Vorbereitung für Saison 2009: Radtraining

Welche Empfehlungen gibt es zu einem Radtraining(slager) für die Saison 2009? Welcher Zeitraum ist ideal (März, April)? Wohin sollte man zum Training (Italien, Mittelmeerinsel)? Mit dem eigenen Rad oder gemietet?

GO HARD OR GO HOME


Cervelo - Kultmarke und Lebenseinstellung, 10 Olympische Medaillen, 54 (vierundfünfzig) Ironman-Siege, alleine 14 davon in der laufenden Saison.
Jetzt setzen die Jungs aus Canada noch einen drauf mit ihrem neuen Geschoß. Man darf gespannt sein...
Snick, in love with P4

Vienna City Triathlon


Wolfgang berichtet:

Zum Saisonabschluss hatten noch 4 Drakes (Andi R., Mav, Schafspelz u. ich) sowie Alex Vesely die Olympische Distanz und Birgit den Sprinttriathlon als Ziel. Übrig geblieben sind leider nur Andi und ich. Den DNS Grund weiß ich nur von Birgit; wir waren gestern beim Gynäkologen und er hat bestätigt, dass Luca im Mai ein Geschwisterl (oder vielleicht 2 ;-)) bekommt. Ein bisserl hat Birgit schon gehadert, dass sie beim Sprinttriathlon nicht an den Start gehen konnte, aber das Jahr 2010 kommt bestimmt und da startet sie dann voll durch.

Nun zum Bewerb am 13. September 2008. Zumal der Start erst um 12 Uhr Mittag angesetzt war, konnte man sich gemütlich ohne Schlafentzug auf die Donauinsel begeben. Nach Geheimtraining beim Laufen und mit der Transalp in den Beinen waren meine Erwartungen schon sehr groß. Nachdem ich nächstes Jahr unter Umständen weniger zum Trainieren komme, wollte ich heuer noch die 2:20 Stunden Schallmauer durchbrechen. Die Vorbereitung vor Ort war ein bisserl mühsam, weil Luca jeden vom Donauinselfest zurückgebliebenen Tschikstummel in den Mund nehmen wollte (lecker!). Das wäre ja nicht so schlimm, aber es waren auch noch jede Menge Glassplitter am Boden, sodass Birgit und ich ihn ständig unter Beobachtung hatten und hinter ihm herlaufen mussten. Dadurch habe ich gleich mein Aufwärmprogramm absolviert.

Um 12 Uhr ging es runter zur Brücke. Diesmal war der Neo erlaubt. Das Wasser war angenehm warm und hatte nach meinem Gefühl die ideale Temparatur. Die Wetterbedingungen waren überhaupt optimal an diesem Tag. Für die 1,5 km habe ich mir viel vorgenommen und tatsächlich bin ich als 8. (von 182 Finishern) aus dem Wasser gekrochen. Da ich schneller als geplant war, gibt es kein Foto vom Wasserausstieg von Birgit. Anfeuern konnte sie mich aber noch und hat mir die gute Plazierung zugerufen. Zunächst musste man unendlich viele Treppen hinauflaufen und dann zur Wechselzone. Während meine Unterschenkel sich verkrampften, ertönte mein Namen aus dem Lautsprecher. Motiviert riss ich mir den Neo vom Leib, dennoch brodelte ich ein bisserl, um mich ein wenig vom Schwimmen zu erholen, bevor ich mich voll motiviert aufs Rad schwang.

Jetzt war das Ziel meine 40 km Zeit von Neufeld zu unterbieten. Nachdem die Donaulände kaum Höhenmeter aufwartet, Jo und Ironchris mich auf unserer Transalp ständig gehetzt haben, sollte mein Vorhaben gelingen. Ich gab alles was drinnen war und fuhr mit Vollgas. Nach 5 km überholte mich der erste Radler. Wie sich später herausgestellt hat, war es jener mit der schnellsten Radzeit. Es dauerte dann bis km 30 bis mich ein Dreierpack (die fuhren ein Windschattenrennen) überholte. Das waren auch die letzten, die mich auf der Radstrecke überholten. Mit Hilfe der tollen Unterstützung von Birgit bin ich mit einer Zeit von 1:00:31 als 12. in die zweite Wechselzone gekommen. Jetzt war es klar, ich werde meine Taktik vom Schwimmen und Radfahren auch beim abschließenden 10 km Lauf nicht mehr ändern. Die von mir ausgeklügelte Taktik lautete: "Volle Kanne".

In der Wechselzone lies ich mir wieder ein bisserl Zeit, aber dann gings los. Aufgrund meines Geheimstrainings mit Luca sollte ich die 10 km locker unter 50 Minuten schaffen. Es waren 5 Runden (genau genommen eine Stichstraße, die man auf der rechten Seite donauaufwärtsgesehen hinauf und auf der linken Seite herunter lief). Das gefielt mir recht gut, da ich zum einen oft bei Birgit vorbeikam, die mich kräftig anfeuerte und zum anderen konnte man seine "Gegner" gut überblicken. Mit einer Laufzeit von 46:36 bin ich als gesamt 22. ins Ziel gelaufen. Meine Zielzeit habe ich mit 2:15:52 um vier Minuten unterboten. Jippiiiiiiii eine Traumzeit für mich. In meiner Altersklasse M-30 bin ich 7. geworden; hätte es eine M-35 Altersklasse gegeben, wäre ich sogar zweiter geworden.

Im Ziel habe ich noch auf Andi gewartet, der mit 2:45:53 gefinisht hat und auch eine persönliche Bestleistung aufgestellt hat. Gratulation. Ich hoffe, dass ich nicht zu viel von mir geschwärmt habe, aber als alter Bürohengst und Bücherwurm schwebe ich gerade auf Wolke sieben ;-)

Schade, dass nicht mehr Drakes auf der Donauinsel waren. Es war ein geiler Event.

Liebe Grüße

Euer Wolfgang (Floyd Orange)

10 km Run in Klosterneuburg


Wolfgang berichtet:

Nach meinem katastrophalen Halbmarathon in Podersdorf (der Grund hierfür war wohl, dass ich davor die 3,8 km „volle Kanne“ in einer Langdistanzstaffel geschwommen bin - bin als 5. aus dem Wasser gekommen -, und erst am Tag den Lauf von Birgit übernommen habe und ich meine Beine davor nicht habe ausruhen lassen) konnte ich eine Woche später am 6.9.2008 beim 10 km Lauf in Klosterneuburg in 43:50 Minuten finishen.

In Anbetracht der Hitze sowie meiner schwachen Halbmarathonleistung war ich sehr zufrieden. In meiner Alterklasse Männlich 30 bis 40 bin ich sogar als 3. aufs Stockerl gekommen. Mal sehen wie es diesen Samstag beim Vienna City Triathlon geht.

Hier ist noch ein Link zur Ergebnisliste

Euer Wolfgang

Und dies, das war der zweite Strei… „fast“!!


DNF – Did Not Finish, soviel bleibt in der Resultatsliste von der PoDo 2008 Langdistanz. Klassisches „Podersdorf – sch**ß drauf“. Zumindest offiziell, inoffiziell natürlich viel mehr.

Aber von Anfang an – mit einigen „Leasons learned“:

13.07.08 wurde die Landdistanz in Roth in 11:49 gefinished, so weit so gut. Leider noch mit dem alten Canyon, da das neue Argon18 einen Lieferzeit von 6 Monate (statt angekündigten 6 Wochen) hatte.

05.08.08 Arztbesuch: Lunge abhören und Antibiotika, nach 2 Wochen schwerem Husten und zunehmenden Halsschmerzen hat dann doch die Vernunft gesiegt.

12.08.08 Nach Behandlung mit entsprechenden Medikamenten alles ok, Trainingsstunden seit Roth: 6h00

14.08.08 nachmittags – SMS von Papa, dass neues Argon18 eingetroffen ist, Perfekt!!! Mit direktem Tapering geht es sich für PoDo aus…

14.08.08 Anmeldung Sportspayment – geheime Kommandosache, keine Ahnung wie es ausgehen wird.

16.08.08 Krankheitsrückfall – Schnupfen und Husten gehören wieder zum Alltag

17.08.08 Abholung Radtransportkarton von Papa, leider schaut dabei die kaputte Nabe des Vorderrads aus dem Karton heraus.

18.08.08 Reklamation des Transportschadens, eine neues VR wird verschickt

22.08.08 Die ersten 30min auf dem neuen Argon18, Danke an Snick für die Leihgabe von einem Ksyrium Vorderrad. Geometrie stimmt nach einigen Korrekturen überein.

25.08.08 Das neue HED Jet60 Vorderrad trifft ein, die neuen Pedale ebenso. Die neuen Cleat-Platten für die Radschuhe lassen sich nicht montieren. Positiv: Der Schnupfen und Husten sind weg!

27.08.08 Ausfahrt mit alten Pedalen, aber sonst komplett neuem Rad. 1 Stunde 45min mit einigen Steigerungen in der Lobau – Die letzte Phase, das 3 Tages Tapering, beginnt.

28.08.08 Nach Bearbeitung der Befestigungsschrauben lassen sich die neuen Cleats montieren.

29.08.08 morgens - Letzte Ausfahrt in der Früh, 30min rollen – alles „passt“ (zumindest nach 30min)
Trainingsstunden seit Roth: 10h30 (für 7 Wochen vielleicht ein bisschen zu wenig…)

29.08.08 abends – Registrierung, die geheime Kommandosache wurde öffentlich, Snick und km-Bolzer haben ein wenig unglaubwürdig *geguckt*

30.08.08 D-Day

04:45-07:29 As usual – Aufstehen, Essen, Verladen, Verlegen, Check-In, Wechselzone einrichten, kleine und große Seite an körperlichem Bedürfnis erledigen, Neopren anziehen, im Schwimm Startbereich einfinden. Was ist anders als bei den bisherigen 4 Langdistanzen..? Nun ja, Wetter technisch haben wir schon viel erlebt, aber was sich in PoDo bot war neu: bedeckt, 20° - perfekt, wäre da nicht der Wind. Eigentlich gar nicht so stark, aber wie wir wissen, ist der Neusiedlersee ein Steppensee und sehr anfällig auf Wind. Das Fazit, wir standen 1.20 bis 1.40m im Wasser und sahen uns mit Wellen von 50cm Höhe konfrontiert…

07:30 Start zum Schwimmen – für mich ca. 15min bis zur ersten Boje

07:45 Durch die ungewöhnliche vertikale Bewegung des Körpers während des Schwimmens wurde ich „Seekrank“ und nur das Aufstehen und (illegale) „Gehen“ oder vielmehr Waten und entsprechende Pausen half meinem Magen nicht den Inhalt des Frühstücks oben auszuwerfen. Von nun an waren maximal 20-30 Kraulzüge möglich.

08:05 Endlich an Land, nach 1:35min, mit 2.5k Wassertreten in den Beinen und einem sehr flauen Magen… Was das heißt, nun ja - werden wir ja bald am Rad sehen.

08:10 In Ruhe den Wechsel durchgeführt und raus auf die Radstrecke.

Ca. 10:00 Nach 60km zeigt sich wie sich die zurückliegende Krankheit, die Extraeinheit Beinmuskulaturbelastung beim Wassertreten, einem fast rebellierenden Magen und praktisch nicht Probe- und eingefahrenem Rad auswirken… Fatal!

Ca. 13:45 Kurz vor Ende der 3. Runde, bei ca. 120km ist es klar, heute laufe ich keinen Marathon mehr…

Ca 14:00 Die letzte Runde wird in Angriff genommen, 135km sind heruntergekurbelt. Noch 45km, also 1:45h „ausrollen“.

15:42 Mit einer Gesamtzeit von 8h06 rolle ich in die WZ, stelle das Rad ab, ziehe die Radschuhe, Helm, Kompressionsstutzen und Radhandschuhe aus, Atme 3 mal tief durch und gehe in Badeschlapfen zum Wettkampfrichter...

15:48 Die berühmten letzten Worte im Langdistanz Austria Triathlon des Athleten Christian Prinz: „Melde mich vom Wettkampf ab, Aufgabe Nummer 180“

Darf ich vorstellen...


...die Aero-Göttin aus Wien-Simmering

Mit 6 Wochen Lieferzeit versprochen, wurde es nach 6 Monaten ausgeliefert... Argon18 E112

Hart verdientes Geld...



... wäre es um ein Haar in Podersdorf geworden. Leider ist die Dream-Team-Staffel rund um Andi "km" Bolzer, Snick "the Etschtal-Beamer" und Christian "Nurmi" Neiger mit dem 7. Staffel-Rang finanziell ganz knapp leer ausgegangen.

Die Bedingungen am Samstag im Seewinkel waren für Surfer und Kiter sicher ein Traum. Für Triathleten leider nicht ganz. Aber lest hierzu gleich Andi´s packenden Original-Kommentar:

"Vollen Mutes durch die von Cheftrainer Peter verschriebenen Schlüssel-Trainingseinheiten sprang ich in die Fluten des trüben Neusiedlersees. Nachdem sich alle Teilnehmer hinter der Startlinie eingefunden hatten, erfolgte der leicht verspätete Startschuss. Man sollte denken, dass durch das reduzierte Feld in Podersdorf das Schwimmen gemütlich wäre. Der Wind machte hier leider einen Strich durch die Rechnung. Im seichten Neusiedlersee bildeten sich halbe Meter hohe Wellen, die jeden Schwimmrhythmus zunichte machten. Entweder man griff ins Leere oder voll in einen Wellenberg hinein, beim Luftholen bekam man eine Ladung Wasser ins Gesicht und beim Nachvorneschauen versteckten sich die viel zu niedrigen Bojen hinter den Wellen. Weiters wusste man durch die schlechte Sicht unter Wasser nicht wo die die Mitstreiter sind. Da es allen so ging und viele die Orientierung verloren, kam es sehr oft zu ungewollten und teilweise schmerzhaften Kontakten mit den anderen Athleten. Dies war auch nicht förderlich für ein zügiges Vorankommen. Ausgelaugt, fluchend und mit einer Menge verschluckten Neusiedlerseewassers kam ich mit der schlechten Zeit von 1:16:21 an Land (17. von 31) und reichte den Zeitnehmungs-Chip an Johannes weiter. Es war das schlimmste Schwimmen, das ich je erlebt hatte. Teilnehmer aus anderen Staffel pflichteten mir bei."

Ich wartete also 20 Minuten lang vergebens auf unseren tapferen Schwimmer, doch auch die meisten anderen Staffel-Fahrer standen noch dehnend und ausschüttelnd neben ihren einschüchternd teuren Rennern. Dann ging alles ganz schnell, Andi wickelte mir den Chip ums Bein und ab ging die Post. Leider die ersten Minuten zu Fuß. Der Weg bis zur Linie, wo wir endlich unsere aerodynamischen Kunstwerke besteigen durften, führte uns alleine schon durch halb Podersdorf.

Ungewohnt war das Gefühl, staubtrocken die Raddistanz zu beginnen. Normal rinnt einem an dieser Stelle noch das Wasser aus den Ohren und das Gewand klebt naß-kalt am ganzen Körper. Auf der ersten Runde war eigentlich nur Zurückhaltung angesagt, überhaupt weil ich die 90°-Kurven zum ersten Mal im Rennen fuhr. Auch ungewohnt ist es, das Scheibenrad bei 40 kmh in die Kurve zu legen - gar nicht so einfach. Auf der zweiten Runde sah ich schon Kollegen Hubner beim Reifenwechseln am Straßenrand. Oh weh, wenn mir das passiert, dann lynchen mich meine Jungs, dachte ich. Die geklebten Conti 4.000 würde ich nicht mal mit Machete und Schraubstock runterbekommen, geschweige denn mit einem winzigen Reifenheber. Also volles Risiko und vorwärts!

Auf der dritten Runde wurde es hart, die Beine schwer und der Wind immer stärker. Zudem lichtete sich das Feld, weil all die Halbdistanzler schon ins Ziel abbogen und meistens war ich jetzt ganz allein auf weiter Flur. Vielleicht hätte ich mir auch ein Betreuerfahrzeug organisieren sollen, wie das angeblich einige Profis gemacht haben. Neben Verpflegung und Motivation wurden am Samstag auf diese Weise auch einige Leute mit ausreichend Windschatten versorgt...

Aber es half nichts, die vierte und letzte Runde stand an und das Motto war klar: ALL OUT! Jetzt geht´s drum. Also fuhr ich mich in einen Rausch hinein - immer um die Schwelle pendelnd - fast in Trance die Pedale runterhämmernd. Hoffentlich reißt dieser Zustand nur nicht ab, dachte ich, doch langsam begann ich sogar, Einzelstarter-Profis einzusammeln und hinter mir bildete sich eine Kette aus 6 bis 7 Fahrern. Die letzte Gerade von Illmitz nach Podersdorf war nicht mehr lustig. Stürmischer Gegenwind, 170 km in den Beinen und der Puls am Limit. Die Zeit schien still zu stehen, während der Schmerz wuchs und wuchs.

Ich war heilfroh, als mir Christian den Chip in der T2 vom Knöchel riss und ich mich neben mein Rad legen konnte, das hatte ich mir schon bei so vielen Langdistanzen gewünscht. =O) Nach ein paar Minuten gings wieder halbwegs und mit Andi plünderte ich das Bierregal im nächstbesten Supermarkt. Das hatten wir uns verdient!!! Was Ironchris in der Zwischenzeit erlebte, schreibt er hier:

"Als Snick und Andi sich gerade auf den Weg zum wohlverdienten Bier nach ihren absolvierten Disziplinen machten, hatte ich die Ehre, den abschliessenden Marathon anzugehen. Ich fühlte mich geehrt, im erlauchten Irondrake-Team für diese Disziplin nominiert zu werden und erhielt von unserem Trainer Peter wie üblich einen Trainingsplan (für sage und schreibe 3 Wochen Vorbereitungszeit…..).

Nach sorgfältig absolviertem Trainingsplan startete ich nun auf die ersten Marathonkilometer. Mein letzter eigenständig (ohne Tria) gelaufener Marathon lag bereits 2 Jahre zurück. Deshalb machte ich mir keine großen Hoffnungen auf ein neue persönliche Bestzeit. Die ersten Kilometer spulte ich in 4Min50 herunter. Ich hatte mir diesmal vorgenommen, nicht zu schnell zu starten. Dies wurde mir bei meinem letzten Marathon zum Verhängnis und führte zur Zielzeitverfehlung.

In Podersdorf waren 4 Runden zu 10,5km zu laufen. Nach der ersten und zweiten Runde ging es mir gut. Allerdings war ich nicht auf die neue Motivationstechnik der Drakes eingestellt. Es war auf der Strecke weit und breit kein Irondrake zu sehen, der etwa den Anschein des Anfeuerns (oder so) machte. Der einzige, der mir dankenswerter Weise jede Laufrunde meine Powerbar Gels reichte, war Wolfgang Schafspelz. Diese Gels haben echt gewirkt.

Ich lief also Runde um Runde und hoffte, wenigsten in der nächsten Runde einen anfeuernden Drake zu sehen und dann waren sie alle da: Wolfgang, Birgit, Mav, Snick, Andi und Schafspelz auf dem Feldbett. Das Bier schmeckte ihnen sehr gut. Zu Beginn der vierten Laufrunde spürte ich leichte Anzeichen des Mannes mit dem Hammer. Dank Powerbar Gels konnte ich jedoch das Unheil des Langsamer-Werdens abwehren und konnte ab Kilometer 40 nochmals Gas geben. Gemeinsam mit Snick und Andi lief ich ins Ziel – mit einer neuen persönlichen Marathonzeit von 3h:19 Min. Ich war ziemlich happy und das Bier danach schmeckte genial.

Vielen Dank an Snick und Andi dafür, dass ich gemeinsam mit Ihnen in einer Staffel sein durfte und an Trainer Peter für den sehr wirksamen 3-Wochen-Marathon-Trainingsplan.
Aloha
Ironchris"


Interessanter Artikel

Hier der Link zum Thema Doping.

Transalp 2008


wolfgang könnte das jetzt besser als ich, dennoch versuche ich kurz, die nackten zahlen unserer tour wiederzugeben: 475 km über stock und stein, über 10.000 (teilweise kletter-) höhenmeter und eine netto-fahr-(und schiebe-) zeit von 32 stunden an 4 und zwei halben fahrtagen.

was die zahlen nicht ausdrücken können, ist das gefühl, nach einem langen und brutalen aufstieg den gipfel zu erreichen. wenn man sich zwei tage lang ständig bergauf kämpft, in immer kleinere seitentäler abbiegt, irgendwann das ende der 20% steilen straße erreicht, dann das ende des fahrbaren weges und noch später das ende des weges überhaupt. wenn man mit dem bike am rücken die letzten felsen raufklettert und sich plötzlich das gesamte panorama auf der anderen seite vor einem ausbreitet. dann werden selbst erfahrene biker schwach. je schwieriger der aufstieg, umso großartiger ist dieses gefühl!

mit dem berüchtigten eisjöchl haben wir uns heuer bewusst den höchsten (halbwegs) fahrbaren alpenübergang auf die tour gesetzt. von bozen aus ging es am ersten tag über meran und naturns hinein ins schöne schnalstal, dann ins pfossental, hinauf zum eishof, wo wir unsere erste nacht auf 2.076 metern verbrachten. am nächsten morgen schon um 0550 auf (wie jeden tag), ausgiebiges hüttenfrühstück, um für den härtesten tag kräfte zu schöpfen. oben am eisjöchl fährt keiner mehr, da ist schieben schon eine leistung...


die spitzen steinplatten bescherten uns bei der harten abfahrt gleich zwei platten, was unsere kleine pumpe leicht überforderte. die südtiroler speckknödelsuppe und das speckomlette auf der lazins-alm schmeckten dafür umso besser. high speed abfahrt nach moos und sofort wieder rauf richtung schneeberg. wie jeden nachmittag konnte man von irgendwo her das donnergrollen durch die täler hören und nur hoffen, dass es nicht zu schlimm wird. regenjacke und rucksack-überzug haben wir aber jeden tag gebraucht.

der letzte abschnitt auf die schneebergscharte mit ihren 2.700 m (wolfgang zeigt sie euch) wäre schon ohne rad verdammt hart. wir mussten zusätzlich noch die bikes über felsstufen raufheben, was ein schönes oberkörper-krafttraining ergibt. bis runter zum poschhaus auf 2.113 metern war mit fahren auch nicht viel und so schafften wir es gerade noch bis zur hütte, ehe der abendregen einsetzte. die bikes verbrachten die nacht im kuhstall und wir ohne dusche auch nicht mit viel mehr komfort... =O) wenigstens konnte das gewand über dem extra für uns eingeheizten kachelofen trocknen.

am nächsten morgen high speed abfahrt ins tal nach sterzing und bei einer bäckerei auf der fußgängerzone einen berg croissants vernichtet. bei 6 bis 7 stunden netto-fahrzeit jeden tag schmeckt alles dreimal so gut und die kulinarischen genüsse auf so einer transalp alleine sind die tour schon wert! das extrembeispiel hierfür sollte auf den fuß folgen, als aus den 1.000 hm hinter brixen gleich 1.200 wurden und wir mit wasser, energien, verpflegung und kräften komplett am ende waren und echt am zahnfleisch dahinkrochen, während die serpentinen kein ende nehmen wollten. auf der harten abfahrt zitterten mir komplett unterzuckert die knie. doch das glücksgefühl, als wir zum ersten mal die zackige felsenkulisse der dolomiten über der malerischen almlandschaft rund um vilnöss erblickten, ist einfach unbeschreiblich.

das nächste gasthaus wurde förmlich von uns überfallen und noch bevor der salat den tisch erreichte, hatten wir das gesamte brotkörberl mit der halben öl-flasche und dem salzstreuer vernichtet. was dann folgte war eine völlerei, wie sie im buche steht. zum krönenden abschluss kreierten wir uns noch aus allen zur verfügung stehenden nachspeisen das super-transalp-dessert, das alleine schon otto wanz zum aufgeben gezwungen hätte. kein wunder, dass uns am letzten anstieg des tages allen schlecht war. zum glück zwang uns der regen bald zum einchecken auf der geisler-alm, die so kitschig wunderschön ist, dass man sich in einem heimatfilm wähnt.

nach 2 tagen staub und schweiß war die heiße dusche ein genuss mit allen sinnen, so was muss man erlebt haben. ein paar speckknödel später ging es ab in den schlafraum, wo christian mit seinem schnarchen die deutschen kinder noch lange wach halten sollte. um 0550 weckten wir sie dann noch mal, als wir unsere sieben sachen zusammenpackten (mehr hatten wir wahrscheinlich echt nicht mit) und ohne frühstück den berüchtigen adolf-munkel-trail rüber zur brogles-alm in angriff nahmen. auf der panoramastraße glaubt man echt, man träumt noch, oder man ist über nacht gestorben und fährt hier im himmel herum. anders kann es dort nämlich auch nicht ausschauen. schafe weiden friedlich neben ziegen, junge pferde jagen einander über die grünen hügel und die kühe mit ihren glocken runden die alm-idylle ab. christian trieb eine ganze schafherde vor sich her, wolfgang erzählte einem jungen pferd, wieviele höhenmeter wir am anreisetag noch geschafft hatten und ich hielt wie immer alles einhändig fahrend fotografisch fest.

die abfahrt nach st ulrich war ein traum, ebenso die krapfen und toasts in der fußgängerzone. bei 8 C am berg und 36 C im tal sind sämtliche gewandteile stets im einsatz und trocknen während der fahrt wieder außen am rucksack. der aufstieg zur romantischen seiser-alm ließ uns wieder die augen übergehen und wir schworen uns, nächstes jahr den großteil der tour durch die dolomiten zu legen. über den passo duron ging es wieder hinab ins ladinische tal nach moena, wo wir verzweifelt ersatz für unsere abgebremsten bremspackeln suchten. noch einmal ging es hinauf auf den karerpass, wo schon wieder donner zu hören war und wir hofften, dass uns der regen nicht erwischen würde.

der regen war dann echt nicht so schlimm, nur die ping-pong-ball-großen hagelkörner hätten uns fast erschlagen... geduckt unter unseren rucksäcken wurden wir bombardiert, dass es echt zum fürchten war. die schweren körner im km-langen freien fall schlugen auf unseren helmen, rädern und schuhen auf wie artillerie-feuer. wolfgang wähnte nach diesem brutalen angriff schon sein carbon-rad demoliert, in meinem rucksack blinkten alle beleuchtungen und christian hatte gott sei dank das gps in sicherheit gebracht, so konnten wir schnell in obereggen beim förster einchecken, der mir mit dem gewehr in der hand die tür öffnete. hier waren wir sicher!


selbstverständlich wurden von uns jeden abend die räder akribisch gereinigt und die ketten geölt. erst das gerät, dann der mann. wie beim bundesheer. =O) am nächsten morgen erzählte uns die försterin zum frühstück unter hirschgeweihen von den europacup-schi-erfolgen der tochter, während sie sich wunderte, wie wir in paar minuten 4 liter fruchtsaft vernichten konnten. wenn die hirsche nicht schon ausgestopft gewesen wären, hätten wir uns die auch noch in ein semmerl reingeschnitten. auf der morgen-abfahrt kratzte wolfgang mit dem schiebenden rekord-gewicht seines nepal-rucksacks an der 80 kmh marke. respekt!

wenig später sollten sich dann unsere wege trennen. in leifers verabschiedete sich der mann der zahlen noch mit einem kompakten zwischenbericht über die zurückgelegte distanz und dem mittlerweile obligatorischen quervergleich mit transalps vergangener jahre richtung bozen. christian und ich beamten uns im mannschaftszeitfahren durch das flache etschtal hinunter. da gings echt gut dahin. bei 30-40 kmh auf der geraden rollten die abgefahrenen stollenreifen nicht schlecht. die legende berichtet, dass wir sogar den zug überholt haben. fakt ist, dass wir bei unserem tempo an unserem mittags-ziel in rovereto vorbeisausten und wohl an der adria rausgekommen wären, hätte sich das gps nicht gemeldet. beim ironman-lanzarote-wirten schlugen wir uns die bäuche voll, bevor wir die letzte etappe nach torbole angingen.

nach einer serpentine öffnete sich dort der ausblick und dann war er da - der gardasee. majestätisch glitzernd und ruhig eingebettet in 2.000 meter hohe berge. hunderte surfer nutzten den sonnigen tag und das flache wasser. wir flogen die letzten meter hinunter und belohnten uns erst mal mit riesigen gelati! eingecheckt bei casa daniela gings an den strand, wo wir uns komplett erledigt unter die coolen surfer mischten. mit einem bier ging es in das kühle nass des sees. das hatten wir uns verdient! am nächsten morgen fuhren wir schon wieder zurück nach rovereto, mit dem zug nach bozen, fast ohne umweg zum auto und weiter nach salzburg auf ein weißbier mit kollegen florian und co. um 0100 erreichten wir mit letzten kräften simmering und freuen uns schon auf die peitler-wiesen und die fanes-alm im nächsten jahr!!!

euer transalp-team 2008: wolfgang "der mann der zahlen" quirchmayer, christian "gipfelstürmer" neiger und lucky "beaming down the etsch-tal" snick

Challenge Roth 2008


Man kann die vergangene Woche wieder unter eine meiner vielen verrückten Wochen einordnen, in denen alles drunter und drüber gegangen ist, aber letztendlich doch alles noch haarscharf geklappt hat. Von Di bis Fr stand eine Dienstreise nach Singapur am Programm. Alles schön und gut - aber bitte nicht vor dem wichtigsten Wettkampf im Jahr. Laut Triathlonlehrbuch sollte ja eine gezielte Vorbereitung viel Schlaf und Tapering beinhalten! Tapering gehört übrigens zu meiner Lieblingsdisziplin, da die ausgiebige und schnelle Nahrungsaufnahme (spezialisiert auf Hamburger, und da am besten die vom Burger King) sicherlich zum meinen Stärken zählt :-). Von mir aus könnten auf der Langdistanz auch Schnitzels ausgeteilt werden! Das würde den Wettkampf auch kulinarisch aufwerten. Nach ein paar Stunden kann man ja sowieso keine Carbo-Gels mehr sehen und es würde den Magen füllen! Zurück zu meinem Singapur-Termin, von dem es ja sowieso kein Entrinnen gab. Nur 2-3 Stunden Schlaf pro Nacht aufgrund der Zeitverschiebung und eine Ernährung aus McDonald und Starbucks. Die futuristische Stadt Singapur bringt einen wirklich zum Staunen, aber der Rückflug von 14 Stunden ist so ziemlich die schlimmste Folter, die man sich als Triathlet vorstellen kann.

In Roth angekommen, stellte sich langsam das Triathlonfieber ein. Überall Triathleten mit Starterband und Größen wie Macca, Van Vlerken, Biscay und viele mehr. Der Rad-Check-In sollte ja eigentlich ziemlich schnell über die Bühne gehen, doch ein Patschen am Vorderrad kostete mir die Nerven. Kurz vor der Krise war ich dann, als sich auch noch das Vorderrad nicht mehr von der Gabel lösen ließ. Grund: Der Schlitz am Ende der Gabel, in der die Nabe des Vorderrades versenkt wird, war zugebogen, sodass die Nabe nicht mehr aus dem Schlitz herausrutschen konnte. Vielleicht ein bißchen kompliziert (ich weiß ehrlich gesagt selber nich, ob ich die richtigen Begriffe verwendet habe!). Die Reparatur funktionierte nur mehr mit Hilfe eines Hammers! (siehe Bild) :-) Mit dieser Aktion habe ich dann natürlich die volle Aufmerksamkeit der anderen Triathleten auf mich gezogen! Gut, wie oft sieht man schon, dass ein Rad mit dem Hammer repariert wird. :-) Die meisten Leute nicht einmal im Leben! Nach dieser Aktion noch kurz einen Campingpatz aufgesucht und im gemieteten Laster übernachtet.

Nächster Tag: Wettkampf. Wie hätte es anders sein können, Durchfall um 5 Uhr in der Früh und in 2 Stunden sollte schon der Startschuss ertönen. Noch schlimmer, es goß in Strömen und der Regen sollte noch bis in den späten Nachmittag hinein andauern. Hektik pur! Sinnlos durch die Transition geirrt, um ein paar Gegner schon in der Transition zu verwirren. Bis dahin konnte ich mir noch immer nicht verstellen, dass ich an diesem Tag echt eine Langdistanz finishen könnte. Aber diese Zweifel überkommen einen ja jedes Jahr und so ließ ich mich einfach auf das Wagnis der Langdistanz ein. Startschuss! Ohne zuviel Prügel zu beziehen, konnte ich die Schwimmstrecke hinter mich bringen. Leichte Enttäuschung, da ich mir eine deutlichere Verbesserung im Schwimmen gegenüber dem Vorjahr erwartet hatte, aber noch kein Grund aufzugeben. Die Schwimmstrecke war natürlich nicht so spektakulär wie in Kärten, da es in Roth einfach keinen Lendkanal gibt. Aber trotzdem ein geiles Erlebnis! Aus dem Wasser in die überfüllte Transition, wo ich traditionsgemäß viel Zeit liegen ließ. Diesmal verweilte ich dort ganze 9 Minuten. Zumindest dort hätten sie warme Schnitzel anbieten können! Auf jeden Fall, besteht hier noch echt Potential zur Verbesserung! :-)

Die nächsten Stunden am Rad entpuppten sich als reine Quälerei. Einmal bergauf zu lange in der Draftingzone geblieben und der Marshall pfiff mich zurück. Beim zweiten Anlauf klappte die Überholaktion aber! Regen ohne Ende, kühle Temperaturen bei ca. 16°C und das bei vollem Fahrtwind. Aber trotz dem schlechten Wetter immer noch Tour-de-France-Stimmung an den Anstiegen des Kalvarienbergs und des Solarerbergs. Kann man sich wirklich so vorstellen wie die Bergankünfte in Luz Ardiden und Alpe du Huez oder am Col du Tourmalet und am Mont Ventoux. Das absolute Highlight: Von der Hillary Biscay überholt, draftete ich für ein paar Meter hinter ihr! Unter all dem Trubel vergaß ich auch einmal zu schalten und bin dann auf dem großen Kettenblatt den Solarerberg gewuchtet. Ein Fehler, der sich dann ziemlich schnell rächte, denn die letzten paar Kilometer traten dann Schmerzen in beiden unterkühlten Knien auf, sodass ich dann Minute um Minute auf den folgenden Kilometern verlor und selbst beim Bergabfahren kaum über 20 kmh kam. Demotiviert wollte ich aufgrund falscher Zeitangaben schon in der 2ten Transition aufgeben (Hochrechnungen ergaben, dass ich maximal so schnell war wie im Vorjahr - doch in Wirklichkeit hatte ich schon eine 3/4 Stunde gut gemacht), ließ mich dann aber zu meinem Glück doch noch überreden, den Wettkampf fortzusetzen. Aber ab dann sollte es nur mehr bergauf (Achtung: mit diesem Wort sollte man im Triathlon wirklich sehr vorsichtig umgehen!) gehen.

Das Laufen ging ich dann ziemlich behutsam an, denn ich wollte so spät wie möglich aufs Gehen wechseln. Diesen Plan konnte ich den ersten Halbmarathon auch erfolgreich einhalten, doch dann fiel ich trotz immer besser werdenden Hochrechnungen in ein Motiviationtief. Die Streckenführung stellte sich zu diesem Zeitpunkt viel schwieriger dar als sie dann letztendlich war. Ein paar Kilometer später traf ich dann den Christian, realisierte ich sofort, dass die Laufstrecke keine Wendestrecke sein konnte und dass ich die Schwierigkeit der Laufstrecke eindeutig überschätzt hatte. Mit neuer Motivation sofort wieder an Fahrt aufgenommen und den Marathon in Windeseile zu Ende gelaufen. Auf den restlichen Kilometern blieben heftigere Schmerzen aus, sodass ich auf den letzten 200 Metern sogar noch einen Zielsprint einlegen konnte. Endzeit: 13:06. Ungefähr 1 Stunde schneller als ich erwartete. Schade vielleicht, dass ich die restlichen 6 Minuten nicht irgendwo einsparen konnte, denn Potential dazu war noch in viel Punkten vorhanden. Dafür bin ich schon wieder voller Visionen für nächstes Jahr und die Anmeldung steht ja auch schon wieder!