbericht versprochen wurde. Sonnenschein, 25 Grad und beinahe Windstille. Bei einer Tankstelle stoppen wir kurz. Andi saugt sich diverse Powergels hinein, um zum gewohnten Tempo zurückzufinden. Die nächsten Kilometer werden nicht ganz einfach. Es soll den Perchauer Sattel hinauf gehen. Er ist nicht besonders hoch, aber ein paar hundert Höhenmeter sind kein Spaß, wenn man angeschlagen ist und mehr als 200 Kilometer in den Beinen hat.
Nach Unzmarkt und Scheifling warten wir am Fuß des Bergs zusammen, der uns von Kärnten noch trennt. Langsam machen sich Gedanken an die abendliche Pizza in Klagenfurt breit. Ab noch ist ja einiges zu tun. 80 Kilometer fehlen ja noch. Den Perchauer Sattel hinauf ändert sich die gewohnte Reihenfolge. Peter attackiert von Anfang an. Wir können bzw. wollen anfangs nicht folgen. Nachdem wir ihn nach fünf Minuten auf den gestreckten Serpentinen nicht mehr sehen können, fahren wir unser Tempo und begraben unsere Hoffnungen auf die interne Bergwertung. In Neumarkt in der Steiermark treffen wir uns, wo wir uns im Kaffeehaus für die abschließende lange Abfahrt ein bisschen mit Espressos aufputschen.

Auf der Abfahrt geht es über die Landesgrenze nach Friesach. Wieder kommt es zu einer Attacke von Peter. Diesmal allerdings nicht bergauf, sondern am steilsten, kurvigen Abschnitt bergab. Wieder können wir nicht folgen. Diesmal geben wir aber nicht kampflos auf, sondern kämpfen uns im belgischen Kreisel oft heran. Oft wird der Abstand knapp. Peter gelingt aber immer die Flucht nach vorne. Die unterhaltsame Verfolgungsjagd dauert dann etwa eine halbe Stunde, bis wir in Althofen die letzte Pause vor Klagenfurt einlegen. Andi zeigt seine berühmten Beißerqualitäten. Nach den letzten 90 Kilometer, die er sprichwörtlich am Zahnfleisch zurückgelegt hat, werden die verbleibenden 35 Kilometer aber auch kein Problem sein. Die restliche Strecke ist relativ ereignislos.
Locker rollen wir zur Ortstafel, wo wir uns um ca. 8 Uhr am Abend zwecks „Beweisfoto“ treffen. Weiter geht es nun zum Quartier am Wörthersee und zum verdienten gemeinsamen Abendessen in der Pizzeria. Am See angekommen, kommen wir pünktlich zum Sonnenuntergang. Ein ereignisreicher Tag. Wir sind zufrieden. Das Ziel ist erreicht.

Pete + IronChris